Junglandwirt

Als Junglandwirt werden meist junge Landwirte bis zum 35. Lebensjahr bezeichnet, welche einen eigenen Hof bewirtschaften oder an der Bewirtschaftung eines Hofes beteiligt sind. Die Junglandwirte haben eine Ausbildung zum Landwirt oder in einem spezifischen Agrarbereich absolviert und üben den erlernten Beruf in der Praxis aus. Dabei erfolgt keine spezifische  Unterscheidung zwischen Junglandwirten hinsichtlich der jeweiligen Herkunft. Das bedeutet, dass ein Junglandwirt nicht zwangsläufig auch auf einem Hof aufgewachsen sein muss und diesen in der Nachfolge von einem Verwandten (meist den Elternteilen) übernimmt. Auch Neugründungen oder Hofübernahmen außerhalb des familiären Kontextes sind möglich. Das zeigt sich insbesondere in der aktuellen Tendenz und Entwicklung bei landwirtschaftlichen Betrieben: In Nordrhein Westfalen gibt es beispielsweise immer mehr Junglandwirte, die selber nicht auf einem Hof aufgewachsen sind und so eine direkte Hofnachfolge antreten. Um Junglandwirte in der Anfangszeit nach der Erstniederlassung auf einem Hof besonders zu unterstützen, erhalten diese laut einem Beschluss der EU Kommission innerhalb der Förderperiode 2015 bis 2020 eine gesonderte Prämie. Als Zeitpunkt der Erstniederlassung gilt das erste vollständige Jahr nach der Hofübernahme. Ein Junglandwirt kann hier etwa 44€/h für die ersten 90h bewirtschafteten Landes erhalten. Ausgezahlt wird diese Prämie durch die jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten zusätzlich zu der Basisprämie. Ein Anrecht auf diese Zahlungsprämie haben Junglandwirte, die ihr 41. Lebensjahr im Jahr 2015 noch nicht vollendet haben. Zusätzlich darf der Zeitpunkt der Erstniederlassung nicht länger als 5 Jahre vor der Beantragung der Basisprämie zurückliegen.