Mehr Varianten – mehr Traktion auf dem Acker Premium

Neuheiten auch im unteren Leistungsbereich, verbesserte Traktion bei den Großen und mehr Komfort in allen Baureihen sind einige der Traktorentrends 2017.

Riesigen Aufwand mussten die ​Ingenieure betreiben, um die Abgasgrenzwerte zu erreichen, das hat große Teile der Entwicklungsbudgets aufgefressen. Mittlerweile erfüllen alle Baureihen die aktuellen Vorgaben der Stufe IV. In der nächsten Stufe V geht es vor allem um Feinpartikel, die sich per Diesel-Partikel-Filter (DPF) aus dem Abgas fischen lassen – der technische Aufwand hält sich in Grenzen. Die Entwicklungsabteilungen bekommen also etwas Luft, um sich auch um andere Themen als Abgas zu kümmern.

Zuwachs bei den Kleinen:

Zur Messe gibt es neue Modelle am unteren und am oberen Ende der Leistungsskala. Viele Anbieter stellen neue oder überarbeitete Spezialtraktoren für Obst- und Weinbau vor. Hier haben sich die Ingenieure besonders um den Komfort gekümmert. Die Leistung von Antrieben und Hydraulik steigt. Und die Ausstattungen der Großen gibt es nun für die Kleineren. So bietet Fendt für den neuen 200er sogar zwei Spurführungssysteme an: Das eine tastet Reihen per Ultraschall ab, das andere arbeitet per GPS. Neu bei diesem Schlepper ist auch eine elektrische Fußbodenheizung für den Einsatz im Winterdienst. Neue Kompakttraktoren gibt es unter anderem auch bei Argo (Landini, McCormick) oder Deutz-Fahr und Claas zu sehen. Landini nennt die Traktoren REX 4. Der Deutz-Motor liefert je nach Modell 70 bis 112 PS ab. Bei MF heißt diese Reihe 3700, die 75 bis 105 PS bietet. Der Hersteller hat sehr viele Varianten und Optionen im Programm, mit denen der Kunde seine Maschine auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Der generelle Trend zu mehr Komfort setzt sich auch bei der sogenannten Global-Series fort, dem MF-Plattformkonzept für den weltweiten Einsatz. Diese Traktoren lassen sich künftig mit gefederter Vorderachse und der Vierfach-Lastschaltung Dyna4 ordern.

New Holland zeigt die neue Einsteiger-Baureihe T4 S mit Dreizylinder. Ähnliche Modelle gibt es als Farmall A von Case IH. Valtra stellt die vierte Generation der A-Serie auf die Messe. Bisher kamen diese Traktoren von einem türkischen Hersteller. Die neuen Schlepper stammen aus Finnland.

John Deere hat u.a. die Baureihe 5E mit drei Modellen weiterentwickelt. Die Dreizylinder leisten 55 bis 75 PS und lassen sich optional mit einem 24/12 Getriebe ausstatten. McCormick zeigt den X4. Es gibt sechs Modelle mit Deutz-Motoren von 64 bis 107 PS maximaler Leistung. Das Getriebe ist modular und bietet 24/24 Gänge.

Mehr aus vier Töpfen:

Die Firmen holen immer mehr Power aus vier Zylindern. Gerade fällt bei der Maximalleistung die 200 PS-Grenze. Valtra zeigt das Topmodell der N-Serie mit 201 PS Maximalleistung. Den Schlepper gibt’s übrigens wahlweise auch mit 60 km/h. Auch Traktoren der T-Serie bieten die Finnen optional bis 60 km/h an – was für den Kommunaleinsatz spannend sein dürfte. Kubota zeigt mit dem M7002 die zweite Generation des in Europa gebauten Vierzylinders mit Updates: Ein neues ZF-Getriebe mit sechs Lastschaltstufen und bis zu 50 km/h, größere Bereifungsoptionen, ein neues Vorgewende-Management, sowie 11,5 t zulässiges Gesamtgewicht. Von Lindner kommt der stufenlose Lintrac 110. Ein wichtiger Trend ist die Leistungssteigerung bei kompaktem Radstand. Ein Beispiel dafür ist die Baureihe Optum von Case IH bzw. der T7 HeavyDuty von New Holland. Diese Maschinen sollen zügig transportieren und stark an der Zapfwelle sein. Entsprechend ballastiert übernehmen sie alle gängigen Ackerarbeiten. Lohnunternehmen und größere Betriebe sind die Zielgruppe. Bei einem Systemvergleich hat top agrar diese „Universal-Baureihe“ mit der nächst kleineren und größeren Reihe verglichen – die Ergebnisse präsentieren wir demnächst. Andere Firmen bauen diesen Bereich ebenfalls aus.

John Deere zeigt auf der Agritechnica mit dem 6250R das Topmodell der 6er. Von Claas kommt der neue Axion 800. McCormick präsentiert den X8, der auf der Messe 2015 Premiere hatte, jetzt als Serienschlepper mit drei Modellen und stufenlosem ZF-Antrieb. Die LFPT-Motoren leisten 264, 286 bzw. 310 PS.

Und die Leistung der Standard-Traktoren steigt...

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