Antibiotika

Als Antibiotika bezeichnet man Substanzen, die die Entwicklung und das Wachstum von Mikroorganismen hemmen bzw. unterbinden und oftmals bei der Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten zum Einsatz kommen. Ursprünglich bezeichnete der Begriff niedermolekulare Substanzen, die von Mikroorganismen selbst synthetisiert wurden. Antibiotika werden je nach chemischer Struktur und Wirksamkeit in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Während die so genannten bakeriostatischen Antibiotika eine Vermehrung von Bakterien lediglich hemmen, töten bakterizide Antibiotika die Erreger ab. Auch chemisch können Antibiotika unterschiedliche Grundstrukturen aufweisen und lassen sich in unterschiedliche Gruppen wie β-Lactame, Glykoeptide oder Polyketide einteilen. Bei der Einnahme von Antibiotika können je nach Wirkstoff verschiedene Nebenwirkungen wie beispielsweise Allergien, Störungen der Darmflora oder Pilzinfektionen auftreten. Neben der Anwendung in der Humanmedizin wird Antibiotika immer öfter auch in der Tierhaltung eingesetzt. Vor allem in der Herdenbetreuung werden bei einer aufgetretenen Infektionskrankheit oder Parasitose im Rahmen einer Metaphylaxe oftmals alle Tiere eines Bestands mit Antibiotika behandelt, um Krankheitsausbrüche bei noch gesunden Tieren zu vermeiden. Gleichzeitig erhöht die Metaphylaxe durch einen hohen Selektionsdruck auf vorhandene Bakterienstämme die Gefahr einer Resistenzbildung gegen antibiotische Wirkstoffe. Um die Ausbreitung und Entstehung von Antibiotika Resistenzen zu unterbinden, wurde vom BMG, BMEL und BMBF im Jahr 2015 die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) verabschiedet. Neben der Optimierung von Methoden in der Tierhaltung und eine Verbesserung der Diagnostik in Human- und Veterinärmedizin hat es sich die DART nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, neue Überwachungssysteme wie das Monitoring auszubauen, um Erreger und neu auftretende Resistenzen schon frühzeitig erkennen zu können.