Für Sie Getestet

ATU 300: John Deere AutoTrac Universal-Lenksystem auf Fendt Vario

Mit dem AutoTrac Universal war John Deere von Anfang an auf dem Markt der nachrüstbaren Lenksysteme dabei. Wir haben das System mit Lenkradmotor in der dritten Generation getestet

Um die Vorteile eines Lenksystems auch auf älteren bzw. unvorbereiteten Schleppern nutzen zu können, bieten verschiedene Firmen Nachrüstsysteme an.

Preislich sind Lenkradmotoren gegenüber einem Lenkventil interessanter. Zudem lassen sich die Motoren einfacher auf andere Fahrzeuge umsetzen, unter anderem z.B. auch auf Mähdrescher. Doch nutzt man das Lenksystem nur, wenn es sich intuitiv bedienen lässt und ordentlich funktioniert. Genau das verspricht John Deere mit dem AutoTrac Universal (ATU).

Die neue Generation ATU 300 gibt es seit Anfang 2019. Im letzten Jahr hat John Deere das Lenksystem stark beworben. Dabei kostet das komplette Paket im „Sonderangebot“ 8.490 € (alle Preise exkl. MwSt.).

Darin sind der Empfänger SF 6000, das Terminal 4240, der Lenkradmotor ATU 300 sowie ein Kabelbaum enthalten. Wir haben es bestellt und im Sommer bei der Stoppelbearbeitung, beim Mähen und der Saat ausprobiert.

Aufbau beim Händler

Neben den Komponenten ist im Preis die Erstinstallation auf einem Schlepper enthalten. Wir haben das ATU auf einem Fendt Farmer 412 Vario von Baujahr 2004 aufbauen lassen.

Insgesamt hält John Deere für mehr als 600 Modelle eine Aufbauzulassung bereit. Je nach Lenksäule gibt es verschiedene Adapter, die der Händler mitordert. Der Lenkradmotor ist fest mit einem Lenkrad verbunden und ersetzt das originale. Dazu löst man die Hauptmutter in der Mitte des Lenkrades, zieht das Lenkrad ab und befestigt den Motor mit neuem Lenkrad wieder.

Damit dieser nicht mitdreht, fixiert ihn ein weiterer Halter an der Lenksäule, bei uns mit drei Innensechskant-Schrauben. Insgesamt eine sehr saubere Lösung. Etwas störend war aber, dass der Blinkerrücksteller des Fendt dann nicht mehr funktionierte. Auf einem Fendt 415 Vario TMS funktionierte der Rücksteller hingegen.

Das Terminal 4240 ließ sich bei uns an der B-Säule des Schleppers befestigen. Es sollte in guter Reichweite zum Fahrer liegen, um hier bequem die Einstellungen vornehmen zu können.

Den StarFire 6000-Empfänger positionierten die Techniker mittig am vorderen Kabinendach. Grundsätzlich sollte man den Empfänger möglichst weit entfernt von der Hinterachse des Schleppers anbringen. Denn so erfasst die Elektronik schneller Spurabweichungen. Für die Aktivierung der automatischen Lenkung gibt es einen Schalter, der ebenfalls griffgünstig liegen sollte.

Der funktionsfähige Aufbau ist innerhalb eines halben Tages erledigt. Wer den Kabelbaum dauerhaft unter der Verkleidung verlegt haben möchte, muss der Werkstatt einige (kostenpflichtige) Stunden extra geben oder selbst tätig werden.

Fahrzeugprofile anlegen

Beim ersten Start am Tag benötigt das Terminal 4240 ca. zwei Minuten. Das ist gefühlt sehr lange. Stellt man den Schlepper nur kurz aus, geht das Terminal in den Stand-by-Modus und ist anschließend wieder schneller aktiv.

Damit wir auch diese kürzere Zeit nicht warten mussten, haben wir es mit einem extra Schalter auf Dauerstrom und nicht auf die Zündung gelegt. Weiterer Vorteil dieser Lösung ist, dass man das System auch beim Starten des Schleppers auslassen kann, wenn man es nicht braucht.

Beim ersten Mal müssen einige Werte eingestellt werden. So ist ein Fahrzeugprofil anzulegen, indem man z.B. die Positionierung der Antenne vorgibt. Anschließend muss man eine kurze Kalibrierungsfahrt absolvieren.

Wir haben mit dem StarFire 1-Signal (SF1) gearbeitet. Dieses ist kostenlos und garantiert laut John Deere eine Spur-zu-Spur-Genauigkeit von ±15 cm. Im Test auf freier Fläche erreichte das System eine Signalqualität von 70% nach fünf Minuten, 90% nach zehn Minuten.

Vor der Arbeit muss man ein Arbeitsgerät auswählen, bzw. zuerst anlegen. In das...