Biobetrug

Unter einem Biobetrug versteht sich eine vorsätzliche Verbrauchertäuschung durch falsch ausgezeichnete Produkte. Dabei werden Produkte von Betrieben in den Handel gebracht und als Bioprodukte deklariert, obwohl es sich bei diesen Produkten um Erzeugnisse aus konventioneller Landwirtschaft handelt beziehungsweise diese nicht nach der EU-Ökoverordnung produziert worden sind. Die EU-Ökoverordnung ist ein geltendes Regelwerk der Europäischen Union, das die Art der Erzeugung von Bioprodukten festlegt. Bei Einhaltung der Kriterien für entsprechende Produkte erfolgt eine Kennzeichnung der Artikel für den Handel nach dieser EU-Ökoverordnung. Ein Biobetrug liegt entsprechend dann vor, wenn bewusst gegen diese Kriterien bei der Produktion verstoßen wurde und die Produkte trotzdem durch die Produzenten als Bioprodukte ausgezeichnet wurden. Ein bekannter Biobetrug war der so genannte Bioeier-Skandal. Im Zuge dieses Biobetrugs haben zahlreiche Betriebe vorsätzlich gegen das Ökolandbaugesetz verstoßen, indem sie ihre Produkte als Bioeier verkauft haben. Jedoch entsprach die Haltungsform der Hennen nicht dem geltenden Ökolandbaugesetz, da die Hennen nicht den dort festgelegten Mindestauslauf hatten. Dieser gilt jedoch als Voraussetzung dafür, dass ein Produkt als Bioprodukt ausgezeichnet werden darf. Somit lag hier ein weitreichender Biobetrug vor, gegen den die Staatsanwaltschaft entsprechend ermittelt hat. Das liegt vor allem daran, dass die Begriffe „Bio“ und „Öko“ offiziell nach EU-Recht geschützt sind und ein Verstoß gegen die Vorschriften für die Herstellung entsprechend als Biobetrug geahndet wird.