Ein Grubber kann nur so viel wie sein Schar Plus

Grubber werden immer vielseitiger – wenn sich die Schare passend zum Einsatz wechseln lassen. Wir geben einen Überblick, welchen Einfluss die Schare auf das Arbeitsergebnis haben und welche Anforderungen sie erfüllen müssen.

Von ultraflach bis krumentief: Grubber sind die vielseitigsten Bodenbearbeitungsgeräte. Damit die Geräte aber kein fauler Kompromiss sind, brauchen sie für den jeweiligen Einsatz die passenden Schare.

Wir haben uns bei den Herstellern informiert, welche Schare am besten zu welchen Einsätzen passen. Welche Systematik steckt in den Scharkonzepten?

Früher war ein Grubber eher eine große Egge – die bei vielen Einsätzen an ihre Grenzen kam. Flache, ganzflächige Arbeit beim Stoppelsturz war kaum möglich. Das änderte sich mit dem Flügelschargrubber: Zwei Reihen Zinken, bestückt mit ultrabreiten Flügelscharen. Eine austauschbare Scharspitze sorgte für den sicheren Einzug. Ab ca. 5cm arbeiteten die Geräte ganzflächig. Die geringe Zinkenzahl sorgte für einen Strichabstand von über 40 cm und verhinderte Verstopfungen.

Der Strichabstand war aber das größte Manko. Denn der Mischeffekt war bei großen Mengen Ernterückständen vor allem auf schweren Böden eher gering. Teils blieben regelrechte Strohschwaden im Boden zurück.

Heute geht der Trend eindeutig zu Grubbern mit einer höheren Intensität, und das bedeutet meist mehrere Zinkenreihen, um den Durchgang groß genug zu halten.

Federnd oder starr?

Bei den Zinken gibt es den grundsätzlichen Unterschied zwischen Federzinken und starren Zinken. Federzinken vibrieren, sie können seitlich und in der Höhe ausweichen und haben dadurch eventuell einen etwas niedrigeren Zugkraftbedarf. Weil es keine beweglichen Teile gibt, ist der Wartungsaufwand gering. Bei der Saatbettbereitung sorgt das Vibrieren teils für einen besseren Zerkleinerungseffekt.

Die Flexibilität bringt auch Nachteile: Abhängig von der Härte halten die Zinken die Tiefe nicht gleichmäßig ein. Generell ist sie limitiert: Bei 20 cm ist meist Schluss. Vor allem bei Gänsefußscharen zeigt sich ein negativer Effekt bei zu tiefer Arbeit: Der höhere Bodenwiderstand zieht den Zinken nach hinten, das Schar stellt sich mehr auf die Spitze und der Arbeitseffekt ändert sich grundlegend.

Starre Zinken erreichen Tiefen über 30 cm, ohne sich zu bewegen. Abhängig von der Tiefenführung des Grubbers halten starre Zinken die Tiefe exakt ein.Die Überlastsicherung der starren Zinken lässt sich per Scher- oder Abreißschraube, mechanisch per Federpaket (Blatt- oder Schraubenfeder) oder hydraulisch lösen.

Teils bieten die Hersteller die Möglichkeit, den Winkel des Zinkens zu variieren. Im einfachsten Fall geht das durch zwei Positionen der Scherschraube. Der Winkel wirkt sich direkt auf den Arbeitseffekt aus, was vor allem beim Flügelschar deutlich wird: In der vorderen Position steht der Zinken steiler. Der Untergriff der Scharspitze ist geringer, der Flügel steht flacher. Er schneidet mehr und mischt weniger. In der hinteren Position steht der Zinken eher „schleppend“. Die Scharspitze bewegt sich nach unten, die Flügel steigen nach hinten an. Das sorgt für mehr Untergriff und intensiveres Mischen.

Wie tief arbeiten?

Ganz entscheidend für die Scharwahl ist die Arbeitstiefe:

  • Ultraflach: Das ist der Trend der letzten Jahre. Beim ersten Stoppelsturz will man den Boden in 2 bis 5 cm flach abhobeln – ganzflächig und mit wenig Erdbewegung. Dabei soll Kapillarität unterbrochen, Wasser im Boden gehalten und Unkräuter abgeschert werden. Ausfallgetreide und Unkrautsamen können keimen. Ernterückstände bleiben an der Oberfläche als schützende Mulchschicht. Ein Mischeffekt ist hier noch nicht gefragt. Gänsefußschare und speziell dafür konstruierte, auch neue...


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