Landwirtschaft

Unter Landwirtschaft versteht man die Herstellung und Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Produkten auf dafür vorgesehenen Nutzflächen. Je nach Wirtschaftszweig, der den wesentlichen Anteil zum Haupteinkommen beiträgt, werden landwirtschaftliche Betriebe beispielsweise als Gartenbaubetrieb, Viehhaltungsbetrieb oder Futterbaubetrieb klassifiziert. Mit knapp 49 Mio. km² nimmt die Landwirtschaft als einer der ältesten Wirtschaftsbereiche der Bevölkerung heute gut ein Drittel der ländlichen Flächen auf der Erde ein und stellt die Grundlage für die Lebensmittelversorgung der europäischen Bevölkerung dar. Unterschieden wird in der Landwirtschaft zwischen einer intensiven und einer extensiven Bewirtschaftungsform. Während ein hoher Arbeitsaufwand und Kapitaleinsatz beispielsweise durch den Einsatz moderner Maschinen, Dünger und Schädlingsbekämpfung auf wirtschaftlichen Nutzflächen typisch für eine intensive Landwirtschaft ist, kennzeichnet sich die extensive Landwirtschaft vor allem durch traditionelle Bewirtschaftungsformen auf kleinstrukturierten Flächen und ist vorwiegend in Spanien, Italien und Griechenland vertreten. Auf welche Produktionsrichtungen sich ein landwirtschaftlicher Betrieb dabei spezialisiert, ist oftmals standortabhängig. So kann die Tierproduktion, Haltung oder Zucht auf schlechten Böden als konkurrenzfähiger gelten, während fruchtbarer Boden für Getreideanbau, Weinbau oder Obstbau die besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen  kann.  Eine Sonderform der urbanen Landwirtschaft ist das so genannte vertical farming, bei dem auf Basis von Hydrokulturen unter Gewächshausbedingungen Früchte, Gemüse, Pilze oder Algen ganzjährig in dafür vorgesehenen Gebäudekomplexen auf übereinander gelagerten Ebenen angebaut werden. Befürworter sind der Meinung, durch die neue Technologie Energiekosten minimieren zu können und die traditionelle landwirtschaftliche Produktion in einen naturbelassenen Urzustand zurücksetzen zu können. Beanstandungen gibt es dabei an den neu entstehenden Mehrkosten, die laut Kritikern beispielsweise für eine künstliche Beleuchtung und andere organisatorische Aspekte in der vertikalen Landwirtschaft anfallen  und den Nutzeneffekt somit wieder relativieren würden.