Nitrat

Nitrat besteht aus Salzen der Salpetersäure und wird in der Landwirtschaft vor allem in Düngemitteln eingesetzt, um pflanzliche Organismen mit  Nährstoffen zu versorgen. Als Stickstoffverbindung kommt Nitrat vor allem im Kot und Urin von Schweinen, Rindern, und Hühnern sowie in Gärresten von Biogasanlagen vor. Gesundheitliche Gefahren für Mensch und Tier können entstehen, wenn aus Nitrat durch eine Umwandlung in Verdauungstrakt oder Mundhöhle das so genannte Nitrit entsteht. Hohe Dosen können sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen zu einer Methämoglobinämie, der so genannten Blausucht führen, wodurch das Blut keinen Sauerstoff mehr transportieren kann und somit die Gefahr einer Sauerstoffunterversorgung auftritt. Besonders gefährdet sind allerdings Säuglinge, die das durch Nitrit entstehende Methämoglobin nicht wieder vollständig zu Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich ist, rückreduzieren können. Experten vermuten zudem, dass  Nitrit im menschlichen Körper das Krebsrisiko erhöht. Immer wieder wurden in der Vergangenheit in verschiedenen Regionen Deutschlands erhöhte Nitratbelastungen im Grundwasser festgestellt, die nach der Ausbringung von Gülle mithilfe von Regenwasser in tiefere Bodenschichten sickern und so ins Trinkwasser gelangen können. Nach Angaben der deutschen Trinkwasserverordnung darf der Nitratgehalt in Trinkwasser den aktuellen Grenzwert von 50 mg pro Liter nicht überschreiten, um mögliche Gesundheitsrisiken auszuschließen. In NRW befinden sich laut Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz trotz der vorgegebenen Grenzwerte rund 40 Prozent des Grundwassers durch eine erhöhte Nitratanreicherung in einem schlechten Zustand.