Alles Einstellungssache Premium

Vollautomatische Einstellsysteme, die sich selbst optimieren, lernen und teils auch vorausschauen, sind der wichtigste Trend bei Mähdreschern. Dazu kommt eine Baureihe mit einem komplett neuen Konzept.

Im vergangenen Sommer war er bereits in der Bildzeitung zu sehen: Der neue Agco-Mähdrescher Ideal, der auf den Bildern noch eine schwarz-weiße Tarnung trug. Der Oberklasse-Mähdrescher ist jetzt vorgestellt und wird künftig in dunkelgrau als MF oder Fendt unterwegs sein.

Mit seinen bis zu 647 PS Motorleistung hat er gegenüber bisherigen Mähdreschern einige Besonderheiten: Im selben Chassis mit 1,4 m Dreschkanalbreite drehen sich in der obersten Leistungsklasse zwei und in der kleineren Klasse ein Axial-Dresch- und Abscheiderotor. Damit bleibt der Mähdrescher auch bei breiter Frontbereifung oder Bandlaufwerk innerhalb von 3,3 m. Er ist der Einzige mit derselben Kanalbreite für unterschiedliche Klassen und konsequent nach dem Baukastensystem konzeptioniert. Die sogenannten Helixrotoren mit 4,85 m Länge und 60 cm Durchmesser sorgen für lange Dresch- und Abscheidewege.

Die Konstruktion des Rücklauf- und Vorbereitungsbodens beinhaltet gleichzeitig einen einfach gebauten Seitenhangausgleich (bis 15°). Der Bunkerinhalt beträgt gigantische 17,1 m³ und die Geschwindigkeit beim Entleeren lässt sich einstellen.

Eine neue Sensortechnik erfasst die Abscheidung an Dresch- und Abscheidekörben sowie in der Reinigung und bildet damit die Basis für eine automatische Einstellung. Zudem hat der komplett automatische Vorsatzkoppler eine RFID-Erkennung. Damit übernimmt die Maschine automatisch die Einstellungen für den Erntevorsatz. Die Ideen im Ideal wurden mit Silber prämiert.

Intelligent an der Trommel:

Der Trend zu immer mehr Mess- und Regeltechnik bzw. maschinengestützter Intelligenz und komplexen Automaten setzt sich auch bei anderen Mähdreschern fort.

Weil das Claas Auto Threshing erstmalig den Dreschprozess eines Tangential-Dreschwerkes regelt, wurde diese Entwicklung mit einer Goldmedaille belohnt. Denn das Finden der passenden Trommeldrehzahl und der Dreschspaltweite ist die schwierigste Aufgabe für Fahrer dieser Maschinen. Wenn der Mähdrescher ständig optimal ernten soll, muss der Fahrer beide je nach Erntebedingungen auch mehrmals täglich verstellen. Schon wenige Umdrehungen der Dreschtrommel mehr oder weniger können manchmal die Kornqualität, aber auch die Abscheidung am Dreschkorb, stark beeinflussen.

Einstellungen kommunizieren:

Durch ein neues Modul kommunizieren die Automaten des Mähdreschers miteinander. Detektiert das System irgendwo Reserven, passt es die Einstellungen an. Stellt AutoThreshing bspw. sanfteres Dreschen ein, aber bei den Kornverlusten sowie der Motorauslastung bliebe noch Spielraum, erhöht der Durchsatzregler die Fahrgeschwindigkeit. Oder bei losen und anhaftenden Spelzen im Korn reagieren sowohl Dreschwerk-, als auch Reinigungsautomat.

Die Regeltechnik ist komplex und betrifft alle Aggregate von Schüttler- und Hybrid-Mähdreschern. Per Bildschirm erhält der Fahrer Informationen, wenn das System startet oder sich die Erntebedingungen gravierend ändern. Die Gesamtautomatik lernt dann, indem sie Eckwerte ausgelotet, zwischen denen sich dann die Regler aller Automaten bewegen. Der Fahrer gibt nur noch Strategien und Empfindlichkeiten vor – mehr muss er nicht...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

30 Tage kostenlos testen
Mehr erfahren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen