Wissen

Moderne Grubber sind Alleskönner mit Isobus

Grubber waren früher nicht der Gipfel der Landtechnik. Heute kann ein einzelner Grubber Bodenbearbeitungseinsätze von superflach bis sehr tief übernehmen.

Ein moderner Grubber soll ganzflächig und oft auch intensiv arbeiten. Die Intensität hängt in erster Linie von der Anzahl der Zinken pro Meter Arbeitsbreite ab, also dem Strichabstand. Das Problem: Mit der Zinkenzahl steigt die Anfälligkeit für Verstopfungen. Deshalb verteilen die Firmen die Zinken auf mehrere Balken und vergrößern damit den Durchgang des Grubbers.

Mehr Balken bedeuten mehr Baulänge. Bei angebauten Geräten setzen die Hebelgesetze hier Grenzen. Je länger der Grubber, desto weniger Hubkraftreserven bleiben für die Nachläuferwalze. Leichte Rohr- oder Stabpackerwalzen krümeln zwar gut, rückverfestigen den Boden aber nur wenig. Sie sind aber bei langen, angebauten Grubbern oft die einzige Möglichkeit.

Der Trend geht deshalb zu angehängten Geräten – mit allen Herausforderungen auf kleinen, unregelmäßigen Schlägen mit vielen Vorgewenden. Um die Kosten in Grenzen zu halten, versuchen die Firmen, die Fahrwerke so einfach wie möglich zu konstruieren. Noch aufwendiger wird es bei Arbeitsbreiten über 3 m. Denn ein Klappmechanismus ist teuer, so dass es von der 3 auf die 4 m-Klasse oft einen deutlichen Preissprung gibt. Nicht jedes Modell gibt es deshalb auch in 4 m als klappbare Ausführung.

Bei den Zinken gibt es verschiedene Varianten. Der wichtigste Unterschied: Federzinken oder starrer Zinken? Federzinken vibrieren und können Hindernissen im Boden ausweichen. Allerdings halten sie deshalb die Arbeitstiefe weniger präzise ein. Dafür sorgt das Vibrieren für einen besseren Zerkleinerungseffekt, weshalb Federzinkengrubber auch bei der Saatbettbereitung eine größere Bedeutung haben.

Federzinken arbeiten selten tiefer als 20 cm. Deshalb sind universelle Grubberkonzepte meist mit starren Zinken bestückt. Diese Zinken lassen sich mit Scherschrauben, durch Federpakete oder auch hydraulisch gegen Überlast schützen. Für steinfreie Standorte reichen Scherschrauben meist aus. Auf steinigen Feldern setzen sich wartungsfreie Konzepte mit Federn mehr und mehr durch. Teils bieten die Firmen nur noch diese Lösungen an. Allerdings lassen sich die hydraulischen Lösungen besser auf unterschiedliche Einsatzverhältnisse einstellen.

Weiter Einsatzbereich

Moderne Grubber decken einen weiten Einsatzbereich ab. Wichtig ist dabei vor allem die Arbeitstiefe:

  • Sehr flach bis 5 cm: Bedingt durch die Trockenheit ist das ein wichtiger Trend der letzten Jahre: So flach wie möglich den Boden ganzflächig abscheren, um die Kapillarität zu unterbrechen. Ernterückstände bleiben an der Oberfläche, es gibt kaum einen Mischeffekt.

  • Flach bis 8 cm: Das ist die übliche Tiefe bei der ersten Stoppelbearbeitung. Auch hier kommt es auf die ganzflächige Arbeit an. Zudem ist ein Mischeffekt in der oberen Bodenschicht gefragt.

  • Mitteltief bis 15 cm: Hier steigt die Anforderung an den Mischeffekt,...


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Fachwissen Pflanzenbau

Bodenbearbeitung schafft Wurzelraum

vor von Friederike Mund

Damit der Boden den Pflanzen ausreichend Wurzelraum bieten kann, ist eine Bearbeitung nötig. Doch wie sieht der Idealzustand aus?

Kverneland hat den Grubber Turbo mit einer Isobus-Steuerung ausgestattet. Was die Technik zu bieten hat und welche Möglichkeiten sie bietet, konnten wir letzten Herbst testen.

Bodenbearbeitung

Tiefengrubber Aéré für steinige Böden von Müller Siblingen

vor von Alexander Bertling

Die Aufgabe eines Tiefengrubbers ist es, den Boden zu durchlüften und dabei wenig Erde und Steine hochzuholen. Müller Siblingen entwickelte ein kurzes Gerät mit hydraulischer Steinsicherung.

Der gezogene Grubber Terria mit drei oder vier Balken und Mittelfahrwerk ersetzt den Pöttinger Synkro T mit Heckfahrwerk. Wir konnten das Topmodell, den Terria 6040, schon ausprobieren.

Mezger Landtechnik hat einen neuen Leichtgrubber im Programm.