Kartellamt

Kartellämter oder Wettbewerbsbehörden haben die Aufgabe, durch die Verhinderung von marktbeherrschenden Stellungen von Monopolisten eine freie Marktwirtschaft zu unterstützen, die einen freien und fairen Wettbewerb zwischen einzelnen Marktteilnehmern ermöglicht. In Deutschland erfolgt die Kontrolle marktbeherrschender Unternehmen durch das Bundeskartellamt (kurz BKartA), das im Jahr 1958 als selbstständig arbeitende Bundesoberbehörde gegründet wurde und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zugeordnet ist. Die Behördenleitung des Kartellamts übernahm im Jahr 2009 der Jurist Andreas Mundt als Nachfolger von Bernhard Heitzer. Die Tätigkeitsfelder des Bundeskartellamts liegen hauptsächlich in der Durchsetzung des Kartellverbots, der Abwicklung der Fusionskontrolle sowie der Überwachung von marktbeherrschenden Unternehmen. Dabei ist die Wettbewerbsbehörde zudem befugt, in Bezug auf Kartellbildungen Verbote zu erteilen und Geldbußen zu verhängen. Alle Entscheidungen, die das BKartA in Zusammenhang mit Marktführern in der Wirtschaftsbranche trifft, beruhen auf dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) oder darüber hinaus dem Wettbewerbsrecht des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Zu den bekannten vom Bundeskartellamt aufgedeckten Fällen gehören beispielsweise die illegalen Preisabsprachen zwischen den Kaffeeherstellern Tchibo, Melitta und Dallmayr von 2000 bis 2009 oder die Preisabsprachen der Brauereien Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und Barre in den Jahren 2006 und 2008, an die 2014 ein Bußgeld von insgesamt 106,5 Millionen Euro verhängt wurde.