Glyphosat

Glyphosat bezeichnet einen farb- und geruchlosen Stoff, der häufig als Herbizid zur Abtötung von Pflanzenbestandteilen und Unkraut in Gartenbau, Landwirtschaft, Haushalt und Industrie eingesetzt wird und zur Gruppe der Phosphonate gehört. Nachdem im Jahr 2000 eine Patentierung des Unternehmens Monsanto auslief, etablierten sich im Laufe der Zeit mehrere hundert Pflanzenschutzmittel, die Glyphosat enthalten, in der europäischen Landwirtschaft. In Deutschland kommt das Breitbandherbizid auf etwa einem Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche zum Einsatz und dient dabei insbesondere zur Bekämpfung von Unkraut vor und nach dem Anbau von Getreide, Raps, Sonnenblumen oder Mais. Im Jahr 2015 wurde Glyphosat aufgrund seiner möglichen toxischen Wirkungen wie Zellzyklusverlangsamung, Zytotoxizität und Förderung der Tumorentwicklung bei Hautkrebszellen von der WHO offiziell als wahrscheinlich krebserregend für Menschen eingestuft. Nachdem das Umweltinstitut München im Februar 2016 veröffentlichte, dass Glyphosat in diversen deutschen Biermarken enthalten sei, wird in Deutschland die Zulassung des Phosphonats kontrovers diskutiert. In der europäischen Union ist die Verwendung von Glyphosat in begrenzter Tagesdosis derzeit noch erlaubt. Die Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte von Glyphosatrückständen in Nahrungsmitteln wird in Deutschland, wo mit Stand 4. November 2015 95 glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel zugelassen waren, von der behördlichen Lebensmittelüberwachung überwacht und nachgeprüft.