Das Futter einfach (nur) verteilen? Plus

Der Mischwagen ist Standard auf Milchviehbetrieben. Trotzdem gibt es immer noch einen Markt für professionelle Futterverteilwagen – warum? Wir haben vier Betriebe besucht, die mit der einfachen Technik erfolgreich arbeiten.

Es gilt fast als Gesetz, dass erfolgreiche Milchviehhalter nicht ohne Mischwagen auskommen. Und beim Einsatz einer TMR stimmt das sicher auch. Trotzdem verkaufen Firmen wie Holaras, Strautmann oder Schuitemaker auch in Deutschland eine ganze Reihe von Futterverteilwagen. Und Wagen mit bis zu 20 m3 Volumen sowie elektronischer Waage laufen sicher nicht auf Hobbybetrieben. Warum entscheiden sich also professionelle Milcherzeuger für die scheinbar altmodische Technik?

Ein schlagendes Argument – vor allem in Zeiten anhaltender niedriger Milcherlöse – ist sicher der Preis: Verteiler kosten weniger als die Hälfte eines Futtermischwagens ähnlicher Größe.Das kann aber nicht der einzige Grund sein. Auf der Suche nach weiteren Antworten haben wir deshalb vier überzeugte Verteilwagen-Besitzer besucht:

Alle Landwirte verfügen übrigens über eigene Erfahrungen mit Futtermischwagen. Entweder hatten sie bereits Vorführmischer im Einsatz oder sind sogar vom Mischer auf den Verteiler umgestiegen. Jörg Gaidetzka hat über Jahre mit einem Futtermischwagen gearbeitet, bevor er sich vor knapp vier Jahren bewusst zum Verteilwagen entschloss. Die anderen Milchviehhalter in der Region konnten das kaum verstehen, erinnert sich Jörg Gaidetzka.

Einfache Technik:

Die Technik der Verteilwagen ist bekannt und einfach. Sie arbeiten fast wie ein klassischer Miststreuer und fördern das Futter per Kratzboden vor mehrere Walzen, die es an das Querförderband übergeben. Durch die modulare Bauweise hat der Landwirt bei den meisten Firmen die Wahl: Auswurf vorne oder hinten? Friedrich Kinkelbur hat sich bei seinem Wagen für den vorderen Austrag entschieden. Er muss zum Füttern einige Auffahrten meistern. Fördert der Kratzboden nach vorne, sorgt das Futter auch bei halb leerem Wagen für Gripp auf der Schlepperhinterachse. Helmer und Rainer de Vries haben dagegen einen Wagen mit hinten liegendem Förderband. Sie fahren rückwärts in den Stall.

Einige Hersteller bieten unterschiedliche Auflösewalzen für ihre Wagen an. Wichtig ist allen Landwirten das intensive Auflockern des Futters – die Kühe schätzen das. Bei „normalem“ Futter hatte keiner der Wagen Probleme. Schwieriger ist Ballensilage, die nur mit weniger Vorschub und voller Walzendrehzahl aufzulösen ist.

Knud Heuer setzt ausschließlich Ballen ein, die mit vollem Messersatz gepresst wurden. Außerdem lässt er den Ballen vor dem Wagen ein paar Mal auf den Boden fallen und lockert ihn so auf. Andere schneiden den Ballen per Blockschneider oder Schneidzange einmal in der Mitte durch, was die Sache deutlich erleichtert. Trotzdem sollte Ballensilage im Verteilwagen die Ausnahme bleiben.

Der Vorschub des Kratzbodens lässt sich hydraulisch verstellen. Alle Praktiker fahren nicht mit maximalem Vorschub, um das Futter optimal aufzulockern...

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