Werksbesuch

Wie entsteht ein Magnum? top agrar hat es sich im US-Werk angesehen

Welche Entwicklungsarbeit steckt hinter einem Schlepper? Und wie testet man die Maschinen? Wir konnten uns die Arbeit der Ingenieure von Case IH in den USA genauer anschauen.

Der Weg eines jeden Magnum fängt in Burr Ridge an, einem Vorort von Chicago im Bundesstaat Illinois. Hier begann Inernational Harvester (IH) 1917 mit dem Test von Landmaschinen auf einer kleinen Farm. Bereits ab 1959 entstand hier das Forschungs- und Entwicklungszentrum für Case. Heute ist hier auch die Geschäftsführung von Case IH Zuhause.

Meinungen einholen

Bevor die Konstrukteure aber mit der Entwicklung eines neuen Schleppers beginnen, befragen die Produktmanager mehrere Landwirte nach deren Erfahrungen und Wünschen an einen neuen Traktor. In dem Fall des neuen Case Magnum startete die Befragung schon vor fünf Jahren. Insgesamt waren 32 Landwirte mit dem Projekt betreut. Davon kamen 16 aus den USA und 16 aus Europa. Darunter waren fünf deutsche, fünf französische und sechs englische Landwirte.

Bei der Auswahl der Testlandwirte achten die Produktmanager auch darauf, dass die Landwirte unterschiedliche Schleppermarken fahren. Gut die Hälfte aller Tester fahren Traktoren aus dem CNH-Konzern (Case, New Holland, Steyr). Ein Viertel der Beteiligten fuhr John Deere. Es gab auch Landwirte, die Fendt, Massey Ferguson oder Challenger fahren. Damit möchte Case eine möglichst breite Basis von Informationen aufbauen. Mit diesen Landwirten erarbeiten die Produktmanager die Ziele und Anforderungen an den Schlepper. Solche Ziele sind z.B. einen produktiven und profitablen Schlepper zu fahren, mit dem es Spaß macht zu Arbeiten.

Ziele konkretisieren

Im nächsten Schritt befragte Case über 1000 Kunden, wie wichtig sie die ausgewählten Ziele finden. Daraus konnten die Produktmanager die Relevanz für eine Neukonstruktion der einzelnen Baugruppen erkennen. Beim Magnum entschieden sich die Verantwortlichen für eine Neukonstruktion der Bedienung und der Gestaltung der Kabine. Um das neue Modell auch von außen erkennen zu können, sollte der Traktor zudem eine neue Motorhaube bekommen.

Dachkonsole (Bildquelle: Tastowe)

Skizzen helfen

In Burr Ridge gibt es ein Team von Zeichnern und Designern. Sie sind hauptsächlich für die Maschinen von Case IH zuständig. Darunter zählen auch die Baumaschinen. Die New Holland-Traktoren designt ein Team in Italien. Am Anfang eines jeden Designs steht eine große Ideensammlung in Form von Bildern auf einem sogenannten Mood Board. Darauf tragen die Mitarbeiter unterschiedlichste Fotos von Maschinen, Autos, Freizeitgeräten oder sogar Möbeln und Wasserhähnen zusammen. Alles, was eine besondere Form hat, ist gefragt. Die Designer versuchen sich von den Formen inspirieren zu lassen und entwerfen verschiedene neue Entwürfe. Das geht mit einem digitalen Zeichenbrett. So lassen sich schneller Schritte rückgängig machen oder die Farben einfacher variieren. Mit den verschiedenen Skizzen kann man sich schon sehr gut vorstellen, wie einmal der fertige Traktor aussehen könnte. Die Designer fertigen aber nicht nur eine Skizze an, sondern unzählige, von denen dann einige immer weiter verfeinert werden. Am Ende kommt dann aus Sicht der Designer und der Techniker ein gefälliges Design, das der Funktion folgt, heraus.

Bedienarmlehne (Bildquelle: Tastowe)

3D-Modell präziser

Anhand der Skizzen zeichnen die Konstrukteure nun am Computer ein 3D-CAD-Modell. Dies ist um ein vielfaches aufwendiger, als die ersten Skizzen. Jedoch lässt sich anschließend in einem großen Virtuell-Reality-Raum mit einer speziellen Brille der Magnum aus allen Perspektiven in realer Größe genau anschauen und beurteilen, ob das Design so geworden ist, wie man es sich vorgestellt hat. Besonders faszinierend ist die Ansicht aus der Ich-Perspektive. Dazu gibt es einen Helm mit einem kleinen Bildschirm direkt vor den Augen. Hierbei fühlt man sich tatsächlich so, als säße man direkt im Schlepper oder stehe direkt davor. Bewegt man den Kopf, ändert sich der Bildausschnitt so, als wäre es in der Realität. So kann man quasi schon bevor der neue Magnum überhaupt gebaut ist, in ihm Probe sitzen.

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Artikel geschrieben von

Florian Tastowe

Redakteur Landtechnik

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