Landwirtschaft in Afrika ist Handarbeit

Maisanbau Afrika Maisanbau in Afrika (Bild: Acumen.org)
In den knapp zwei Wochen seit meinem letzten Bericht hat sich wieder einiges getan:

Auf dem unbewässerten Feld auf der Kuppe haben Abraham und ich etwa eine Woche lang Mais ausgesät. Dazu wird mit einem Holzstab ein etwa 5 cm tiefes Loch in den aktuell recht trockenen Boden gedrückt und in die entstehende Kuhle geben wir drei Maiskörner. Es sind Körner von den Kolben die wir vor etwa zwei Wochen geerntet haben.

Wenn die Bedingungen sehr schlecht sind kauft Abraham zum Teil auch Hybridsaatgut das unter schlechten Bedingungen besser wächst. Unabhängig von der Art des Saatguts wird der Mais in Gleichstandsaat mit etwa 50-80cm Abstand zwischen den Pflanzen gesät, also in deutlich geringerer Saatdichte als das in Deutschland üblich ist. Das ist wohl vor allem den schwächeren Böden und dem (noch) unberechenbareren Niederschlagsverhältnissen geschuldet.

Eigentlich sollte es vor der kommenden Trockenzeit noch einmal heftig regnen, doch bereits im letzten Jahr ist dieser große Regen ausgeblieben und auch in diesem Jahr könnte das wieder passieren. In diesem Fall würde der gerade ausgesäte Mais auf keinen Fall bis zur Reife überleben.

Am Donnerstag vergangener Woche haben wir ausnahmsweise auch gearbeitet – normalerweise ist Donnerstag Ruhetag für Farmer in dieser Gegend. Allerdings war es keine schwere Arbeit, wir haben nur ein Herbizid gegen die Unkräuter auf den Teilflächen auf denen wir bereits Mais gesät hatten ausgebracht. Auch diese „leichte“ Arbeit bedeutet allerdings, dass etwa 15 kg Herbizidgemisch auf dem Rücken transportiert werden müssen. Außerdem liegt der Brunnen mit dessen Wasser das Herbizid gemischt wird ein Stück vom Feld entfernt.

Da der Regen nach wie vor ausgeblieben ist sind wir gestern zum zweiten Mal auf das bewässerte Feld gegangen. Durch die Lage fast unmittelbar am Fluss Asuotwene ist der Boden hier ständig feucht, in der Regenzeit zum Teil überflutet. Abraham etabliert hier eine Kokosnussplantage und pflanzt in der Trockenzeit außerdem verschiedene Gemüse zwischen den noch jungen Kokospalmen. Da auf diesem Feld etwa seit Mai nicht mehr gearbeitet wurde war es komplett überwuchert. Zum Teil stehen die Unkräuter etwa drei Meter hoch. Mit der Machete haben wir nun begonnen das Feld vom Unkraut zu befreien. Eine Arbeit die mir wirklich Spaß macht, aber auch unglaublich anstrengend ist.

An einer der Kokospalmen hatten sich an der Blattunterseite eines bodennahen Blattes Wespen angesiedelt. Da ich diese recht spät bemerkt habe und auch nicht als Wespen erkannt habe, hat mich eines der schwarzen Insekten gestochen. Das kommt wohl immer wieder vor, ist aber auch nicht weiter schlimm, in etwa vergleichbar mit dem Stich einer europäischen Wespe.

Da die Internetverbindung im Moment sehr schlecht ist kann ich keine Bilder hochladen, werde diese aber in den kommenden Tagen nachreichen.

Ich lasse von mir hören!

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