Schlauer fahren mit wenig Drehzahl und Strom Plus

Saubere Diesel mit niedriger Drehzahl und das erste CVT-Getriebe mit einer Kombi aus mechanischem und elektrischem Antrieb sind die wichtigsten Messetrends.

Viele Agritechnica-Besucher wollen dicke Traktoren sehen. Dabei steckt die Leistung der Konstrukteure eigentlich nicht in erster Line in ein paar PS mehr. Vielmehr geht es darum, die Maschinen intelligenter, effizienter und sauberer zu machen.

Die nächste Abgasstufe ist die Stufe V, nachdem alle Firmen die zunächst „finale“ Stufe IV erreicht hatten. Seit Beginn der Abgasgesetzgebung ging es darum, Kohlenmonoxid, Stickoxide und Rußemissionen zu minimieren. Die aktuelle Norm kümmert sich auch um den Feinstaub. Das bedeutet, dass einige Hersteller, die bisher nur mit einem SCR-System, also AdBlue, auskamen, einen Filter im Abgassystem ihrer Traktoren einbauen müssen.

Teils handelt es sich dabei um einen sogenannten Soot-Cat (SC), der direkt in die Abgasanlage integriert ist. Diese Feinfilter sollen sich einfach regenerieren, indem die Motorelektronik über eine Stauklappe die Abgastemperatur erhöht und so den Filter „freibrennt“.

Generell wachsen die Elemente der Abgasnachbehandlung immer weiter zusammen und werden kompakter. Bei vielen Traktoren lassen sie sich mittlerweile wieder im Auspufftopf zusammenfassen. Sie wandern an die Seite, die Hauben werden wieder flacher, die Sicht wird besser.

Abgasstufe V kommt

Mit einem Perkins-Motor der Stufe V ist der neue Lintrac 130 unterwegs – der bisher stärkste Schlepper des Herstellers aus Österreich. Aus den 3,6 l Hubraum holt das Triebwerk 136 PS. Der Lintrac ist mit seinem stufenlosen ZF-Getriebe bis 50 km/h unterwegs. Die Maschine hat eine Vierradlenkung.

Die neue Baureihe 6700 S von MF mit fünf Modellen von 135 bis 180 PS kombiniert einen Dieseloxidations-Katalysator (DOC) plus AdBlue-System mit einem SC.

Viele Traktorenhersteller nutzen den Schritt zur neuen Abgasnorm, um aus den Triebwerken mehr Leistung herauszukitzeln. So ist auch der 6700 S mit ​einem Vierzylinder-Motor von Agco-Power unterwegs. Die Schwestermarke Valtra erreicht mit dem Vierzylinder N174 geboostet nach eigenen Angaben sogar die 200 PS-Marke. Der Trend zu immer mehr Leistung aus dem gleichen Hubraum lässt sich unter dem Begriff Downsizing fassen.

Auf der anderen Seite gibt es auch treue Fans von Sechszylindern, deren Leistung sich auf dem Niveau der hochgezüchteten Vierzylinder bewegt. Steyr stellt z.B. in Hannover einen kompakten Sechszylinder der Baureihe Profi vor. Der 6,7 l FPT-Motor liefert mit Boost bis zu 175 PS ab. Auch bei anderen Herstellern gibt es ähnliche Konzepte.

Sehr interessant sind die neuen 6M-Traktoren von John Deere mit Vier- und Sechszylindermotoren von 100 bis 216 PS maximaler Leistung. Sie ersetzen die bisherigen 6M, 6MC und 6RC. Besonders auffällig sind die vier Vierzylinder zwischen 90 und 120 PS, die durch ihren Radstand von nur 2,40 m besonders wendig sein sollen. Zudem bietet die flache Haube bessere Sicht für Frontladerarbeiten. Alle Modelle fahren mit einer deutlich überarbeiteten Kabine und lassen sich jetzt auch mit einer kompakten Version des CommandArm sowie elektrischen Steuergeräten ordern. Die Konstrukteure haben außerdem die Nutzlast erhöht.

Universal wird stärker

Generell wird die Klasse zwischen 180 und 250 PS noch mehr zum Universaltraktor: von Transporten über Bodenbearbeitung bis hin zu Pflegeeinsätzen.

Case IH zeigt in Hannover die neuen Pumas der Abgasstufe V mit bis zu 240 PS. McCormick stellt den X7.624 VT-Drive vor, einen Traktor mit 240 PS-FPT-Motor und stufenlosem ZF-Getriebe. Auf dem Stand des Herstellers Argo steht auch der McCormick X8 VT-Drive. Damit umfasst diese Baureihe drei Modelle mit 264, 286 und 310 PS.

Je höher die Drehzahl des Dieselmotors, desto höher ist sein spezifischer Verbrauch. Auch viele Traktoren mit Schaltgetriebe erreichen ihre Höchstgeschwindigkeit bereits deutlich unter der Nenndrehzahl. Interessant ist auch das Niedrigdrehzahlkonzept, das Fendt zuerst bei den MAN-Motoren in der Baureihe 1000 Vario vorgestellt hat.

Mittlerweile sind auch die Traktoren der neuen Fendt-Baureihe 900 Vario damit unterwegs. Es gibt fünf Modelle mit bis zu 415 PS. Die Nenndrehzahl der MAN-Triebwerke liegt bei nur 1700 U/min, das maximale Drehmoment von 1970 Nm liegt bei 1100 U/min. Der Common-Rail-Druck erreicht übrigens 2500 bar.

Einige Anbieter haben die Leistung bei den Top-Standardtraktoren über die Grenze von 400 PS gehoben. Damit sollen die Fahrzeuge auf dem Feld und auch bei schnellen Straßentransporten...


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen