John Deere

Datensicherheit: Industrie und Handel werben um Vertrauen der Landwirte

Bei einer Konferenz ging es kürzlich um die Datensicherheit bei der landwirtschaftlicher Software und Landtechnik. Industrie und Handel betonen die hohe Sicherheit. Teilen muss man Daten allerdings.

Betriebsindividuelle Daten, die im Zuge der Digitalisierung auf dem Feld anfallen, gehören einzig und allein dem Landwirt. Das hat Stefan Stahlmecke von der John Deere Intelligent Solutions Group (ISG) bei der Digital Farming Conference (DFC) festgestellt.

John Deere garantiere seinen Kunden die volle Datensouveränität, erläuterte der ISG-Regionaldirektor bei einer Podiumsrunde im Rahmen der Konferenz. „Der Landwirt kann individuell entscheiden, wann, mit wem und welche seiner Daten er teilen will“, so Stahlmecke.

Um vollumfänglichen Datenschutz zu gewährleisten, seien auf den digitalen Plattformen von John Deere diverse Zutrittsschranken und Sicherungsmechanismen eingebaut.

Nach Beobachtung von Myriam Rapior von der BUNDJugend machen sich die Landwirte in Deutschland „ganz viele Gedanken über die Sicherheit ihrer Daten“. Dagegen sei es vielen Berufskollegen in den USA oder andernorts mehr oder minder egal, was mit ihren Daten passiere. Rapior geht davon aus, dass die unbedachte Weitergabe digitaler Daten vor allem für kleinere Betriebe gefährlich ist, da diese schneller in neue Abhängigkeiten von der Industrie geraten können.

Politik in der Pflicht

Jörg Migende von der BayWa AG wies bei der DFC-Podiumsrunde darauf hin, dass das deutsche Datenschutzgesetz auch für kleinere Betriebe gelte. Aber unabhängig von der Betriebsgröße seien Landwirte auf einen seriösen Partner vor Ort angewiesen, erklärte Migende, der bei dem Münchner Konzern die Digital Farming-Aktivitäten verantwortet.

Aus Sicht von Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick vom Bundeslandwirtschaftsministerium ist das Teilen von Daten grundsätzlich notwendig. Ohne gemeinsamen Zugriff auf Daten wären Fortschritte bei Technologien wie Smart Farming gefährdet. Gerade deshalb sei die Politik in der Pflicht, einen gesetzlichen Rahmen für die Datennutzung durch Industrie und Wissenschaft zu setzen, erklärte die Grünen-Politikerin.

Konkreter Nutzen gefragt

Einer Bitkom-Umfrage unter 500 Betriebsleitern zufolge sind Landwirte aber grundsätzlich skeptisch, was das Teilen betriebsindividueller Daten angeht. Damit Betriebsleiter ihre Daten an Industrie oder Wissenschaft weitergeben, braucht es demnach schon einen konkreten Eigennutzen. Als ein solcher Vorteil für den eigenen Betrieb wird von 70 % der befragten Landwirte ein reduzierter bürokratischer Aufwand verstanden. Für immerhin 57 % der Befragten würde sich die Weitergabe von Daten lohnen, wenn dadurch Schäden an Betriebsmitteln frühzeitig erkannt und behoben werden könnten.

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