Was darf mich die Arbeit kosten?

Fachkräfte sind Mangelware, und Maschinen sind teuer. Wir zeigen, wie Sie beides möglichst effektiv einsetzen und so Geld sparen.

M eier ärgert sich: Das Füttern der Kühe dauert einfach zu lange. Obwohl sein Mitarbeiter zügig arbeitet, dauert jedes Füttern 1,5 Stunden – Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Das Problem – so stellt sich heraus – liegt aber keinesfalls bei seinem Mitarbeiter, vielmehr an den langen Wegen zwischen den verschiedenen Silos, die er zurücklegen muss, um den Mischwagen zu befüllen. Durch ein zentrales Futterlager würde sein Mitarbeiter 15 min pro Mahlzeit einsparen, das sind etwa 90 Arbeitsstunden im Jahr.

Der Fall zeigt: Für Sie als Betriebsleiter kann es sich lohnen, die Arbeitsprozesse möglichst effektiv und kostengünstig zu gestalten. Denn gerade in der Landwirtschaft ist die Arbeitssituation auf den Betrieben angespannt. Zudem zeigen die Betriebsauswertungen, dass es für den Großteil der Landwirte erfolgversprechender ist, die Kosten für die Arbeitserledigung zu senken, als die Erträge der Ackerfrüchte zu steigern. Denn, die Positionen der Arbeitserledigung können Sie alle direkt beeinflussen, auf die Erträge wirken zu großen Teilen äußere Faktoren wie die Bodenbeschaffenheit oder das Wetter ein.

Wir zeigen Ihnen an Kennzahlen in der Milchviehhaltung und im Ackerbau, an welchen Stellschrauben Sie drehen können, um Ihre Arbeit möglichst effektiv zu gestalten. Außerdem geben wir Ihnen Tipps für den effizienten Einsatz von Mitarbeitern und Maschinen.

Kosten für Maschinen und Personal

Einen Hinweis darauf, wie effektiv ein Betriebsleiter seine Arbeitsprozesse gestaltet, liefern die Arbeitserledigungskosten (AEK). Hinter diesem sperrigen Begriff stecken die durchschnittlichen Personal- und Maschinenkosten, die pro Hektar bzw. Liter Milch anfallen. Die AEK im Ackerbau umfassen alle Arbeiten auf dem Feld, das Einlagern der Ernte sowie die Pflege der eigenen Maschinen. Im Milchviehbereich setzen sie sich aus dem Aufwand für das Füttern, Melken und die Stallarbeiten zusammen. Die Kosten für den Futterbau fließen nicht mit ein. Im einzelnen gehören zu den AEK:

  • Lohnkosten für angestellte Mitarbeiter plus die Lohnnebenkosten (Sozialversicherung, Fortbildung etc.) sowie der Lohnansatz für Sie selbst und helfende Familienangehörige.
  • Maschinenkosten: Dazu zählen die Maschinenunterhaltung, also Wartung, Reparaturen oder Versicherung, sowie Brennstoffe (Diesel) und Öle. Außerdem gehören die Kosten für an Lohnunternehmer ausgelagerte Arbeiten oder gemietete Maschinen und die Abschreibung für die eigenen Maschinen (AfA) dazu.
  • Zinsansatz für das Kapital, das in Maschinen sowie Trocknungs- und Lagerungstechnik gebunden ist.
  • Lohnarbeit: Wenn Sie mit Ihren Maschinen für andere im Lohn fahren, verrechnen Sie die Stunden entweder anteilig (Übersicht 1) oder ordnen sie einem anderen Betriebszweig zu.

In Übersicht 1 sind die AEK für den Ackerbau aufgelistet. Im Ackerbau senken gute Betriebe ihre AEK auf 484 € pro ha. Dabei verursachen die Personalkosten knapp 40% der AEK, die Maschinenkosten inklusive AfA haben mit knapp 60% den höheren Anteil. Auf typischen norddeutschen Ackerbaubetrieben ohne Sonderkulturen machen die AEK...