Netz als Engpass

Digitalisierung: Schlechte Internetverbindung bleibt Ärgernis für Landwirtschaft Plus

Familie Witte setzt an vielen Stellen auf moderne und vor allem digitale Technik. Noch bremst aber der limitierte Internetzugang die Entwicklung.

Bei uns bestimmt das Netz, wie intensiv wir unseren Betrieb weiter digitalisieren“, sagt Patrick Witte. Mit dem Abschalten des ISDN-Netzes blieben dem Betrieb im westfälischen Rheda-Wiedenbrück, Kreis Gütersloh, zwei Kupferleitungen zum Telefonieren.

Der Zugang zum Internet läuft nur per Mobilfunk, immerhin mit 4 G, aber mit begrenztem Datenvolumen. Diese Lösung ist ein Kompromiss. Gerade während der Coronakrise fiel die Verbindung zwischen 8 Uhr bis spät abends oft aus. Familie Witte hofft, dass sie 2021 Anschluss an das Glasfasernetz bekommt. Trotz dieser Bremse ist der Familienbetrieb in vielen Bereichen bereits sehr modern aufgestellt:

  • Die Fütterung der 120 Milchkühe und der Kälber übernimmt ein Fütterungsroboter von Wasserbauer. Auf den Spalten ist ein Roboter von Lely unterwegs. Außerdem setzt der Betrieb ein System zur Brunstüberwachung ein.

  • Familie Witte ist in der Putenmast aktiv: 10.000 Kükenplätze und 10.000 Mastplätze. In den Ställen sind unter anderem Klimacomputer im Einsatz. Der Betrieb nimmt an der Initiative Tierwohl teil.

  • Die Biogasanlage stammt aus dem Jahr 1999. Weil das EEG nach 20 Jahren ausläuft, arbeitet es auf Basis einer Nachfolgeauschreibung mit 500 kW für zwölf Stunden pro Tag.

  • Der Betrieb bewirtschaftet rund 70 ha Ackerland und 30 ha Grünland. Insgesamt verteilt sich die Fläche auf 36 Schläge, die durchschnittliche Größe ist 2,75 ha. Die Dokumentation läuft über die Ackerschlagkartei, die sich per PC und übers Handy nutzen lässt. Übers Smartphone ist eine Feldnavigation möglich, was unter anderem für die Azubis in den ersten Wochen hilfreich ist. Abgesehen vom Spurführungssystem setzen die Wittes aber bisher keine Smart-Farming-Lösungen auf dem Acker ein.

  • Der Betrieb verfügt über eine Brückenwaage. Der Speicher der Brückenwaage kann aus dem Betriebsbüro auslesen werden. Durch den internen Nummerncode (teils ausgelöst per Fernbedienung vom Schlepper aus), lassen sich die Wiegungen zuordnen.

Patrick Witte (28) ist staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt und hat zusätzlich eine abgeschlossene Ausbildung zum Elektriker, was ihm beim Umsetzen seiner Ideen zugutekommt. Er bewirtschaftet den Betrieb zusammen mit seinen Eltern Markus (50) und Annette (49). Ein Mitarbeiter, ein Azubi und ein, zwei Aushilfen unterstützen die Betriebsleiter.

Innerhalb des Betriebes läuft ein großer Teil der Kommunikation über WhatsApp. Dort haben sie mehrere Gruppen eingerichtet: Gesamter Betrieb, Strohbergekette, Besamen, Biogas-Substraterfassung oder auch Maschinen-Arbeiten. Denn der Betrieb arbeitet teils mit dem Nachbarn zusammen. Wittes übernehmen dort die Gülleausbringung, der Nachbar den...


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