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Drei Traktor-Raupen im Vergleich +++ Teil 1 Technische Daten +++

Raupen statt Räder? Wir haben drei aktuelle Traktoren mit Bandlaufwerken getestet. Hier im ersten Teil stellen wir die wichtigsten technischen Daten und einige Messerergebnisse vor.

Motorleistung auf den Boden bringen, und das möglichst schonend: Das geht nur über eine große Kontaktfläche mit dem Acker. Weil die erlaubten Abmessungen auf der Straße Grenzen setzen, sind Raupenlaufwerke eine Alternative zu breiten Reifen.

Mittlerweile haben mehrere Firmen Konzepte mit Halb- oder Vollraupen im Programm. Wir wollten wissen, was diese Maschinen wirklich leisten und haben drei Traktoren im letzten Sommer ausführlich getestet, eine Halbraupe und zwei Vollraupen:

  • Claas Axion 960 TerraTrac
  • Fendt 943 MT
  • John Deere 8RT410

Test in der Praxis

Für unsere Praxiseinsätze standen uns die Flächen auf Gut Brockhof in Erwitte zur Verfügung. Dort haben wir auch in Zusammenarbeit mit der Deula Warendorf und der Fachhochschule Südwestfalen, Soest, verschiedene Messungen durchgeführt. Unterstützt wurden wir außerdem von unseren Kollegen der niederländischen Fachzeitschrift Boerderij. Unter anderem ging es um folgende Disziplinen:

  • Feldeinsätze, Messen von maximaler Zugkraft, Schlupf und Zugleistung. Vergleich von Flächenleistung und Verbrauch.
  • Messen von Zapfwellenleistung, spezifischem Verbrauch, Hydraulikleistung.
  • Vergleich des Fahrkomforts auf der Straße.
  • Vergleich der Aufstandsfläche und anderer technischer Daten.
  • Praktischer Einsatz der Maschinen.

Unsere Testergebnisse ermöglichen auch einen Systemvergleich: Wo passt welches Raupenkonzept besser hin? Diese Frage hätten wir übrigens gerne noch ausgeweitet und hatten deshalb vorab bei John Deere den neuen 8RX mit vier Raupen sowie das Halbraupenkonzept von CNH (Case IH Magnum RowTrac bzw. New Holland T8 SmartTrax) angefragt. Beide Unternehmen lehnten mit dem Hinweis auf die bisher zu geringe Population in Deutschland ab.

Doch für einen Fahrbericht konnten wir uns quasi „anonym“ über einen befreundeten Betrieb und einen örtlichen Händler ohne Probleme einen 8RX für zwei Tage sichern. Der Fahrbericht folgt in einer der nächsten Ausgaben. Der Magnum RowTrac ist uns leider zu spät noch über den Weg gefahren. Unter dem Strich schade, dass sich die Firmen nicht auch mit diesen Maschinen zum Test gestellt haben.

In Teil 1 stellen wir Ihnen hier die wichtigsten technischen Daten und einige unserer Messerergebnisse vor. Im später folgenden Teil 2 finden Sie dann die Testprotokolle der einzelnen Traktoren. Hier erklären wir auch die Details der unterschiedlichen Antriebsstränge und besonders der Bandfahrwerke.

Nach unseren zehn Einsatztagen können wir natürlich keine Aussagen über das Verschleißverhalten der Raupenbänder machen, die übrigens alle drei vom gleichen Hersteller Camso kommen. Doch so viel steht fest: Bei den intensiven Bewegungen auf dem Hof und auf dem Rundkurs haben wir deutliche Gummispuren hinterlassen – mehr als mit den Radschleppern, die auf gleichem Gelände unterwegs waren. 

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Im Fokus: Motor und Hydraulik

Die Traktoren mussten sich an Zapfwellenbremse und Hydraulik-Messturbine beweisen.

Bevor wir mit den Maschinen aufs Feld gefahren sind, wollten wir wissen, was Motor und Hydraulik leisten. Die Messung der Zapfwellenleistung und des Dieselverbrauchs hat die Deula Westfalen-Lippe (Warendorf) übernommen. Auf eine AdBlue-Messung haben wir verzichtet.

Die Diesel-Verbrauchsanzeige der Terminals haben wir mit den Ergebnissen der Messtechnik abgeglichen und ggf. einen Korrekturfaktor ermittelt. Das war wichtig für den Verbrauchsvergleich bei den Feldeinsätzen.

Die Maschinen mussten dreimal die Volllastkurve bewältigen. Die wichtigsten Messwerte finden Sie in der Übersicht. Die Details der Motoren und die Antriebskonzepte erklären wir in den Testprotokollen der einzelnen Maschinen. Für unseren Vergleich interessierten uns vor allem folgende Messwerte:

  • Die maximale Leistung an der Zapfwelle und der Dieselverbrauch.
  • Der geringst mögliche spezifische Dieselverbrauch und die Leistung in diesem Bereich.
  • Wie hoch ist der spezifische Verbrauch bei rund 300 PS an der Zapfwelle?
  • Und welches maximale Drehmoment erreicht der Traktor an der Zapfwelle und welche Leistung setzt er dabei frei?

Während der Messungen haben wir auch die Lautstärke am Fahrerohr gemessen. Aus den Messwerten bei Zapfwellendrehzahlen zwischen 700 und 1.000 U/min errechneten wir den Mittelwert. Die guten Kabinen der beiden Vollraupen waren mit durchschnittlich 70 dB (A) wirklich sehr leise. Der Claas Axion bewegte sich mit einem Schnitt von 73 dB (A) etwas über dem Geräuschniveau der beiden anderen.

Die höchste Zapfwellenleistung vor Ort an der Bremse lieferte der Claas mit 302 kW ab, der Fendt folgt dicht dahinter (300 kW).

Zwei Messungen

Beim John Deere gibt es einen Sonderfall, der für alle 410er der Baureihe 8R gilt, also für Rad und Raupe: Um die Zapfwellenkupplung zu schützen, begrenzt die Elektronik im Stand die Maximalleistung an der Zapfwelle. Sobald sich die Maschine langsam bewegt, steht die volle Motorleistung zur Verfügung. Denn dann „fließt“ ein Teil der Leistung in den Fahrantrieb. Bei einem Raupenschlepper ist das kaum ein Nachteil, denn Zapfwelleneinsätze im Stand mit voller Leistung sind die Ausnahme.

Etwas anders sieht es beim Radschlepper dieser Größe aus, denn diese Maschinen sind durchaus mit einem Holzhäcksler unterwegs, der reichlich Leistung im Stand braucht.

Um beide Charakteristiken abzubilden, haben wir uns für eine Doppelstrategie entschieden. Auf dem Testbetrieb führten wir die Zapfwellenmessung wie bei den anderen durch, um die Verbrauchswerte auch im Teillastbereich abbilden zu können. Hier erreichte der Schlepper maximal 275 kW/374 PS bei einem spezifischen Verbrauch von 209 g/kWh. Dieser Verbrauchswert ist allerdings nur bedingt mit den anderen zu vergleichen, da der Motor hier ja quasi im Teillastbereich läuft.

Zusätzlich veröffentlichen wir die Testergebnisse eines 8R410 Radschleppers, den das Testzentrum der DLG im Auftrag unserer Kollegen von profi gemessen hat. Motor und Zapfwellengetriebe sind weitgehend baugleich mit dem 8RT410. Bei diesem Schlepper hat John Deere für die Messung die Begrenzung nach Rücksprache mit der DLG deaktiviert, und die Prüfingenieure konnten die volle Leistung des Motors an der Zapfwelle messen.

Wir konzentrieren uns auf die Werte ohne den Boost IPM, denn der steht erst bei hoher Fahrgeschwindigkeit bzw. Zapfwellenarbeiten ab 0,5 km/h) zur Verfügung. Die DLG hat an der Zapfwelle maximal 306 kW/416 PS bei einer Motordrehzahl von 1 899 U/min gemessen. Der spezifische...


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