Agritechnica

Neue Ladewagenmodelle und Updates für die Fendt Tigo Baureihe

Die Fendt-Ladewagen-Baureihe Tigo MR Profi, MR und MS für die Mittelklasse wird nach unten hin um die neuen kompakten Ladewagen Tigo S und ST ergänzt. Ganz neu ist der Tigo 100 MR Profi.

Auf der Agritechnica zeigt Fendt seine Ladewagen Tigo S und ST. Es gibt sie jeweils als Ein- oder Tandem-Achser sowie mit drei verschiedenen Ladevolumen zwischen 22 m³ und 29 m³ nach DIN. Die Einachser-Modelle sollen dabei sehr wendig sein. Das neue Modell Fendt Tigo 100 MR Profi weist ein Ladevolumen von 50 m³ auf.

Aufbauten Fendt Tigo S und ST

Die Tigo S und ST Modelle können mit zwei unterschiedlichen Aufbauten ausgestattet werden. Serienmäßig ist der Tigo mit einem abklappbaren Dürrfutteraufbau ausgestattet, der sich insbesondere für das Laden von Heu oder auch für niedrige Durchfahrtshöhen eignet. Optional ist auch ein hydraulisch klappbarer Dürrfutteraufbau verfügbar.

Speziell für den Siliereinsatz wurde der Ganzstahlaufbau entwickelt. Für eine optimale Nutzung der maximalen Ladekapazität bei der Heuernte ist zusätzlich das optionale Heuladepaket verfügbar. Mit Hilfe von Stahlverstrebungen an der Oberseite anstelle von Seilen lasse sich der Wagen effektiver beladen. Das Futter werde optimal verdichtet und die Futterqualität bleibt erhalten, heißt es. Alternativ können die Tigo S und ST auch mit einer Begrenzungsplane an der Oberseite ausgestattet werden, die auch kurzes Schnittgut sicher hält.

Besonders stabil seien die Ladewagen durch den Fahrgestellrahmen. Die verwindungssteife Schweißkonstruktion ist sowohl in Längs- als auch in Querrichtung komplett verdreh- und torsionssteif, wirbt Fendt.

Futteraufnahme und Pick-Up

Beide Ladewagen sind mit einer ungesteuerten Pick-Up ausgestattet. Fünf Zinkenreihen, eine Arbeitsbreite von 1,80 m sowie besonders eng stehende Zinken ermöglichten eine optimale Recharbeit und Futterübergabe zum Ladeaggregat, so das Unternehmen. Auch trockenes und kurzes Gras könne so perfekt aufgenommen werden.

Zusätzlich passt sich die freischwingende Pick-Up den Bodenverhältnissen an – das soll für Laufruhe und ein sauberes Arbeitsergebnis sorgen. Dafür drückt das Prallblech mit Rollenniederhalter das Schwad gleichmäßig an und unterstützt gleichzeitig die Förderwirkung der Pick-Up. Das Zusammenspiel des Rollenniederhalters mit dem Prallblech vermindert die Reibung und sichert einen kontinuierlichen Gutfluss.

Die Pick-Up des Fendt Tigo S und ST kommt außerdem ohne Kurvenbahn aus, was sie absolut wartungsfreundlich und laufruhig machen würde, erklären die Ingenieure weiter. Um Schäden an der Maschine oder Verletzungen bei Tieren zu verhindern, sind alle Zinken serienmäßig verlust­gesichert. Die Konstruktion mit feuerverzinkten Komponenten schütze die Pick-Up gegen Verschleiß durch korrosive Futtersäfte, Rost und Witterungs­einflüsse.

Optional sind lenkbare Tasträder verfügbar, die die Pick-Up insbesondere bei Kurvenfahrten entlasten und die Grasnarbe schonen.

Fendt Tigo ST (Bildquelle: Pressebild)

Förderschwinge und Antrieb

Herzstück des Fendt Tigo S und ST ist das kurven­bahn­gesteuerte Ladeaggregat. Die nierenförmige Kurven­bahn soll eine optimale Steuerung der einzelnen Förderrechen gewährleisten. Durch die separate Lagerung jedes einzelnen Rechens werden die Belastungsspitzen optimal verteilt. Dadurch könnten die Tigo S und ST extrem präzise arbeiten.

Die Doppelzinken der fünf Förderschwingen ziehen sich gerade nach hinten aus dem Futterstock und vermeiden so ein Quetschen des Futters. Dank dieses Gabel­effektes werde das Futter locker und in Schichten schonend und gleichmäßig in den Laderaum befördert. Die ungeteilten Förderschwingen gewährleisteten außerdem einen gleichmäßigen und ruhigen Futterfluss. Durch den mittigen Schneidprozess werde ein Reißeffekt wirkungsvoll vermieden. Dadurch arbeite das Ladeaggregat im Tigo S und ST extrem futterschonend, argumentieren die Produktmanager.

Angetrieben wird der Tigo S und ST als einziger Ladewagen seiner Klasse direkt über ein robustes Zahnradgetriebe. Der Verzicht auf Kettenantriebe sorge für eine ausgezeichnete Laufruhe in Kombination mit einer angenehmen Arbeitsatmosphäre. Zudem wird eine Futterverunreinigung durch eine tropfende Kettenschmierung verhindert.

Fendt Tigo ST (Bildquelle: Pressebild)

Messer und Schnittqualität

Das Schneidwerk mit bis zu 33 Messern arbeitet auf zwei Ebenen. Der ziehende Schnitt bedinge einen geringen Schnittspalt. Standardmäßig sind die Tigo S und ST mit einem Hauptschneidrahmen mit 17 Messern ausgestattet. Zusätzlich kann ein Silierschneidrahmen mit 16 Messern nachgerüstet werden.

Die minimale Schnittlänge liegt bei 38 mm. Über einen Bedienhebel kann die Messeranzahl einfach und schnell auf 0, 5, 17, 21 oder 33 Messer angepasst werden. Für die Grünfutterernte kann das Silierschneidwerk flexibel ausgeschwenkt werden sowie die Messeranzahl im Hauptschneidwerksrahmen auf 5 reduziert werden. Optional ist auch ein hydraulisch ausfahrbares Schneidwerk verfügbar.

Mit eingebaut ist eine Fremdkörpersicherung. Hierbei wird jedes einzelne Messer mit einer separaten Einzelmessersicherung abgesichert. Das federbasierte Auslösesystem schützt die Messer und die Schwinge.

Sonderausstattung

Die optionale akustische Füllstandsanzeige hilft dem Fahrer dabei, die Beladung des Ladewagens einfach im Blick zu behalten. Der Taster an der Rückwand gibt direkt ein akustisches Signal, wenn der Wagen seine maximale Befüllung erreicht hat.

Mit der optionalen elektromagnetischen Komfortbedienung können alle Funktionen direkt von der Kabine aus gesteuert werden. Für einen optimalen Futterfluss auch bei hohen Fahrgeschwindigkeiten können die Tigo S und ST zusätzlich mit einem Prallblech mit Rollenniederhalter ausgestattet werden. Ebenfalls optional ist eine hydraulische Knickdeichsel mit einer Bodenfreiheit von bis zu 70 cm, die das Befahren von Flachsilos und das Arbeiten auf unebenem Gelände ermöglicht.

Gerüstet für Höhenlagen

Speziell für Hanglagen wurde die Baureihe Tigo ST entwickelt. Die Tiefgang-Ladewagen erfüllen die höchsten Bedingungen bergiger Regionen. Damit eignet sich der Tigo ST in besonderem Maße für die Arbeit an steilen Hängen und unter schwierigen Gelände-Bedingungen, erklärt Fendt. Mit seiner extra großen Spurbreite von 2,12 m und der je nach Modell um 25 bis 40 cm abgesenkten Plattformhöhe verfüge der Fendt Tigo über einen besonders niedrigen Schwerpunkt.

Alle Details auf einen Blick:

  • Wählbar als Ein- oder Tandemachser
  • Drei Ladevolumen wählbar: 22 m³, 24,5 m³ und 29 m³ nach DIN
  • Serienmäßig mit abklappbarem Dürrfutteraufbau
  • Optional mit Ganzstahlaufbau
  • Optionales Heuladepaket
  • Extrem stabiler Fahrgestellrahmen
  • Ungesteuerte Pick-Up mit 1,80 m Arbeitsbreite
  • Kurvenbahngesteuertes Ladeaggregat
  • Antrieb über robustes Zahnradgetriebe
  • Schneidwerk mit bis zu 33 Messern und werkzeugloser Entnahmemöglichkeit
  • Tigo ST Tiefgangladewagen mit niedrigem Schwerpunkt für Hanglagen

-----------------------

Tigo MR 100 Profi

Das Topmodell Tigo 100 MR Profi wurde speziell zum professionellen Laden von Heu entwickelt. Er hat ein Volumen von 49 m³ nach DIN. Durch die Multifunktionsstirnwand lässt sich die Laderaumkapazität um bis zu 6 m³ erweitern.

Fendt Tigo XR (Bildquelle: Pressebild)

Ladewagen Tigo XR steuert Traktor

Auch die Kombiwagen-Baureihe Fendt Tigo XR hat ein Update erhalten. Die vollautomatische Durchsatzregelung kann nun beim Fendt Tigo XR über TIM (Tractor Implement Management) erfolgen. Der Kombiwagen regelt hierbei die Fahrgeschwindigkeit des Traktors, abhängig von der Pick-Up-Auslastung und deren Drehzahl. Daraus ergibt sich, dass sich im laufenden Befüllungsprozess bei einem großen Schwadvolumen die Geschwindigkeit des Traktors automatisch verringert und bei einem kleinen Schwad wieder erhöht. Dadurch optimiert sich der Tigo XR selbst und arbeitet stets produktiv. Außerdem wird der Fahrer durch dieses Assistenz-System deutlich entlastet und kann sich voll auf die Überwachung des Ladevorganges konzentrieren.

Fendt Tigo XR (Bildquelle: Pressebild)

Die Redaktion empfiehlt

Fendt zeigt Neuheiten bei seinen Quader- und Rundballenpressen sowie Press-Wickel-Kombinationen. Mit Intelligent Hay können ballenspezifische Daten zur Qualität von Quaderballen dokumentiert werden.

Fendt zeigt auf der Agritechnica seine neue Selbstfahrspritze Rogator 600 mit 307 PS samt automatischer Düsensteuerung Fendt OptiNozzle und der neuen AGCO Gestängehöhenführung.

PV-Anlagenbesitzer wünschen Infos vom Netzbetreiber und Energieversorger

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen