Radar regelt Streuer unmittelbar Plus

Radarsensoren sollen dabei helfen, die Querverteilung bei Düngerstreuern zu verbessern. Die Deula-Nienburg hat dazu zwei Systeme von Amazone und Rauch getestet.

Wenn es um Vielseitigkeit, Flächenleistung und Kosteneffizienz geht, ist der Zentrifugalstreuer bei der Mineraldüngerapplikation immer noch die erste Wahl. Allerdings punkten die Flüssigapplikation mit der Spritze und der Pneumatikstreuer bei der Verteilgenauigkeit. Spezielle Sensoren sollen nun auch den Zentrifugalstreuer dabei unterstützen, feste Düngemittel noch genauer zu verteilen. top agrar begleitete die Deula-Nienburg bei ihrem Test der Querverteilungssensoren im Herbst 2019.

Dazu stand je ein System von Amazone und Rauch zur Verfügung. Der Amazone ZA-TS 4200 kam mit dem ArgusTwin. Aus dem Hause Rauch war ein Axis H 50.2 EMC+W mit Axmat Duo am Start. Beide Maschinen waren ähnlich umfangreich ausgestattet.

Ziel des Vergleichs war es, die Möglichkeiten von Radarsensoren zur Optimierung der Querverteilung auszuarbeiten. Der Test sollte lediglich den Effekt der Querverteilungssensoren untersuchen und nicht die beiden Hersteller miteinander vergleichen.

Eine Frage der Qualität

Das Problem ist eindeutig und weitestgehend bekannt: Wechselnde Düngerqualitäten machen der Praxis anständig zu schaffen! Jeder Warenumschlag, besonders bei loser Ware, bedeutet erneuter Kontakt zur Luftfeuchtigkeit, mechanische Belastung und die Gefahr der Korngrößenfraktionierung. Somit sind auch Einstellempfehlungen der Hersteller aus Streutabellen oder Laboranalysen meist nicht ausreichend.

Die Optimierung der Querverteilung ist gerade bei einer (gesetzlich) reduzierten Düngung wichtig. Das klassische Aufstellen von Prüfschalen ist oft umständlich, kostet Zeit und Nerven. Gleichzeitig lässt sich der Nutzen nicht sofort monetär darstellen. Alternative Lösungen mit Prüfmatten (siehe auch top agrar 06/2018) verschaffen schon eine erhebliche Verbesserung im Arbeitsablauf, bieten aber auch einige Tücken. Und die schlechte Nachricht gleich vorweg: Auch die Anschaffung eines Sensorsystems am Düngerstreuer befreit den Fahrer nicht völlig vom Auslegen der Schalen bzw. Matten. Der Zeitaufwand für die Grundeinstellung der Maschine ändert sich somit in der Praxis kaum. Die Querverteilungs-sensoren benötigen eine regelmäßige Grundkalibrierung. Viele Landwirte fragen sich, wo dann noch der Vorteil dieser Technik liegt und ob sich eine Investition in diese Technik überhaupt rechnet.

Durchgängige Kontrolle

Bei inhomogener Ware kann eine morgendliche, klassische Querverteilungsmessung keine ganztägig optimale Düngerverteilung sicherstellen. Genau hier setzen die Vorteile der Sensoren ein. Ändern sich die physikalischen Düngereigenschaften und somit die Verteilung, sollen die Radarsensoren dies erkennen und die reale Arbeitsbreite nachjustieren.

Hier muss man allerdings berücksichtigen, dass es sich nur um eine Kontrolle des Abflugpunktes von der Streuscheibe handelt. Da Abfluggeschwindigkeit, Flugbahn und Witterung Einfluss auf die fliegenden Düngerkörner haben, lässt sich somit der Landepunkt nicht sicher bestimmen. Die aktuellen Sensoren können nur eine Verbesserung, aber keine Perfektion bieten. Somit bleiben die Grundregeln zum Düngerstreuen auch weiterhin erhalten:

  • Dünger mit guter Qualität kaufen und anschließend kontrollieren.
  • Den technischen Zustand des Düngerstreuers regelmäßig überprüfen.
  • Grenzen bei der Witterung erkennen und beachten, vor allem die Windgeschwindigkeiten.

Grundsätzlich gleiche Technik

Der technische Aufbau ist bei beiden Herstellern relativ gleich. Radarsensoren erfassen kurz nach Verlassen der Streuschaufeln die abfliegenden Düngerkörner. Die auf diese Weise gemessene Aktivität am Sensor ermöglicht es, das aktuelle Abflugbild an der Scheibe zu berechnen....


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