Boden flacher und gezielter bearbeiten Premium

Die Anforderungen im Ackerbau steigen weiter. Die Firmen reagieren mit mehr Vielfalt und neuen Werkzeugkombinationen.

Dürre, resistente Unkräuter, Glyphosatverbot, erweiterte Fruchtfolgen, Greening: Das sind Faktoren, die derzeit den Ackerbau beeinflussen. Viele Hersteller machen ihre Produkte „biotauglich“. Das heißt, dass sie bestehende Baureihen mit angepassten Scharformen und zusätzlichen Werkzeugen für die etwas anderen Anforderungen fit machen.

Grubber: Flach und flexibel

Seit Jahren wächst die Variantenzahl bei den Grubbern. Ein wichtiger Trend ist die möglichst flache, ganzflächige Arbeit. Der Grubber soll wenig Boden bewegen, was die Verdunstung reduziert. Gleichzeitig soll er Unkräuter und Bewuchs ganzflächig „abhobeln“.

Durch Schnellwechselsysteme lassen sich die Zinken mit Gänsefußscharen bestücken. Teils laufen vor den Scharen Scheibensätze. Sie bereiten den Boden vor und verhindern Verstopfungen. Ein Beispiel dafür ist der neue Koralin von Lemken. Den neuen Allrounder -flatline- von Köckerling haben wir bereits im Fahrbericht vorgestellt. Horsch zeigt den Finer LT. Interessant ist der einstellbare Anstellwinkel der Federzinken.

Viele der neuen Grubber bauen vergleichsweise lang. Sie haben deshalb meist ein Fahrwerk und lassen sich klappen. Beides ist aufwendig und teuer. Die Firmen bauen die Geräte dann so breit wie möglich. Darum starten diese Grubber oft erst bei 6 m oder sogar mehr.

Länge und Breite bei gleichzeitig geringer Arbeitstiefe machen die exakte Bodenanpassung der Geräte anspruchsvoll. Die Konstrukteure lösen das durch Freigang in den Zinkenfeldern, die sich dann unabhängig bewegen können.

Die Tiefenführung übernehmen immer häufiger Stützräder, teils auch hinter dem Grubber bzw. im Grubberfeld. Die Walze – die sonst eigentlich für die Tiefenführung sorgt – wird dann zum reinen Nachläufer. Einige Grubber lassen sich auch komplett ohne Walze fahren, z.B. auf erosionsgefährdeten Böden oder um eine raue Oberfläche zu hinterlassen.

Als Vorwerkzeuge bieten die Firmen auf Wunsch oft auch Schneidwalzen für die Grubber an, entweder solo oder doppelt. Gedrillt montierte Schneiden sorgen für Laufruhe. Schneidwalzen gibt es bei vielen Anbietern, auch für andere Einsätze, entweder solo und breit im Front/Heckanbau oder auch für Scheibeneggen. Bei Horsch heißt die Walze bspw. Cultro TC. Auch Wallner und Treffler zeigen neue Schneidwalzen.

Bei einigen Firmen lassen sich die Schneidwalzen gegen andere Werkzeuge austauschen, wie z.B. durch eine Schiene mit einzelnen Planierzinken.

Mit einigen Grubberbaureihen erreicht man Arbeitstiefen unterhalb der normalen Pflugtiefe. Wichtig ist dabei die Schar- und Zinkenform: Der Grubber soll tief lockern, aber keinen Unterboden hochholen. Es ist schwierig, gleichzeitig auch die Funktion „Mischen“ in der oberen Schicht abzudecken. Für diese Aufgabe kombinieren die Anbieter eine vorlaufende Kurzscheibenegge mit einem Grubberfeld. Nachteil: Die Scheiben brauchen Geschwindigkeit, die Zinken Zugkraft.

Wenn es noch tiefer gehen soll, bieten sich Untergrundlockerer an. Die trockene Witterung könnte die Nachfrage erhöhen. Grundsätzlich neue Systeme kommen wahrscheinlich nicht, allerdings einige neue Modelle. Der klappbare Tiefenlockerer von Maschio hat 4,10 bzw. 5 m Arbeitsbreite und ist für Traktoren bis 400 PS ausgelegt.

Grubber für den Dreipunkt

Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe Grubber für den klassischen Dreipunktanbau. Ein Beispiel ist der dreibalkige Cenio von Amazone. Kuhn zeigt den Anbaugrubber Prolander mit bis zu 6 m Breite. Den neuen angebauten Grubber Enduro Pro von Kverneland gibt es bis 5 m. Saphir erweitert das Programm beim Grubber TineStar. Der einstellbare Zinkenwinkel soll hier ganzflächige Arbeit ab 3 cm Tiefe ermöglichen. Für die Großzinkenegge Allstar gibt es neue Ausstattungen, wie z.B. nachlaufende Stützräder, die sich anstatt der Walze montieren lassen.

Von Amazone kommt ein Ansatz zum Regeln der Arbeitstiefe. Beim Grubber Cenius-2TX erfasst ein Logger online Daten vom Schlepper (km/h, Verbrauch, Schlupf) und Grubber (Tiefe, Bergauf-/Bergabfahrt). Auf dieser Basis lassen sich Bodendichtekarten erstellen, die...

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