Themen / Milchpreis & Biomilch

Milch gehört zur täglichen Ernährung. Trotzdem ist sie billiger als Cola, ein Wahnsinn, wenn man überlegt, welche Produktionskette dahinterliegt, von der Futtergewinnung, Zucht, Kälberproduktion über das Melken, die Melktechnik, Milchkühlung und - ablieferung hin zur Molkerei mit ihren vielen Produkten. Die Molkereien wiederum, zumeist als Genossenschaft in der Hand der Bauern, müssen mit dem Handel über die Abnahmepreise und Listungen sprechen und dabei auch noch ihren eigenen Gewinn im Blick behalten. Die Bauern haben da in der Regel das nachsehen als schwächstes Glied der Kette. Lesen Sie hier alles zu den Milchpreisen, Molkereientscheidungen und Verbandsmitteilungen. Das Thema ist wichtig, zumal es zwischen allen Beteiligten nicht selten Reibereien und Diskussionen gibt.

Bedeutung

Der Milchpreis ist einer der wichtigsten Indikatoren für Milchbauern auf der ganzen Welt. Hierbei unterscheidet die Milchwirtschaft zwischen dem Auszahlungspreis, auch Erzeugerpreis genannt, den die Molkereien an die einzelnen Milcherzeuger entrichten, und dem Verbraucherpreis, den Konsumenten für die Milch im Handel bezahlen.

Die Milchpreise für Landwirte, Molkereien und Endverbraucher definieren sich anhand verschiedener Faktoren: Zum einen spielt die aktuelle Nachfrage der Verbraucher eine wichtige Rolle, dazu kommen politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene und spezielle Handelsvereinbarungen zwischen einzelnen Staaten.

Der Milchauszahlungspreis ist wichtigster Bestandteil der betrieblichen Einnahmen eines Milchbauern. Zusätzliche Einnahmen, neben der Milch, stehen dem Landwirt meist nur über den Kälber- und Schlachtviehverkauf oder über Einkommen aus Bioenergie zur Verfügung.

Der Verbraucherpreis, der Milchpreis, den der Endverbraucher für die Milch aus dem Lebensmittelgeschäft zahlt, wird von mehreren Faktoren bestimmt. Neben dem Erzeugerpreis, den der Milchlandwirt für seine Rohmilch bekommt, beinhaltet der Verbraucherpreis die Produktion in der Molkerei, Verpackungskosten, Lagerung samt Anlieferung, eine erneute Lagerung im jeweiligen Handel und den jeweiligen Aufwand für Verkaufsstätten und Verkauf.

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Milchpreisbarometer

Oktober-Milchpreise mit leichtem Plus

vor von Katharina Lütke Holz

Im Oktober lagen die Grundpreise der Molkereien zwischen 28,95 und 36 ct/kg. Lediglich die Sachsenmilch blieb unter der 30-Cent-Marke. Bei vielen Molkereien stieg der Preis um 0,5 bis 1 Cent pro kg.

Bei den Protestaktionen am Mittwoch vor Molkereien haben der BDM, die AbL, die LsV-Milchgruppe, das European Milk Board, die Freien Bauern und der MEG Milch Board erneut ihre Forderungen formuliert.

Die Teilnehmer des Milchdialogs wollen den Molkereien ein gemeinsames Positionspapier überbringen. Darin fordern sie unter anderem 15 Cent mehr pro kg Milch.