AGCO präsentiert neu entwickelten Mähdrescher IDEAL für Fendt und MF

Der Landmaschinenkonzern AGCO hat am Dienstag in Breganze (Italien) seine neue Mähdrescherbaureihe IDEAL vorgestellt. Die Modelle 7 (451 PS, AGCO Power), 8 (538 PS, AGCO Power) und 9 (647 PS, MAN) sind ab 2018 im einheitlichen grau für die Marken Fendt, Massey Ferguson und Challenger erhältlich.

Der Landmaschinenkonzern AGCO hat am Dienstag in Breganze (Italien) seine neue Mähdrescherbaureihe IDEAL vorgestellt. Die Modelle 7 (451 PS, AGCO Power), 8 (538 PS, AGCO Power) und 9 (647 PS, MAN) sind ab 2018 im einheitlichen grau für die Marken Fendt, Massey Ferguson und Challenger erhältlich.
 
Wie das Unternehmen erklärte, hätten die Ingenieure auf Basis von weltweiten Praktikerbefragungen alle Kundenwünsche zusammengeführt und anhand dieser Anforderungen einen Mähdrescher von Grund auf neu entwickelt. Maßgeblich soll Fendt hierbei mitgewirkt haben. Besonderheit der Maschine mit Raupenlaufwerk sind:

  • Helixrotor
  • Reinigungssystem
  • hohe Bunkerkapazität und hohe Entladeleistung
  • intelligente Vernetzung und Steuerung der Drescheinstellungen per Tochscreen (Real Time Visualisation) und Anbindung an ein Servicecenter
  • einfacher Transport, kompakte Maße und schnelles Ankuppeln des Schneidwerks
  • Design
 
Helix Dresch- und Abscheidesystem
 
Neu ist das Helix Dresch- und Abscheidesystem. Mit 4,84 m sei der Rotor der derzeit längste am Markt, so AGCO weiter. Er hat einen Durchmesser von 600 mm.

Um das Erntegut äußerst schonend zu behandeln und um eine konstante Belastung des Rotors zu gewährleisten, sind die Einzugswindungen, Dreschleisten und die Rotorfinger spiralförmig um den Rotor angeordnet, ähnlich wie bei einer DNA.

Der Prozessor soll deutlich weniger Kraft benötigen und maßgeblich den Durchsatz und die Maschineneffizienz bei hoher Stroh- und Kornqualität steigern. Die Mähdrescher IDEAL 8 und 9 arbeiten mit dem Dual Helix Dreschwerk mit zwei Rotoren, der Fendt IDEAL 7 mit dem Single Helix Dreschwerk und einem Rotor.
 
IDEALbalance: Zwei Rücklaufböden für optimale Reinigung

Eine weitere Innovation für den Fendt Mähdrescher IDEAL ist der Einbau eines zweiten Rücklaufbodens im vorderen Bereich des Dreschwerks. Dadurch wird der Vorbereitungsboden bereits weit vorn mit Erntegut gefüllt. Der hintere Rücklaufboden fängt das Material aus dem Abscheidebereich auf und verteilt es im hinteren Bereich. So werde die gesamte Länge des Vorbereitungsbodens optimal genutzt, das Erntegut sehr gleichmäßig verteilt und die Leistung maximiert, heißt es weiter.

Dass beide Rücklaufböden dazu noch gewölbt sind, ermögliche auch bei Hanglagen einen optimalen und gleichbleibenden Durchsatz. Bei einer Neigung bis 15 Prozent würden sich die Verluste gegenüber herkömmlichen Mähdreschern verringern; zusätzliche Einstellungen durch den Fahrer seien nicht erforderlich.
 
Streamer mit größtem Korntank und hydraulischer Verstellung der Entleerungsrate

Der Fendt IDEAL ist mit dem größten Korntank ausgestattet, den es am Mähdreschermarkt gibt, erklärten die Ingenieure in Breganze weiter. Er hat ein Fassungsvermögen von 17.100 l. Die Entleerungsleistung gibt der Hersteller mit 210 l/s an. Das Abtankrohr lässt sich über die ScrollSwing-Steuerung per Drehrad am Multifunktionsjoystick während des Überladevorgangs feinfühlig hin und her bewegen.
 
Durch den schmalen Fahrzeugrahmen von 1,40 m hält der IDEAL die aktuellen Verkehrsvorschriften mit maximalen Außenbreiten von unter 3,30 m und 3,50 m ein. Das Modell 9 erzeuge schon bei einer max. Außenbreite unter 3,30 m mit dem 26 Zoll TrackRide Raupenfahrwerk eine Aufstandsfläche von 2,55 m² und sorge so für einen geringen Bodendruck, so die Techniker.
 
AutoDock koppelt Schneidwerk in fünf Sekunden
 
Erstmals vorgestellt hat das Unternehmen die automatische Schneidwerksverbindung AutoDock. Hierbei wird das Schneidwerk schnell und sicher an den Mähdrescher IDEAL angekoppelt: Bequem von der Kabine aus und nur über einen Tastendruck auf dem Terminal werden die mechanischen, elektrischen und hydraulischen Verbindungen in nur 5 Sekunden verbunden.
 
Die automatische Schneidwerkverbindung funktioniert mit einem RFID-Code, dem Ag Tag, der an jedem Schneidwerk angebaut ist. Damit erkennt der Mähdrescher automatisch, um welches Schneidwerk es sich handelt. Im Menü auf dem Varioterminal 10.4‘‘ ruft der RFID-Code die letzten Einstellungen für das Schneidwerk auf, zum Beispiel Abmessungen und Empfindlichkeitseinstellungen für die automatische Schneidwerksregelung. Das neue PowerFlow-Schneidwerk ist jetzt mit einer maximalen Arbeitsbreite von 12,20 m verfügbar.
 
IDEALharvest visualisiert Erntegutfluss in Echtzeit
 
Das System IDEALharves ermöglicht dem Mähdrescher mit akustischen Masse-Sensoren (MADS) den Auslastungszustand des Dreschwerks und Reinigung in Echtzeit darzustellen. Die Sensoren sind entlang der Rotoren und des Siebkastens angebracht und erkennen einerseits den Erntegutfluss innerhalb der Maschine sowie entstehende Verluste.
 
Die Verwendung der MADS-Sensoren, kombiniert mit der Kornqualitätskamera erlauben die Anzeige von Körnerverlust, Bruchkornanteil und Kornreinheit. Der Fahrer sieht auf dem iPad anhand einer graphischen Darstellung in Echtzeit, ob sich mehr Material im vorderen oder im hinteren Bereich bzw. auf der rechten oder auf der linken Seite des Prozessors befindet.
 
Mit Hilfe der SmartConnect App kann er innerhalb eines graphisch dargestellten „magischen“ Dreiecks auf dem iPad seine individuelle Erntestrategie zwischen Bruchkorn, Körnerverlust und Reinheit auswählen. Darüber hinaus stellt der Fahrer das Verhältnis zwischen Maschinendurchsatz und Qualitäten ein. Die Maschine stellt sich anschließend fortlaufend gemäß dieser Vorgaben selbständig ein und reagiert damit in Echtzeit auf wechselnde Erntebedingungen. Beispielsweise kann das System IDEALharves beim Auftreten von Bruchkorn automatisch den Korbabstand und die Drehzahl der Rotoren verstellen.
 
Bei der Vision Kabine hebt AGCO den Platz, die guten Sichtverhältnisse sowie die Bedienungsfreundlichkeit hervor.
 
Service Desk in Marktoberdorf kontrolliert Maschinendaten

In Marktoberdorf baut Fendt derzeit ein Online-Service-Desk auf. Ein Team von fünf Mitarbeitern erhält dabei laufend Informationen von den eingesetzten Mähdreschern. Ziel der Pro Active-Strategie ist es ab 2018, Hilfestellung zu geben, bevor etwas schief geht in der Ernte. Bislang würden Techniker erst eingeschaltet, wenn es bereits zu einem Fehler oder Problem gekommen sei, so die Allgäuer. Durch die Vernetzung der Maschinen mit der Fendt-Zentrale beschreite man daher völlig neue Wege, was sich das Unternehmen 15 Mio. Euro kosten lässt. Übrigens lassen sich auch die Maschinen untereinander verknüpfen, so dass Einstellungen und Ergebnisse jederzeit übertragbar und einsehbar sind.
 
Geplant ist ein Verkauf von bis zu 1000 Mähdreschern pro Jahr in Europa aus dem Werk in Italien. Weitere 1500 sollen aus dem amerikanischen Werk für den Weltmarkt kommen. AGCO möchte mit dem IDEAL die bisherige Lücke bei den großen Mähdreschern schließen und als Fullliner ein nahezu vollständiges Landmaschinenangebot anbieten. Preise werden auf der Agritechnica bekanntgegeben. Eine Erweiterung der Plattformstrategie für die Zukunft ist denkbar.


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