Beregnung

Mit Selbstfahrer und Handysteuerung Plus

Sandige Böden und viel Wind: Wir haben uns angesehen, wie ein dänischer Landwirt die intensive Beregnung von Futterflächen und Kartoffeln organisiert.

In der Saison bekommt Ralf Sanderink regelmäßig SMS auf sein Handy – von den Pumpen seiner Beregnungsmaschinen. Der 52-jährige Landwirt stammt aus Deutschland und bewirtschaftet seit 1987 einen Milchviehbetrieb im dänischen Ribe. Auf dem Acker wächst das Futter für die 1200 Kopf Rindvieh des Betriebes. Außerdem baut der Praktiker auf 65 ha Industriekartoffeln an.

Rund 400 ha seiner Flächen kann Ralf Sanderink beregnen. Die Schläge liegen arrondiert rund um den Hof. 90 ha davon sind gepachtet. Auf dieser Fläche beregnet der Praktiker faktisch alle Kulturen – vom Getreide und Feldfutter über den Mais bis zu den Kartoffeln. Auch in Dänemark war es 2018 und 2019 sehr trocken. Durch das gezielte Bewässern konnte Ralf Sanderink die Erträge aber stabil halten. Er ist davon überzeugt, dass in seiner Region der Kartoffelanbau ohne Beregnung kaum oder nur mit großen Ertragseinbußen möglich wäre.

Der Landwirt hat insgesamt 15 Beregnungsmaschinen im Einsatz. Dabei handelt es sich um selbstfahrende Anlagen, die in der Region sehr verbreitet sind. Bereits bei der Übernahme des Betriebes gab es diesen Maschinentyp und der Praktiker ist aus Überzeugung dem System treu geblieben.

Sandige Böden und viel Wind

Die überwiegend leichten Sandböden hier an der Westküste können rund 60 mm Wasser speichern. In den letzten beiden warmen Sommern mit teils über 30°C und stetigem (Ost-)Wind rechnete der Landwirt mit einem „Wasserverlust“ von 5 bis 6 mm pro Tag. Bei der Planung der Beregnungsmaßnahmen verlässt er sich auf seine langjährige Erfahrung. Computerprogramme oder elektronische Messtechnik setzt er bisher bei der Beregnung nicht ein. Der Grundwasserstand ist mit 2 bis 3 m relativ hoch. Es sei immer genug Wasser für die Beregnungsanlagen vorhanden, sagt Ralf Sanderink. Die Wasserentnahmemenge ist durch eine Quote begrenzt. Für die meisten Flächen darf der Betrieb 150 mm entnehmen. Bis vor einigen Jahren lag die Quote noch bei 100 mm. Doch nach einem sehr trockenen Sommer vor fünf oder sechs Jahren hatte sich der Landwirt um eine Erhöhung auf den heutigen Wert bemüht. Das war bei den Behörden ohne größere Probleme möglich. Der Betrieb muss keine Gebühr für das entnommene Wasser bezahlen.

Über die 400 ha Beregnungsfläche verteilen sich mittlerweile 15 Bohrlöcher. Die Bohrungen sind 30 m tief und haben einen Durchmesser von 20 bis 25 cm. An vier Stellen pumpen oberirdische Kreiselpumpen das Beregnungswasser zu den Anlagen. Aber die meisten Brunnen hat der Landwirt mittlerweile mit modernen Tauchpumpen ausgestattet, die 15 bis 20 kW Antriebsleistung haben.

Pumpen regelmäßig reinigen

Die Tauchpumpen können auch im Winter im Bohrloch bleiben, es gibt keine Probleme mit Frost. Die Wasserförderung ist sicherer, weil die Pumpen das Wasser nicht ansaugen müssen. Allerdings hat Sanderink festgestellt, dass sich mit der Zeit der reichlich vorhandene Ocker in den Pumpen festsetzen kann....

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