Themen / Schwanz kupieren

 „Schwanz kupieren“ bezeichnet den Prozess der partiellen oder gesamten Entfernung der Schwanzwirbel und die dadurch bedingte Kürzung des Schwanzes bei Wirbeltieren. Dieser operative Vorgang wird insbesondere in der Schweinezucht angewandt. Aber auch bei anderen Wirbeltieren, zum Beispiel bei Schafen oder bei der Kürzung der Schweifrübe des Pferdes, wird vom „Schwanz kupieren“ gesprochen. Durchgeführt wird der Eingriff vor allem bei Ferkeln im Alter von wenigen Tagen. Eine Betäubung ist bei jungen Tieren bis zu vier Tagen nicht vorgesehen. Das Schwanzkupieren soll das unter Schweinen potentiell auftretende Schwanzbeißen vorbeugen. Dadurch sollen chronische Schmerzen beim Tier – etwa durch Abszesse oder schwerwiegende Entzündungen – verhindert werden. Der operative Eingriff ist in Deutschland durch die §§ 5 und 6 des Tierschutzgesetzes reglementiert. Demnach ist die Notwendigkeit, den Schwanz kupieren zu müssen, durch den Betrieb nachzuweisen und tierärztlich zu indizieren. Eine Erlaubnis zum Schwanzkupieren bei Schweinen liegt dann vor, wenn trotz vorbeugender Maßnahmen Probleme mit Schwanzbeißen auftreten oder abzusehen sind. In diesen Fällen wird das Schwanzkupieren aus Gründen des Tierwohls durch den Tierarzt oder einer in dem Prozess ausgebildeten Person durchgeführt. In Österreich unterliegt dieser Vorgang einer Ausnahmeregelung und ist im Normalfall verboten. Das Verbot, den Schwanz zu kupieren, gilt ebenfalls in weiteren Ländern wie Finnland, Schweden, Norwegen und der Schweiz.

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Schwein / Aus dem Heft 04.2019

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