Schleppen oder Schlitzen?

Bodennah ist klar. Jetzt stellt sich die Frage, ob man das Gras mit dem Schleppschuh oder besser mit einem Schlitzgerät zum Wachsen bringt. Wir haben beide Systeme für die gezielte Gülledüngung untersucht.

Das Wort „Düngeverordnung“ gehört zu den meistgeschriebenen und -diskutierten der letzten Zeit. Inzwischen sind die Würfel gefallen. Jetzt geht es um die Umsetzung. Zumindest bei der Ausbringung sollte jeder Betrieb wissen, was künftig auf ihn zukommt: Die Gülle muss auf oder in den Boden!

Nach den Ackerinjektoren im letzten Jahr (top agrar 4/2016) geht es nun um die effiziente Gülledüngung auf dem Grünland. Schleppschuh oder Schlitzgerät – welches System ist besser? Als Nullvariante haben wir diese beiden Geräte mit dem Prallteller verglichen.

Das Auslaufmodell:

Die Emissionen bei der Breitverteilung sind ihr großer Hemmschuh. Beim Ausbringen mit dem Prallteller wird Ammoniak freigesetzt – Stickstoff, der den Gräsern später nicht mehr zur Verfügung steht, aber in die Bilanz eingeht. Diesen Verlust mineralisch auszugleichen, ist künftig nur noch eingeschränkt möglich. Deshalb wird die Breitverteilung auf bewachsenem Boden verboten. Das Positive: Die bodennahen Alternati-ven bringen Ertrag – das ist nicht neu, wir konnten es in unseren Feldversuchen aber wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellen.

In den letzten Jahren hat sich auf Grünland vor allem der Schleppschuh durchgesetzt. Diese Verteiler legen die Gülle unterhalb der Stängel und Blätter direkt auf dem Boden ab. 12 bis 15 m Arbeitsbreite sind mittlerweile Standard, Profi-Gestänge erreichen heute sogar bis zu 30 m. Demgegenüber stehen Schlitzgeräte. Schneidscheiben öffnen den Boden und bringen die Gülle direkt in die Schlitze. Scheibenschlitzgeräte sind schwerer und teurer, ihre Arbeitsbreite bleibt unter 12 m. Was ist effektiver?

Bodennah:

Wie bei all unseren Systemvergleichen bedienten wir uns bei beiden Geräten desselben Herstellers. Die bodennahen Verteiler haben wir hinter einem 14,5 m3 großen Tandem-Güllewagen mit Verdrängerpumpe von Joskin eingesetzt:

  • Schleppschuh „Pendislide“ mit 15 m Arbeitsbreite
  • Scheibenschlitzgerät „Solodisc“ mit 6 m Breite.

Für beide Geräte ist bei Joskin ein 4-Punkt-Hubwerk am Güllefass Voraussetzung.

Der nach unten strahlende, also derzeit noch erlaubte Prallteller mit 12 m Streubreite für die Nullvariante stammte von unserem Testbetrieb in der Wesermarsch, Niedersachsen. Das Güllefass für die Breitverteilung hatte das gleiche Volumen, die gleiche Bereifung und ebenfalls eine Verdrängerpumpe. Auch bei diesem Vergleich lassen sich die Ergebnisse unseres Feldversuchs natürlich auf ähnliche Systeme anderer Hersteller übertragen.

Die Versuchsanlage:

Der zweite Schnitt räumte auf unserem Betrieb im letzten Jahr erst im Juli. Das Schnittbild unserer Testfläche war sehr sauber, das Gras begann nach der Ernte schnell und gleichmäßig wieder auszutreiben. Sechs Tage nach dem Schnitt konnten wir dann 15 m3/ha Gärsubstrat (7,8%...

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