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Fliegl ASW 271: Schiebe die Möglichkeiten

Mit Überladeschnecke oder Streuwerk möchte Fliegl seine Abschiebewagen das ganze Jahr über auslasten. Wir hatten den ASW 271 mit verschiedenen Anbaugeräten über fünf Jahre im Dauertest bei einem Lohnunternehmer.




Schnell gelesen

  • Die Abschiebewagen von Fliegl lassen sich auch über den reinen Transport hinaus auslasten.
  • Mit Wiegesystem kann der Wagen die Ernte dokumentieren und z. B. Häcksler oder Mähdrescher kalibrieren.
  • Das Streuwerk macht den Abschieber zum echten Miststreuer.
  • Die Leistung der Überladeschnecke liegt auf dem Niveau von kleineren Überladewagen.




Transportwagen das ganze Jahr über ordentlich auszulasten ist nicht einfach. Mit der Erfindung und Markteinführung des Abschiebewagens (ASW) hat Fliegl vor über zwanzig Jahren einen großen Schritt in diese Richtung gemacht. Die feuerverzinkten Abschieber sieht man das ganze Jahr über in der Silage, der Getreideernte oder auch im Winter beim Hackschnitzeltransport – das System scheint also eine gute Auslastung zu versprechen. Und fast alle Hersteller von Transportanhängern haben mittlerweile ein ähnliches Abschiebesystem im Programm.

Von Haus aus eignet sich der Abschieber für unterschiedlichstes Material: Gras, Mais, Getreide, Holz oder auch Quaderballen. Dennoch hat der bayerische Hersteller unterschiedliche Anbaugeräte entwickelt, um noch andere Arbeiten erledigen zu können.

Mittlerweile hat Fliegl neben der serienmäßigen Heckklappe – Großraumrückwand genannt – auch beispielsweise eine Überladeschnecke und ein Streuwerk im Programm. Diese wollten wir genauer unter die Lupe nehmen und haben den Gigant ASW 271 mit den verschiedenen Anbaugeräten über einen längeren Zeitraum eingesetzt. Zusätzlich bietet Fliegl für seine ASW auch ein Wiegesystem (FWS = Fliegl-Wiege-System). Das Wiegen macht den Abschieber während der Ernte interessant, wenn zum Beispiel ab Feld verkauft wird.

Abschieben in zwei Stufen

Der Gigant ASW 271 Tandem hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 22 t. 18 t beträgt die zulässige Achslast, hinzu kommen 4 t Stützlast bei K80-Untenanhängung und 40 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bei einer mittleren Muldenlänge von 6,75 m, 2,38 m Breite und 2,0 m Bordwandhöhe ergibt sich für den ASW 271 ein Volumen von etwas über 32 m³ (Wassermaß). Besonderheit Abschieber: Bei leichteren Gütern wie Mais- oder Grassilage kann man mit der Stirnwand während des Beladevorgangs pressen und damit das Füllvolumen um 40 bis 60 % erhöhen. Hierfür bietet Fliegl ein Pressdruckventil an, das ein Druckbegrenzungsventil am Abschiebezylinder zwischenschaltet. Das Pressventil sorgt außerdem dafür, dass nur die Stirnwand schiebt.

Der komplette Abschiebevorgang erfolgt bei unserem Modell mit drei liegenden Hydraulikzylindern dagegen in zwei Stufen. Im ersten Schritt nimmt der Schubboden die Ladung mit nach hinten. Wenn dieser Stufenboden ganz über die hintere Ladefläche gefahren ist, schiebt die Stirnwand den Rest von der Ladefläche. Da die Frontwand nicht von ganz vorne das Material durch den Wagen schiebt, reduzieren sich die Kräfte auf die freistehenden Seitenwände. Stirnwand und Schiebeboden sind zur Abdichtung mit im 45°-Winkel angebrachten Polyurethanleisten versehen. Hier ist alles gut dicht, nur wenige Raps- oder Getreidekörner gelangen beim Abschiebevorgang hinter das Schiebeschild.

Nur 17 l Öl zum Arbeiten nötig

Gut beim ASW von Fliegl: Zum Abschieben werden nur 17 l Öl benötigt. Das ist deutlich weniger als bei ähnlich großen Kippern. Der komplette Abschiebevorgang dauert etwas über 30 Sekunden. Bei Schüttgütern, wie zum Beispiel Getreide, sollte man übrigens die zwei serienmäßigen Drahtseile oberhalb der Bordwände spannen, damit sich die Seitenwände nicht verziehen. Das ist etwas lästig, auch da man die Stirnwanderhöhung abklappen muss, damit diese nicht mit den Seilen kollidiert.

Je nach Schlepper kann es passieren, dass in engen Kurven der weit nach vorne ragende Abschiebemechanismus über der Deichsel die Kotflügel berührt. Das hat Fliegl schon länger erkannt und einen anderen Abschiebemechanismus mit vier Zylindern und somit kürzerem Überhang entwickelt. Damit gehört das Problem der Vergangenheit an. Die Deichsel ist hydraulisch gefedert.

Mit ihr und dem verstellbaren Fallstützfuß baut man den Wagen an und ab. Das geht auch in beladenem Zustand, selbst wenn sich...

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