Striegeln und hacken: Worauf es dabei ankommt Plus

Immer mehr Betriebe interessieren sich für die mechanische Unkrautbekämpfung. Wir haben drei Profis besucht und diskutiert, wie man Zinken- und Rollstriegel sowie Hacken am besten einsetzt.

Beim Einsatz von Striegeln und Hacken muss vieles passen, damit die Maßnahme sitzt: Der Bestand, das Wetter, Einstellung, Fahrgeschwindigkeit und schließlich das Gerät selbst.

Vor allem größere Biobetriebe setzen bei der mechanischen Unkrautbekämpfung nicht nur auf ein Gerät. Viele nutzen mittlerweile verschiedene Maschinen, um je nach Witterung, Kultur und Verunkrautung das passende Werkzeug zu haben. Denn die Zeitfenster sind klein. Eine weitere Herausforderung sind die Fruchtfolgen mit oft mehr als 15 Kulturen.

Wir wollten wissen, wie Profis Zinkenstriegel, Rollstriegel und Hacke nutzen und in ihre Ackerbaustrategie einbinden. Wir haben gezielt nach Bio-Betrieben gesucht, die alle Gerätetypen einsetzen und miteinander vergleichen können:

  • Armin Meitzler und Monika Meitzler-Stöhr in Spiesheim im Weinbaugebiet Rhein-Hessen. 230 ha, Ackerbau und Weinbau.
  • Christoph Förster, 300 ha, Gut Marienborn in Büdingen am östlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets. Ackerbau und Schweinemast.
  • Thomas Schubert, Gut Döllnitz in Halle an der Saale, 700 ha Ackerfläche plus Wald.

Welche Schwerpunkte die einzelnen Betriebe setzen, lesen sie in den drei Reportagen am Ende dieses Beitrages. Die Erfahrungen und Einsatzgrundsätze für die drei Gerätetypen fassen wir hier zusammen.

Der aggressive Rollstriegel

Auf vielen Betrieben macht der Rollstriegel im Frühjahr den Anfang. Das Ziel: Die Beikräuter bekämpfen und vor allem auch die Krusten brechen. Der Boden soll oberflächig durchlüftet werden, um das Bodenleben zu fördern und Nährstoffe verfügbar zu machen.

Beim Rollstriegel gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Bauformen. Der herkömmliche Rollstriegel arbeitet mit paralellen, drehenden Kunststoffscheiben und sternförmig angeordneten Zinken. Die Zinkensterne sind schräg zur Fahrtrichtung angestellt und rotieren bei der Fahrt. Die Wirkung ist eine Kombination von Ausreißen und Verschütten. Durch die einzelne Aufhängung können sich die Sterne gut dem Boden anpassen. Der Anpressdruck und damit die Eindringtiefe der Zinken bzw. der Bearbeitungseffekt lassen sich hydraulisch während der Fahrt einstellen. Der Grat zwischen gutem Arbeitseffekt und Schäden an den Kulturen ist schmal – hier ist echtes Fingerspitzengefühl gefragt.

Der 9,20 m breite Einböck-Striegel der Meitzlers wiegt etwa 1,5 t, Traktoren mit rund 80 PS kommen gut damit klar. Christoph Förster setzt ein 12 m breites Gerät ein. Auf dem Betrieb von Thomas Schubert laufen zwei unterschiedliche Geräte mit rollenden Werkzeugen: Ein Rollstriegel und eine Rotary Hoe des US-amerikanischen Herstellers Yetter. Hier sind die Zinken am Ende löffelförmig gebogen und nicht ganz so aggressiv wie die spitzen Zinken. Die Schuberts setzen die Hoe erfolgreich z.B. in Soja ein. Dazu gehören Strategie und Geduld: „Drei bis fünf Tage vor der Saat bearbeiten wir den Boden generell nicht mehr. Dann säen wir mit der Scheibendrille direkt in diesen Boden und gucken genau, was passiert. Da muss man warten können, wie ein guter Jäger. Am besten geht es, wenn die Soja gerade erst beginnt zu keimen, das Unkraut aber schon im Fadenstadium ist. Würden wir direkt vor bzw. bei der Saat den Boden bearbeiten, liefe alles gleichzeitig auf.“ Entweder ist die Maßnahme dann nicht effizient oder die Kultur nimmt Schaden. Außerdem wichtig für den Erfolg: Es sollte mindestens zwei Stunden nach der Durchfahrt richtig trocken sein. Aber Achtung, bei zu aggressiver Einstellung oder wenn die Kultur kurz vor dem Auflaufen ist, kann es zu schweren Schäden kommen. Das gilt für alle Rollstriegel.

Das Ganze funktioniert nach Erfahrungen der Schuberts auch einmal in Kartoffeln und sogar im wachsenden Mais, bei dem Thomas...

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