Pflanzenschutzmittel

Als Pflanzenschutzmittel gelten laut EU-Verordnung chemische und biologische Wirkstoffe, die dazu dienen, Pflanzen vor Schädlingen, Unkraut oder bestimmten Krankheiten zu schützen oder unerwünschte Pflanzenanteile zu beseitigen. Pflanzenschutzmittel werden in der Landwirtschaft vor allem angewendet, um Ernteausfälle zu vermeiden, die ohne den Einsatz der Wirkstoffe auf rund 30% geschätzt werden. Die gängigsten Mittel zur Bekämpfung von Unkraut und Schädlingen sind derzeit Herbizide, Insektizide, Molluskizide sowie Fungizide und kommen je nach Anwendungsbereich als Spritzmittel, Pulver, Brühe oder Granulat zum Einsatz. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln beinhaltet aufgrund ihrer Toxizität auch Risiken für die Umwelt, weshalb im September 2008 eine neue EG-Verordnung über den Höchstgehalt von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln vorgelegt wurde und seit 2015 zudem alle fünf Jahre eine statistische Erhebung über den Einsatz der Pflanzenschutzmittel nach Art der Pflanzen erfolgt. In Deutschland wurden im Jahr 2011 nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit insgesamt 43.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel verkauft. Die national zugelassenen Pflanzenschutzmittel werden in 7 Bänden im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BVL erfasst und umfassen dabei unter anderem die Bereiche Ackerbau, Gemüsebau, Weinbau, Forst und Hopfenbau.