Vorstellungsbericht Max Graff

Max Graff Max Graff
Ich heiße Max Graff, bin 24 Jahre alt und studiere Nutzpflanzenwissenschaften im dritten Master Semester an der Universität Bonn. Nach dem Abitur habe ich dort mit dem Bachelorstudium Agrarwissenschaften begonnen. Warum studiert jemand der nicht vom Hof kommt Agrarwissenschaften?

Richtig, ich selbst komme nicht direkt vom Hof, bin seit klein auf jedoch schon immer in der Landwirtschaft unterwegs und auf dem Land aufgewachsen. Angefangen hat alles in meinem Heimatdorf im westlichen Rheinland auf einem Milchviehbetrieb. Stallarbeit und Futterproduktion mit allem was dazu gehörte, wann immer ich Zeit hatte. Mit 16 Jahren habe ich dann den Traktorführerschein gemacht. Seit dem arbeite ich auch auf einem großen Gemüsebaubetrieb im Dorf, wann immer die Zeit es hergibt.

Zu meinen Aufgaben gehört dort die Feldarbeit über die Saison verteilt, der Transport  während der Ernte, aber auch seit einiger Zeit etwas Büroarbeit, wann immer zusätzliche Hilfe benötigt wird.

Von all dem geprägt, fiel die Wahl nach dem Abitur auf Agrarwissenschaften. Die Nahrungsmittelproduktion und die Pflege von Umwelt und Natur sind aktuell ein viel und kontrovers diskutiertes Thema, das in der gesellschaftlichen Debatte längst angekommen ist. Auch das war ein Grund das Thema Landwirtschaft aus wissenschaftlicher Sicht näher kennen lernen zu wollen.

Die theoretischen Inhalte aus dem Studium habe ich, neben meinen Nebenjob auf dem Hof, immer mit weiteren praktischen Erfahrungen in Form von Praktika ergänzt. Unter anderem war ich bei einer großen Biogasanlage im Kölner-Aachener Raum für das Rohstoffmanagement und die Maisernte im Einsatz, habe in einer Agentur für Agrar-Werbung und Kommunikation ein Praktikum absolviert und war Praktikant bei einem großen Landtechnik Hersteller in einer Marketing Abteilung. Durchweg ein bunt gemischtes und breites Spektrum, in dem Agrarwissenschaftler mit einer ähnlichen Ausbildung eingesetzt werden.
 
Schon lange war es ein Wunsch von mir, die Landwirtschaft in Übersee live mitzuerleben und dort mit anzupacken. Davon verspreche ich mir nicht nur ganz neue Eindrücke und Erfahrungen der Bearbeitungs- und Ernteverfahren, auch interessieren mich Land und Leute. Nebenbei kann ich meine Englischkenntnisse, die heutzutage nicht wegzudenken sind, verbessern. Nicht zu Letzt die positiven Erfahrungen von Kommilitonen und Freunden, die bereits ein Auslandspraktikum gemacht haben und darüber begeistert berichteten, waren für mich ausschlaggebend und motivierten mich nach einer passenden Praktikumsstelle zu suchen.

So startete ich die Suche nach einer Farm für meine Reise. Auf einem Videoportal im Internet stieß ich durch Zufall auf ein interessantes Video. Ich schrieb den Herausgeber an und so kam der Kontakt nach Kanada zu Stande. Die durchaus komplizierten Visabestimmungen für das Land zogen das gesamte Vorhaben zwar etwas in die Länge, umso mehr freue ich mich jedoch, dass es bald losgehen kann.

Anfang August werde ich von Frankfurt aus in den Süden der kanadische Provinz Saskatchewan starten und von meinen Erfahrungen, Aufgaben und Eindrücken auf dem Ackerbaubetrieb berichten.

Max Graff