AGCO will Preise für Landmaschinen anheben

Der amerikanische Landtechnikkonzern AGCO zeigt sich trotz des derzeit schwierigen Marktumfeldes mit dem zweiten Quartal zufrieden. In Nordamerika ist der Traktorenmarkt im Vergleich zum Vorjahr um 10 % und in Südamerika sogar um 30 % zurückgegangen. Der Markt in Europa hat im Vergleich dazu nur um 1 % abgenommen.

Der amerikanische Landtechnikkonzern AGCO  zeigt sich trotz des derzeit schwierigen Marktumfeldes mit dem zweiten Quartal zufrieden. In Nordamerika ist der Traktorenmarkt im Vergleich zum Vorjahr um 10 % und in Südamerika sogar um 30 % zurückgegangen. Der Markt in Europa hat im Vergleich dazu nur um 1 % abgenommen. Trotz des Rückgangs habe AGCO ein stabiles Ergebnis erreichen können. Die Umsatzrendite des zweiten Quartals 2016 lag über der des zweiten Quartals im Jahr 2015.
 
„Die Geschäftsbedingungen in Europa sind wirklich tough“, beschreibt AGCO-Manager Dr. Rob Smith die Marktsituation. „Die Absätze im zweiten Quartal waren in der Region EAME sehr gut. Wir konnten ein Plus von 5 % erzielen, obwohl der Markt um 1 % zurückgegangen ist.“
 
Für das Jahr 2017 kündigt Smith Preiserhöhungen in der Landtechnikbranche an. Grund dafür sind der Anstieg der Stahlpreise um 33 % in den letzten sechs Monaten sowie die gestiegenen Löhne in Deutschland.

Als richtigen Weg bezeichnete Smith zudem die Entscheidung, dass Fendt und MF jetzt ein Full-Line-Programm anbieten. Zum Portfolio zählen Traktoren, Mähdrescher, Ballenpressen und seit diesem Jahr auch die Grünfuttererntetechnik. Die Mähwerke, Wender, und Schwader kommen aus dem AGCO-Werk in Feucht, früher Fella.

"Geschäfte bei Fendt verlaufen planmäßig"

Fendt Marktoberdorf

Fendt Marktoberdorf (Bildquelle: Werkbild)

Das Marktumfeld ist schwierig. Daran ließ bei der heutigen Pressekonferenz in Marktoberdorf auch Peter-Josef Paffen, Vorsitzender der AGCO/Fendt Geschäftsführung keinen Zweifel. Dennoch würden die Geschäfte bei Fendt stabil und nach Plan verlaufen.

In Europa sieht der Hersteller weiteres Wachstumspotential und auch weltweit seien neue Ziele im Visier. „Das wirtschaftliche Umfeld für die Landtechnikindustrie bleibt herausfordernd“, sagte Paffen weiter. „Nach einer kontinuierlichen Verbesserung der Stimmung in kleinen Schritten im Jahr 2015 ging das Business Barometer in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wieder nach unten. In den Monaten Mai bis Juli blieb die Stimmung konstant. Die zukünftigen Erwartungen wurden im Juli erstmals wieder etwas besser eingeschätzt als die Monate zuvor. Das könnte darauf hindeuten, dass die Talsohle erreicht und die Stimmung in der europäischen Landtechnikindustrie zukünftig wieder besser werden könnte.“

Paffen: "Alles nach Plan"

Laut Paffen erreichte Fendt im Jahr 2015 einen Traktorenabsatz von 13.678 Einheiten. Zusammen mit den Fendt Erntemaschinen und einer strikten Ausgabendisziplin seien so ganz ordentliche Zahlen beim Umsatz und Ergebnis zusammengekommen, machte der Vorsitzende der Geschäftsführung deutlich.

Obwohl sich im laufenden Jahr 2016 der Wettbewerb um Stückzahlen und Marktanteile durch die anhaltend niedrigen Weltmarktpreise bei wichtigen landwirtschaftlichen Produkten weiter verschärft, fahre Fendt weiterhin planmäßig in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Ziel sei ein Absatz von 13.500 Fendt Traktoren, ein leicht steigender Absatz von Fendt Mähdreschern und Ballenpressen sowie ein stabiler Absatz der Feldhäcksler Fendt Katana.

Im Bereich Futtererntetechnik beginnt die Auslieferung der ersten Maschinen jetzt im September. Bis zum Jahresende gehen noch über 500 Fendt Mähwerke, Wender und Schwader in den Markt. Die Markteinführung für den Fendt Vario-Liner beginnt im Jahr 2017.

Europaweites Ziel: Zehn Prozent Marktanteil

Fendt

Fendt (Bildquelle: Werkbild)

Im Jahr 2015 ging der Traktorenmarkt in Deutschland nach einer mehrjährigen stabilen Phase um rund sieben Prozent deutlich zurück. „Mit 5.493 Zulassungen erreichten wir wie im Jahr zuvor einen Marktanteil von 17 Prozent. Im ersten Halbjahr 2016 stehen wir in der Traktorenliga mit einem Marktanteil von 19,7 Prozent an erster Stelle. Allerdings setzte sich die rückläufige Marktentwicklung aufgrund der niedrigen Investitionsbereitschaft mit einem Minus von 9,7 Prozent weiter fort. Unser Ziel ist, die gute Marktposition in Deutschland bis zum Jahresende zu halten, bzw. leicht auszubauen“, sagte Paffen.

Über 90 Prozent der Fendt Traktoren und Erntemaschinen gehen in die Region West- und Zentraleuropa. „Oberstes Ziel ist, mittelfristig den Fendt Marktanteil in Europa von aktuell 8,3 Prozent kontinuierlich auf zehn Prozent zu steigern. In Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweiz und Österreich fahren wir mit Fendt bereits gute Marktanteile zwischen zehn und knapp 20 Prozent ein. Diese zweistelligen Marktanteile wollen wir halten, stabilisieren und – wo auch immer umsetzbar – weiter ausbauen", erklärte der Manager.

Wachstumspotential sieht er nach wie vor in den EU-Ländern Großbritannien, Spanien, Italien, Skandinavien und in allen zentraleuropäischen Ländern, die im Schnitt bei rund fünf Prozent Marktanteil liegen. "Wir gehen davon aus, dass in jedem einzelnen Land in Europa ein Marktanteil von zehn Prozent für Fendt machbar ist.“


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