Neuer Traktor aus Mannheim

Für Sie getestet: John Deere 6120M

Auffälligstes Merkmal der neuen, kleinen 6M-Baureihe ist die abgeschrägte Motorhaube. Für unseren Test haben wir in diesem Frühjahr ausgiebig nachgeschaut, was darunter steckt.

Mit der neuen 6M-Baureihe löst John Deere die alten 6MC/6RC und 6M-Modelle ab. Wir haben den 6120M in diesem Frühjahr sowohl mit dem Frontlader, auf dem Acker wie auch beim Transport getestet.

Alter Rahmen, neuer Aufbau

Den durchgehenden Rahmen der kleinen 6M-Baureihe hat John Deere vom 6MC übernommen. Die Sechspfosten-Kabine stammt aus der 6M-Serie. Doch das Interieur haben die Mannheimer gründlich überarbeitet. Für die Kabine gibt es optional eine mechanische Kabinenfederung, die wir in jedem Fall empfehlen. Sie bringt im Zusammenspiel mit der optionalen Vorderachsfederung auch auf unebenen Straßen einen guten Fahrkomfort.

Generell hat der Kunde die Wahl zwischen der einfachen Select-Ausstattung, der mittleren Select+- und der höheren Premium-Ausstattung. Unser 6M kam in der Premium-Ausstattung mit dem neuen, kompakten CommandArm. Darin integriert sind unter anderem der kleine Schalthebel für das CommandQuadPlus-Getriebe, die EHR, Handgas und Drehzahlspeicher, AutoTrac-Aktivierung und ein elektrischer Kreuzhebel für Hydraulikfunktionen.

Die Lenksäule kommt jetzt ohne Armaturenbrett aus. Das bringt mit der abfallenden Motorhaube eine gute Sicht auf den Frontkraftheber. Auch bei Frontladerarbeiten hat uns das gut gefallen. Die Sicht zu den Seiten und nach hinten ist ordentlich, trotz der sechs Kabinenpfosten. Der einfache Beifahrersitz ist in die Jahre gekommen und sollte gerade bei Hofarbeiten eingeklappt sein. Denn sonst stört er den eigentlich guten Aufstieg auf den Schlepper.

Durch den ComandArm ist die rechte Seitenkonsole übersichtlich gehalten. Hier finden sich lediglich die Zapfwellenschalter, elektrische Hydraulikventile und Komfortfunktionen. Die einzelnen Funktionen sind klar gekennzeichnet. Die Zapfwellenübersetzung muss man beim neuen 6M weiterhin mechanisch wechseln. Das hakte im Test teils. Gerade für die Premium-Modelle sollte es eine elektrische Schaltung geben.

Das Eckpfostendisplay zeigt im oberen Bereich alle wichtigen Schlepperparameter. Im unteren Drittel sind Übersichtsseiten und das Einstellmenü integriert. Über einen Drehschalter und drei Knöpfe auf der Seitenkonsole navigiert man durch das Menü.

Mit Zusatzleistung

Unter der Haube unseres 6120M arbeitet der konzerneigene EWL-Motor mit 4,5 l Hubraum und einer Nennleistung von 88 kW/120 PS. Neu bei der M-Serie ist das von den R-Traktoren bekannte IPM (Intelligent Power Management), mit dem der Vierzylinder bei Transportarbeiten über 15 km/h und im Zapfwellenbetrieb eine Mehrleistung von bis zu 15 kW/20 PS abliefert.

Bei unserer Zapfwellenmessung brachte es der 6120M auf eine maximale Leistung von 87 kW/118 PS ohne IPM. Mit IPM hatte der Motor eine Mehrleistung von 12 kW/16 PS. Gegenüber den Abgaben in der Betriebsanleitung brachte unser John Deere rund 7 kW/10 PS mehr Leistung an der Zapfwelle.

Vor allem bei Transportarbeiten kommt dem Schlepper das IPM zugute. Im Test haben wir ihn unter anderem vor einem Muldenkipper eingesetzt. Mit einem Gesamtgewicht des Zuges von rund 27 t hielt der Schlepper auch bei Bergauffahrten die Geschwindigkeit relativ konstant – gut. Man merkt dabei deutlich, wenn das IPM zuschaltet.

Beim Transport lagen die abgelesenen Verbrauchswerte auf der Straße bei ca. 12,5 l Diesel pro Stunde. Vor einem dreibalkigen Grubber bei einer Arbeitstiefe von ca. 25 cm auf Sandboden waren es rund 16 l pro Hektar.

Leider schaltet der Druckluftkompressor nicht...


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