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Die Leistung der Mähdrescher steigt, ohne dass die Maschinen wachsen. Vorausschauende Maschinen, optimierte Schneidwerke und leistungsfähige Druschsysteme machen es möglich.

In den letzten Jahren haben die Hersteller viel daran gearbeitet, die Mähdrescher besser auszulasten. Automatische Vorfahrtsregelung, neue Schneidwerke und Einstellautomatiken sollen die Maschinen jetzt, trotz des beschränkten Bauraumes, leistungsfähiger machen und dabei den Fahrer weiter entlasten. Neben den großen Axialrotormaschinen stehen auch die Schüttlermaschinen im Fokus der Entwickler. Hier sollen überarbeitete Dreschsysteme die Leistung weiter steigern.

Vorausschauend Fahren

In wechselnden Beständen ist die Auslastung der Mähdrescher oft ein Problem. Die Fahrer schaffen es kaum, die Maschinen durchgängig an der Leistungsgrenze zu halten. Über den Durchsatzregler lässt sich die Fahrgeschwindigkeit zwar an wechselnde Bestände anpassen, allerdings erst dann, wenn das Erntegut sich bereits im Einzug befindet. Besser wäre es, wenn die Maschinen vorausschauend regeln könnten. Hierzu hat New Holland auf der letzten Agritechnica bereits ein System vorgestellt, dass Daten der vergangenen Ernten nutzt. John Deere geht mit einer vorausschauenden und selbstlernenden Durchsatzregelung jetzt einen Schritt weiter. Dafür gibt es von der DLG eine Silbermedaille. Zwei 3D-Stereokameras unterstützen den neuen, proaktiven Durchsatzregler. Diese Sensorik erkennt die Bestandssituation. Dabei unterscheidet sie z.B., ob der Bestand liegt oder steht, ob er lückig ist oder ob der Mähdrescher gerade in einer Fahrgasse fährt. Das System errechnet aus den Daten der Kameras, wie viel Erntemasse die Maschine in absehbarer Zeit verarbeiten muss. Zusätzlich kann man in das System auch aktuelle Biomassekarten aus Satellitendaten einspeisen. Auf Grundlage der Information „weiß“ die Maschine, wie viel Erntemenge demnächst rankommt. Durch die Verknüpfung der Erkennungstechnik mit der Einstellregeltechnik ICA 2 kann ein Mähdrescher jetzt erstmalig auch selbstständig ernten. Das ist ein wichtiger Schritt zur autonomen Druschernte. Allerdings muss der Gesetzgeber dafür auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen.

Weit vorne beginnt auch der Ansatz der Gebr. Schumacher. Der neue Mes-serantrieb SmartCut ist mit einem Drehwinkel- und Drehmomentsensor ausgestattet. Dadurch kann die Antriebstechnik Schnitt- und Reibekräfte der Messerbalken messen. Nimmt z.B. die Bestandesdichte im Feld zu, steigen auch die Schnittkräfte. Dem kann man durch eine höhere Drehzahl des Antriebes entgegenwirken. Diese Technik legt den Grundstein für die lastabhängige Regelung des Messerantriebes. Kombiniert man dies mit dem Durchsatzregler des Mähdreschers, können die Maschinen so früher auf wechselnde Erntebedingungen reagieren. Dafür gibt es die Silbermedaille.

Optimieren und Entlasten

Automatische Einstellsysteme bei der Druschtechnik entlasten den Fahrer. Gerade weniger geübte Fahrer können so die Maschine näher am Optimum fahren und hohe Verluste durch Einstellfehler vermeiden. Doch die Kontrolle der Arbeit liegt weiterhin beim Fahrer. Über die neue Cemos Perfomance Analyse will Claas auch dabei unterstützen. Ist die Maschine z.B. auf hohe Durchsatzleistung eingestellt, überprüft Performance Analyse die Strategie und zeigt dem Fahrer die begrenzenden Baugruppen an. Mit dieser...

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Artikel geschrieben von

Andreas Huesmann

Redakteur Landtechnik

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