Themen / Flächenpacht, Flächenkauf, BVVG

Landwirtschaftliche Flächen werden in Deutschland immer teurer. Im Jahr 2018 kostete ein Hektar in Deutschland durchschnittlich 25.485 Euro und damit 5,9% mehr als im Vorjahr. Das geht aus Mitte August veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Kaufwert für landwirtschaftliche Grundstücke hervor. In den letzten zehn Jahren kletterten die Preise unaufhaltsam um 133%: 2009 betrug der Kaufwert je Hektar im Schnitt noch 10.908 Euro. Der Statistik zugrunde liegt der Preis für die Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung. Dazu zählen Acker- und Grünland, aber nicht garten- und weinbaulich genutzte Flächen. In den alten Bundesländern sind die Preise im Schnitt weiterhin höher und klettern schneller: 2018 wurden für einen Hektar Fläche im Westen durchschnittlich 37.846 Euro bezahlt – ein Plus von 6,9% gegenüber 2017.

Die Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) erfüllt seit ihrem Gründungsjahr 1992 den gesetzlichen Auftrag, in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ehemals enteignete, volkseigene land- und forstwirtschaftliche Flächen zu privatisieren. Im landwirtschaftlichen Bereich hat die BVVG seit 1992 insgesamt 869.100 Hektar verkauft. Mehr als 80 Prozent davon gingen direkt an Pächter vor Ort. Nur 15 Prozent wurden bisher über öffentliche Ausschreibungen verkauft. 10 Prozent wurden direkt an Alteigentümer verkauft. Der Kaufpreis von Agrarflächen der BVVG lag 2018 im Durchschnitt bei 20.195 Euro je Hektar.

Der Anteil landwirtschaftlicher Pachtflächen ist zwischen 2013 und 2016 von 60,0 auf 58,5 Prozent zurückgegangen. Die durchschnittliche Pacht für die insgesamt 9,8 Millionen Hektar Pachtland in Deutschland lag 2016 bei 288 Euro je Hektar. Das sind gegenüber 2013 45 Euro oder 19 Prozent mehr. Die anhaltende Verknappung landwirtschaftlicher Flächen dürfte wohl der wichtigste Treiber für den kontinuierlichen Anstieg der Pacht- und Bodenpreise sein. Das zeigen Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2016. Aktuellere Erhebungen zu den Pachten in der Landwirtschaft liegen nicht vor. Stärker als die Durchschnittspachten sind die Preise für Neupachten (Pachten in den letzten zwei Jahren) angestiegen. Im Bundesdurchschnitt sind die Neupachten zwischen 2013 und 2016 von 313 auf 385 Euro je Hektar angestiegen (plus 23 Prozent).

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