Themen / Düngeverordnung

Von der Düngebedarfsermittlung für Stickstoff profitieren der Gewässerschutz und die Umwelt. (Bildquelle: Archiv)

Ab wann wird die neue Düngeverordnung gelten?

Die Düngeverordnung ist das Thema vieler Landwirte. Sie müssen sich mit den erneut verschärften Regeln schon ab Frühling 2020 auseinandersetzen. Der aktuelle Zeitplan sieht ein Inkrafttreten der geänderten Düngeverordnung bereits im April 2020 vor. Die Länder müssen danach innerhalb von drei Monaten die Maßnahmen in Landesverordnungen umsetzen.

Welche Maßnahmen sind geplant?

An den Maßnahmen zur Verschärfung der Düngeverordnung ab 2020 lässt sich nach Ansicht vieler Fachleute kaum mehr rütteln. Darin geht es vor allem um den Umbau zu einer flächenscharfen Düngung, längere Sperrfristen für Wirtschaftsdünger, striktere Vorschriften für Hanglagen und verschärfte Vorgaben für die roten, besonders mit Nitrat belasteten Gebiete. Vor allem der verpflichtende Abschlag von 20% unter Bedarf bei der N-Düngung in den roten Gebieten sorgt in der Landwirtschaft für Kritik. Er soll allerdings nicht flächen- sondern betriebsbezogen sein und Ausnahmen für extensiv wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe und Ökobetriebe enthalten.

Wie ist der aktuelle Verhandlungsstand?

Derzeit liegt ein mehrmals von der Bundesregierung korrigierter Maßnahmenkatalog für die neue Düngeverordnung erneut bei der EU-Kommission zur Prüfung. Die beteiligten Ministerien warten darauf, dass die Vorschläge in Brüssel endlich Zustimmung finden werden. Damit wollen sie eine Verurteilung Deutschlands im Zweitverfahren einschließlich Strafzahlungen von mehr als 800.000 € pro Tag vermeiden. Über ein Bundesprogramm Nährstoffe will die Bundesregierung die Umsetzung der Düngeverordnung mit 70 Mio. € unterstützen.

Wo ist noch Bewegung möglich?

Unter den Landwirten ist darüber, welche Flächen in roten Gebieten liegen, eine heftige Diskussion entbrannt. Einige Bundesländer versuchen derzeit mit einer Binnendifferenzierung die Flächen in den betroffenen roten Gebieten einzugrenzen. Dazu gehören Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen. Andere Bundesländer lassen die Nitrat Messstellen überprüfen.

Wie konnte es soweit kommen?

Im Juni 2018 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) Deutschland wegen der Verletzung der EU-Nitrat-Richtlinie in allen von der EU-Kommission beanstandeten Punkten verurteilt. Seit September 2014 habe Deutschland trotz Ermahnung keine „zusätzlichen Maßnahmen oder verstärkte Aktionen“ zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus der Landwirtschaft ergriffen, lautete das Urteil. Die EU-Kommission hatte danach weiter moniert, dass auch die Düngeverordnung von 2017 nicht ausreichend sei. Weil Deutschland das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Einhaltung der Nitratrichtlinie von 2018 weiterhin nicht umgesetzt hat, befindet es sich nun im Zweitverfahren.

NRW und Schleswig-Holstein signalisieren, dass sie an einer zügigen Entscheidung zur Düngeverordnung interessiert sind. Der Kompromiss liegt in der Überprüfung und der Hinzunahme von Messstellen.

Die Bundesländer müssen bis April eine Mehrheit für die Düngeverordnung finden. Obwohl Bund und EU-Kommission kaum noch Spielräume gewähren, sind viele Änderungsanträge zu erwarten.

Die Bundesregierung hat mit ihrem Entwurf für die verschärfte Düngeverordnung die EU-Kommission überzeugen können. Bis zum 3. April sollen nun die Länder eine Mehrheit dafür finden.

Stammt das Nitrat im Grundwasser nur aus der Landwirtschaft? Auch Kläranlagen stoßen viel von dem Stoff aus, erklärt Bayerns Landwirtschaftsministerin – er lande aber anderswo.

Das Bundeskabinett wird diese Woche nicht über die Düngeverordnung abstimmen. Damit spitzt sich die Entscheidung über die umstrittene Verordnung auf den Bundesrat am 3. April zu.

Im Endspurt zur Düngeverordnung gibt es doch noch Erleichterungen für die Landwirtschaft. So schafft es die verpflichtende Binnendifferenzierung für die roten Gebiete in den Text.

Land schafft Verbindung – Interview

Dickow: "Die AfD fällt sehr negativ auf"

vor von Klaus Dorsch , Claus Mayer

Der Bundessprecher von Land schafft Verbindung im Interview über das neue Wir-Gefühl der Bauern und die Versuche mancher Parteien, es für sich zu nutzen.

CSU und Freie Wähler stehen offenbar kurz davor, Alternativen zur bodennahen Gülleausbringung zuzulassen. Dies ließ der Vorsitzende des Agrarausschusses im Landtag durchblicken.

Im Streit um die Düngeverordnung und die Nitratmessstellen tauschen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium scharfe Briefe aus. Das BMU vertraut auf die Überprüfung des Messnetzes durch die Länder.

Die vorgesehene Ausnahmeregelung für die Düngung auf gefrorenen Böden fällt wohl weg. Und die Länder werden voraussichtlich künftig verpflichtet, phosphatbelastete Gebiete auszuweisen.

Nitrat/Grundwasser/DüngeVO

Petition gegen "Bauernmilliarde" gestartet

vor von Alfons Deter

Petenten aus Sachsen fordern statt der Bauernmilliarde eine Überprüfung aller deutschen Messstellen nach bundesweit einheitlichen Kriterien sowie eine technische Ertüchtigung aller Messstellen.

Die Bundesregierung hat noch keinen neuen Entwurf für die Düngeverordnung nach Brüssel geschickt. Ausnahmen von den 20%-Abschlägen bei der Düngung von Grünland wird es nur eingeschränkt geben.

Eine bundesweite Überprüfung des Nitratmessstellennetzes fordern Umwelt- und Agrarpolitiker der CDU/CDU-Fraktion im Bundestag von Umweltministerin Schulze. Sie geben dafür Zeit bis Mai 2020.

Düngeverordnung

Heidl schießt gegen "Bauernmilliarde"

vor von Claus Mayer

Geld vom Bund behebe nicht die fachlichen Defizite der neuen Düngeverordnung, sagt Bayerns Bauernpräsident. Auch die Nitratmessstellen spricht er an.

Agrarministerin Klöckner ermahnt die Abgeordneten, den Bauern keine Hoffnung bei der Verschärfung der Düngeverordnung zu machen. Zudem wehrt sie sich gegen Gerüchte zum Grundwassermessnetz.

Unter dem Druck der Bauernproteste hat sich die Bundesregierung nun zu einer Hilfe für Landwirte von einer Milliarde ausgesprochen. Sie soll sie beim "anstehenden Transformationsprozess“...

Der Bauernbund Brandenburg schlägt vor, im Düngegesetz eine Passage einzubauen, die den Bund innerhalb eines Jahres zum Aufbau eines funktionierenden Meßstellennetz verpflichtet.

Nitratmessstellen

Kaniber zählt Düngeverordnung an

vor von Claus Mayer

Bayerns Landwirtschaftsministerin zweifelt an, dass die Verordnung wie geplant in Kraft treten kann. Sie fordert daher Übergangsregelungen und Rechtssicherheit für die Landwirte.

Schlechte Nachricht zum Wochenbeginn: Die EU lehnt die deutschen Vorschläge zur Verschärfung des Düngerechts ab. Diese gingen immer noch nicht weit genug.

Die geplanten Änderungen der Düngeverordnung sind zum Teil nicht zielgenau, kontrollierbar oder im praktischen Vollzug umsetzbar, sagt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

Zu Beginn der Grünen Woche gibt sich Agrarministerin Klöckner zurückhaltend für Zugeständnisse bei DüngeVO und Insektenpaket. Gleichzeitig bremst sie die Bullerbü-Wünsche mancher Verbraucher...

Die geplante Verschärfung der Düngeverordnung bringt für die Bauern den Ruin, kritisiert der Landwirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz und droht, der Verordung im Bunedsrat nicht zuzustimmen.

Bayerns Bauernpräsident lässt an den jüngsten Berliner Vorschlägen für eine weitere Verschärfung des Düngerechts kein gutes Haar – und sieht einen Zusammenhang mit den Bauerndemos.

Albert Stegemann ruft die Parteien auf, den Bauern nichts zu versprechen, was nicht haltbar ist. Das Umweltministerium solle ergebnisoffen prüfen, ob das heutige Nitratmessstellennetz ausreicht.

In Vertretung von Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel berichtete Dr. Peter Oswald vom BMEL-Referat Pflanzenbau über Details zur schärferen Düngeverordnung, die Ackerbaustrategie und das...

Bayerns Ministerpräsident Söder zeigt sich beeindruckt vom Bauernprotest am Montag. Er will die Grundwassermessstellen nun überprüfen lassen. Zudem will er wieder einen CSU-Agrarminister in...

Niedersachsens Agrarministerin Otte-Kinast hat behauptet, Deutschland habe ausschließlich die Messergebnisse der schlechtesten Brunnen an die EU gemeldet. Das stimmt nicht, stellt ein Fachmann klar.

Über die Feiertage hinweg soll die Verbändeanhörung zur Düngeverordnung stattfinden. Für den BBV viel zu kurzfristig, er fordert eine faire Anhörung und eine Verlängerung der...

Kanzlerin Merkel dämpft Erwartungen der Bauern, dass es bei der Verschärfung der Düngeverordnung noch Erleichtzerungen geben könnte. Die Strafzahlungen der EU seien sonst nicht abwendbar.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wurde am Mittwoch in Vörden von hunderten Traktoren und verärgerten Bauern empfangen. Er sagt, die DüngeVO ist unverrückbar, das Landvolk trage die...

Im Nachgang zum Agrargipfel schicken Bauernverband, „Land schafft Verbindung“ und andere Verbände der Kanzlerin einen Brief zur Umsetzung der Düngeverordnung.

Düngeverordnung

Regierung macht Tempo bei Dünge-VO

vor von Agra Europe (AgE)

Die Bundesregierung will eine zweite Klage der Europäischen Kommission wegen Nichteinhaltung der EU-Nitratrichtlinie und damit drohende Strafzahlungen unbedingt vermeiden.

Frank Schiffner vom Bauernverband MV ärgert sich über die geringe Zahl an Grundwassermessstellen im Land und insbesondere deren Lage, die für die Vielzahl roter Gebiete verantwortlich ist.

Der Agrargipfel am Montag im Kanzleramt hat gezeigt, dass beim Insektenschutz noch Gestaltungsmöglichkeiten für Landwirte vorhanden sind. Kaum Spielraum gibt es mehr bei der Düngeverordnung.

Zusammen mit Bundesmitteln aus der GAK stellt Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren jährlich 1,6 Mio. Euro für die Herausforderungen im Umgang mit der Düngeverordnung bereit.

Agritechnica-Nachlese

Fotos: Neues bei der Gülleausbringung für 2020

vor von Alfons Deter

Gülle möglichst schnell und genau verteilen – das ist das Ziel moderner Ausbringtechnik. Dabei ist auch der schlagkräftige Transport entscheidend. Wir zeigen die Neuheiten für 2020

Prof. Taube fordert Julia Klöckner auf, den Bauern eine klare Brutto-Stoffstrombilanzverordnung mit festen Anpassungsschritten bis 2030 an die Hand zu geben. Dann könnten sie sich auch danach...

Kanzlerin Merkel und Agrarministerin Klöckner werten den Agrargipfel als einen Auftakt. "Land schafft Verbindung" soll mit dem Bauernverband ein Konzept für eine Zukunftskommission erarbeiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich im Bundestag für eine starke Landwirtschaft ausgesprochen. Sie sieht die Bauern aber auch in der Pflicht, gerade bei der Düngeverordnung.

Der Verein Deutsche Umwelthilfe meint, dass die Politik bei der Einhaltung des zulässigen Nitrat-Grenzwerts von 50 mg/l im Grundwasser versagt hat. Bauernverband und Politiker reagieren verärgert.

Wegen zu hoher Nitratwerte im Ems-Gebiet hat die Umwelthilfe Klage gegen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eingereicht. Umweltministerin Schulze sieht bei der Düngeverordnung die EU am Zug.

Erst verärgerte eine BR-Redakteurin Landwirte mit Aussagen zu den Bauerndemos. Dann lud der Sender "Land schafft Verbindung" nicht zu einer Diskussionsrunde ein.

Als letztes Bundesland hat Niedersachsen die Abgrenzung der roten Gebiete beschlossen. Doch der Streit darüber schwelt weiter.

Nährstoffe aus Kläranlagen und Fäkalien aus Mischwasserüberläufen gelangen weitestgehend unbemerkt in unsere Gewässer. Bauern fragen sich, warum Kläranlagen nicht mehr in die Pflicht genommen...

Die bundesweiten Bauernproteste setzen Landwirtschaftsministerin Klöckner unter Druck. Im Interview mit top agrar verteidigt sie die Kompromisse im Agrarpaket und erläutert, wie es jetzt weiter...

Haushaltsbereinigung im Bundestag

70 Mio. € Kompensation für die Düngeverordnung

vor von Stefanie Awater-Esper

Bis 2022 soll es 70 Mio. € an Unterstützung für die Umsetzung der Düngeverordnung geben. Das beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags in seiner Nachtsitzung.

Deutsche Agrarforscher sind skeptisch, ob Gülle weniger Ammoniak emittiert, wenn man Zusätze wie Gesteinsmehl einrührt. In der Steiermark will man es jetzt herausfinden.

Niedersächsischer CDU-Politiker hält Überprüfung der Messstellen in den „Roten Gebiete“ für sinnvoll.

Bei der Festlegung der roten Gebiete für den Gewässerschutz habe Niedersachsen nach der Devise gehandelt, "einer raus, alle raus". Das verstoße gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Neun Verbände von BBV bis AbL machen sich für Ausnahmen von der Schleppschuhpflicht stark. Jetzt antwortet das Bayerische Landwirtschaftsministerium.

Die TH Köln kann statistisch belegen, dass eine Reduzierung der Unterfußdüngung um mindestens 25 % ohne Ertragsrückgang möglich ist. Sogar bei 50 % Düngerreduzierung gebe es noch stabilen...

Fachleute des niedersächsischen Umwelt- und des Agrarministeriums beantworten die 13 häufigsten Fragen zu den "roten Gebieten", die im Zuge der Düngeverordnung festgelegt wurden.

Kläranlagen leiten erhebliche Nährstofffrachten in die Gewässer. Landwirte fordern, dass dieses Problem anerkannt wird. In Netz wird darüber heiß diskutiert.

Neue Düngeverordnung

Bayern: Große Bauernallianz gegen Schleppschuh

vor von Claus Mayer

In einem einzigartigen Schulterschluss stellen sich neun bayerische Landwirtschaftsverbände von Bauernverband bis AbL gegen die Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung.

In einem Brandbrief argumentieren Landwirte, dass es bessere Methoden als die bodennahe Gülleausbringung gibt, um weniger Ammoniak zu emittieren. Die Behörden lässt das kalt.

Das Grundwasser in Deutschland ist längst nicht so schlecht wie die wenigen, vom Umweltbundesamt gezielt an belasteten Standorten gezogenen Proben nahelegen, kritisiert Lutz Wercham.

Die neue Düngeverordnung soll bereits im April 2020 in Kraft treten. Die abschließende Beratung dazu im Bundesrat findet aber erst kurz davor statt.

Bei der neuen Düngeverordnung kommt es vor allem auf die roten Gebiete an. Um diese treffsicher abzugrenzen, setzen einige Länder nun auf die Binnendifferenzierung.

Die Bundesregierung hat erneut verschärfte Vorschläge zur Düngeverordnung nach Brüssel geschickt. Deutschlandweit wird nun eine Sperrfrist für P-haltige Düngemittel eingeführt.

Bis morgen muss die Bundesregierung ihre Vorschläge zur Düngeverordnung in Brüssel einreichen. Die Umwelt- und Wasserverbände pochen noch einmal auf Verschärfungen.

Um die Härten der Düngeverordnung abzufedern, will das Landwirtschaftsministerium ein Bundesprogramm Nährstoffe aufsetzen. BMEL-Staatssekretär Aeikens hofft auf eine Initialzündung

Heute fahren die Ministerinnen Klöckner und Schulze nach Brüssel, um die EU-Kommission von ihrem Konzept zur Düngeverordnung zu überzeugen. So sehen die Vorschläge konkret aus:

Zur Düngeverordnung gibt es kaum noch Verhandlungsspielraum. Die Länder tragen die vom Bund neu aufgesetzten Verschärfungen vorerst mit.

Die Bundesregierung legt auf Druck der EU zur Düngeverordnung erneut nach. Sie schlägt nochmal längere Sperrfristen und weitere Verschärfungen für Hanglagen vor.

Nitratüberschuss

Düngeverordnung: Mahnung aus Brüssel

vor von Matthias Bröker

Die EU hat heute die erste Stufe eines Zweitverfahrens gegen Deutschland im Vertragsverletzungsverfahren wegen mangelhafter Umsetzung der europäischen Nitratrichtlinie eingeleitet!

Kanzlerin Merkel mischt sich in das Gerangel zwischen Agrarministerin Klöckner und Umweltministerin Schulze ein. Sie fordert, bei Düngeverordnung und Insektenschutz zu handeln.

Bei der Verschärfung der Düngeverordnung deuten sich Kompromisse an. Es Signale, dass von der 20-%-Unterdüngung in roten Gebieten noch abgewichen werden kann. Ein Überblick über alle wichtigen...