Landtechnik

top agrar System-Vergleich - Ist der Rotor der bessere Schüttler?

Rotor im Vergleich zum Schüttler: Zwei Mähdrescher – zwei Abscheidesysteme

Zwei Mähdrescher – zwei Abscheidesysteme: Wie leistungsfähig ist der Rotor im Vergleich zum Schüttler und was macht er mit dem Stroh? Wir sind mit zwei (un)gleichen Tucanos in die Ernte gezogen.

Auch wenn sie sich auf den ersten Blick ähneln wie Zwillinge – die Abscheidung der beiden Mähdrescher ist komplett unterschiedlich: Der Tucano 450 arbeitet mit sechs Schüttlern, während beim Tucano 470 ein Rotor die Restkornabscheidung übernimmt. Hybrid heißt diese Technik bei Claas, sie vereint das tangentiale APS-Dreschwerk mit einer axialen Abscheidung per Rotor.

Der Rotor hinter dem Dreschwerk gilt im Vergleich zum Schüttler als leistungsfähiger, weil er die restlichen Körner aus dem Stroh durch Zentrifugalkräfte abscheidet (Zwangsabscheidung). Ein Vorteil bei immer kürzeren Erntefenstern und zunehmend grünem Stroh, denn dann ist Leistung vom Mäh­drescher gefordert. Hier stößt die Schüttler-Technologie mit ihrer Schwerkraftabscheidung an ihre Grenzen.

Auf der anderen Seite gewinnt die Strohernte wieder massiv an Bedeutung. Stroh ist – auch durch energetische Nutzungsformen – gefragt wie lange nicht mehr und dementsprechend teuer. Die klassischen Strohregionen setzen deshalb oft noch auf den schonenden Schüttler. Sorge in der Praxis: Der Rotor zerstört das Stroh.

Wir haben beide Abscheide-Systeme ausführlich miteinander verglichen. Die Kernfragen unseres Vergleiches zwischen den beiden Techniken waren:

  • Der Korndurchsatz
  • Der Dieselverbrauch
  • Die Strohqualität

Unseren Systemvergleich haben wir gemeinsam mit Claas auf den Flächen des Betriebes „Ackerbau und Dienstleistungen Vorharz“ (ADV) im Landkreis Wolfenbüttel durchgeführt. Hier standen uns Teilflächen der insgesamt 100 ha Wintergerste und 400 ha Winterweizen des Marktfruchtbetriebes zur Verfügung.

Dank einer äußerst unbeständigen Druschsaison konnten wir unsere beiden Tucanos über eine komplette Ernte unter allen denkbaren Bedingungen testen: Von 18 % feuchter Gerste mit zähem und grünem Stroh bis hin zu richtig reifem Weizen mit trockenem Stroh war alles dabei. Ständiger Begleiter: Die nächste Regenfront.

Wie viel Durchsatz?

Unsere Durchsatzmessungen bestanden aus mehreren Parzellen-Versuchen sowie „Langzeitversuchen“ über mindestens zwei oder mehr Hektar. Die Parzellen waren 133,3 m lang. Multipliziert mit der Schneidwerksbreite von 7,5 m der beiden Drescher haben wir so immer genau 0,1 ha pro Parzelle geerntet.

Die Bestände sowohl in der Gerste als auch im Weizen waren sehr homogen, die Ertragsschwankungen in beiden Früchten minimal. Während unserer Versuche haben wir die Stoppellänge beider Schneidwerke immer identisch eingestellt und kontrolliert.

Bei unseren Durchsatzmessungen sollten die beiden Drescher-Fahrer, die unseren Versuch über die Saison begleitet haben, das Maximum aus ihren Maschinen holen. Die Rotordrehzahl des Tucano 470 war bei diesen Messungen immer auf Höchstdrehzahl eingestellt. Einzige Vorgabe: Die 1 %-Verlustgrenze durfte während der Messfahrten nicht überschritten werden. Um das zu überwachen, haben wir bei beiden Mähdreschern die Durchsatz-Kontrollgeräte kalibriert und die Verluste immer mit mehreren Prüfschalen gleichzeitig kontrolliert.

Um das aufgefangene Material der Prüfschalen schnell auszuwerten, hat uns die Versuchsabteilung von Claas eine...

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