Senkrecht oder waagerecht? Plus

Bei den Streuwerken von Festmiststreuern splittet sich der Markt zwischen stehenden Fräswalzen und liegenden in Kombination mit Streutellern. Wir haben die beiden Streuwerke miteinander verglichen.

Gerade bei der Eigenmechanisierung liegen Tiefbettstreuer momentan im Trend. Beim Streusystem hat der Kunde die Qual der Wahl. Stehende Fräswalzen mit direktem Auswurf oder liegend angeordnete Walzen mit zusätzlichen Streutellern? Welches System streut besser und wie vielseitig sind die Systeme? Für einen Systemvergleich haben wir im letzten Frühjahr deshalb zwei Tiefbettstreuer von Joskin mit gleichem Kasten aber unterschiedlichen Streuwerken eingesetzt.

Gleicher Kasten

Für den Test stellte uns Joskin die Tiefbettstreuer Tornado3 T5513/14 V zur Verfügung. Der Kasten der beiden Streuer ist identisch. Die konisch geformte Wanne ruht auf einem durchgängigen Rahmen. Die Achsen von ADR sind ohne Federn direkt darunter verschraubt und bieten eine zulässige Achslast von 10 t. Schönes Detail: Die Achse lässt sich über ein Lochraster am Rahmen in Längsrichtung verstellen. Damit ist die Stütz- bzw. Achslast für verschiedene Schlepper einstellbar. Die Kuppelhöhe der Deichsel lässt sich ebenfalls verstellen. Über einen zentralen Bolzen kann man die Neigung einfach in zwei Positionen für kleinere oder größere Schlepper anpassen. Eine Blattfeder quer zur Fahrtrichtung fängt Stöße auf die Deichsel ab. Zusammen mit der zulässigen Stützlast von 4 t kommen die Streuer auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 14 t. Bei einem Leergewicht von ca. 7,2 t bleiben für die legale Straßenfahrt noch 6,8 t Nutzlast. Bei leichterem Stallmist (z.B. Pferdemist) benötigt man die kompletten 13 m³ der Wanne, um den Streuer auszuladen. Technisch liegt die zulässige Achslast bei 15,8 t (bei 40 km/h), womit man den Streuer auch mit schwererem Material auf dem Acker mit bis zu 12,6 t beladen kann.

Bei den Tornado3-Streuern setzt Joskin auf einen einteiligen, 1,45 m breiten, hydraulisch angetriebenen Kratzboden. Der Hydraulikmotor dafür arbeitet hinten am Streuer. Die Förderstäbe bestehen aus Rechteckrohren mit jeweils abgeflachten Enden. Zwei Schrauben an jeder Seite verbinden sie mit den Zugketten. Damit lassen sich auch einzelne Förderstäbe auswechseln – gut. Pluspunkte gibt es auch für das Einstellen der Kratzbodenspannung. Dafür haben die Streuer vorne am Fahrzeug seitlich jeweils eine Hülse mit einer Lehre – einfach und gut. Der Boden aus verzinktem Stahlblech lässt sich für Reparaturen oder bei Verschleiß wechseln. Vor den Streuwerken schirmt jeweils ein 1,43 m breiter, hydraulischer Schieber den Kasten vom Streuwerk ab.

Stehend Einfach

Der Tornado3 mit stehenden Walzen war im Test recht einfach ausgestattet. Eine höhere Ausstattung mit Bedienterminal und Load-Sensing-Hydraulik gibt es optional. Das Bedienpult Ferti-Control 300 unseres einfachen Streuers besteht lediglich aus einem Drehpoti für die Kratzbodengeschwindigkeit sowie einem Schalter zum Ein- und Ausschalten des Kratzbodens. Stauschieber, Kratzboden sowie Schutzgitter im Heck werden jeweils mit einem Steuergerät vom Schlepper einzeln angesteuert. Zusammen mit dem hydraulischen Stützfuß sind so vier dw-Steuergeräte notwendig. Den Stauschieber mussten wir im Test nach Gefühl einstellen. Eine mechanische Anzeige der Schieberöffnung gibt es zukünftig serienmäßig. Der Antrieb der Walzen erfolgt über ein Verteilergetriebe direkt von der Zapfwelle aus. Je eine Rutschkupplung sichert die Walzen vor Überlast. Rutscht die Zapfwellenkupplung, muss der Fahrer den Kratzboden ausschalten. Denn er stoppt bei einer Störung nicht automatisch. Will man den Kratzboden reversieren, muss man das Steuergerät einfach anders herum bedienen.

Die abgestuften Windungen auf den beiden Streuwalzen sind durchgehend. Jede Walze ist mit 27 geschraubten Messern ausgestattet, die beidseitig nutzbar sind – gut. Inklusive Messer haben die Walzen einen Durchmesser von 1,02 m. Bei dem Abstand der Walzen von 87 cm (Mitte Walze zu Mitte Walze) überlappen sich diese 15 cm. Jede Walze ist zusätzlich mit zwei beweglichen...


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