Aus der Wirtschaft

EUROPA/Mercosur/Agrarhandel

Brüssel will endgültige Mercosur-Texte noch in diesem Jahr vorlegen Premium

Kommt Mercosur noch vor Ende des Jahres unter Dach und Fach? Die Juncker-Kommission will verbindliche Rechtstexte so schnell wie möglich vorlegen. Dann steht Ratifizierung an

Die amtierende Juncker-Kommission will noch in diesem Jahr die abschließenden rechtsverbindlichen Texte zum ausgehandelten Assoziierungsabkommen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay vorlegen. Dies erfuhr top agrar am Donnerstag von der EU-Kommission.

„Wir wollen so rasch wie möglich die juristisch ausformulierten Texte des EU-Mercosur-Abkommens ...

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Otto Wächter

NIch der Preis, sondern die Qualität wird sich (jedenfalls) in Europa durchsetzen

Warum gegen internationale Abkommen? Billigimporte sind so und so nicht verhinderbar, egal ob Abkommen oder nicht. Statt gegen internationale Vereinbarungen zu stimmen, gilt es an zwei Wurzeln anzusetzen: 1. Agrarprodukte aus Europa sind gesünder, energiesparender, besser. 2. Qualität geht vor Preis (dh Qualität kann ruhig ein bißchen mehr kosten). Für beide "Wurzeln" gibt es bessere Lösungen, als gegen Vereinbarungen zwischen Staaten zu opponieren. Weltweit sind auch genug Abnehmer mit ausreichend Mitteln vorhanden, die 1. + 2. schätzen - der Markt ist mindestens 300 Millionen (Konsumenten) groß. Zudem geschieht langsam auch ein Umdenken, weg von Billigprodukten, hin zu Qualität. Dieses Umdenken vergrößert den Markt auf 2 Mrd Konsumenten. Qualität beim Essen ist auch lebensverlängernd - alles unabhängig von internationalen Vereinbarungen. Europa geht weit schonender mit den eigenen Ressourcen um als Südamerika und Asien. Auf längere Sicht ist das ein großer Wettberwerbsvorteil. Otto Wächter, Rosenburg, Österreich

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

TTIP

habt Ihr schon darüber nachgedacht, dass unser Altmaier jetzt in den USA ist und dort für unsere Industrie und Wirtschaft buckelt. Am Ende werden wieder die Bauern geopfert um die Zölle auf Autos abzuwenden. Ich bin davon überzeugt, dass der nächste Sargnagel TTIP schon bereit gelegt wird.

von Dr. Willi Billau

DBV schaut tatenlos zu!

Die Aussage auf dem deutschen Bauerntag "wir lehnen Mercosur ab", wird die Befürworter kaum beeindrucken. Europas Industrie steckt dahinter, die Shareholder wittern Goldgräberstimmung. Europas Bauernschaft wird ein letztes mal geopfert. Hier unser offener Brief an DBV Präsident Joachim Rukwied: Mercosur muss verhindert werden Lieber Herr Rukwied Schön, dass Sie sich als DBV-Vorsitzender zu Mercosur geäußert haben: Sie warnen davor und lehnen es ab! Das wird aber nicht reichen, die politischen Befürworter zu überzeugen. Sie wissen, dass Mercosur viel gefährlicher ist als TTIP es je gewesen wäre. Bei TTIP war sich selbst die deutsche Industrie unsicher, weil die USA ebenso wie wir eine Industrienation ist und somit Konkurrenzphänomene eingetreten wären, nach Trumps „Amerika-first“ Politik sowieso. Also muss Mercosur her: ein riesiger Kontinent lauter lupenreiner Demokraten, korrupter Agrarstaaten, die wachsen wollen, die europäische Maschinen, Technologie, Chemie, Mercedes- oder Fiatmotoren nebst Waffen kaufen wollen und mit Agrarprodukten (Rindfleisch, Soja, Mais, Zucker…) bezahlen. Die Produktions- und Sozialstandards sind sehr niedrig. Die europäische Landwirtschaft wird erdrückt von billiger Massenware, zuerst die Zuckerrübenanbauer, für die Sie im Aufsichtsrat bei der Südzucker sitzen. Wir Kreis- und Regionalverbände sind in bisher selten dagewesener Weise beschäftigt mit den Problemen unserer Bauern wie Stallneubau, Düngeverordnug, Ausgleichsflächen z.B. für die ICE Neubaustrecke FfM-Mannheim oder die Erweiterung der BAB67, Mitarbeit in Wasserverbänden, Arbeitskräftebeschaffung, Bundesfachgruppe Gemüse, Kartoffelerzeugerverbänden, politischen Stellungnahmen und Arbeiten in den Geschäftsstellen. Wir freuen uns über eine 85%ige Mitgliederbindung und werden auch gelobt für unsere Arbeit. Aber gegen Mercosur was ausrichten können wir nicht. Das geht, wenn überhaupt nur gemeinsam. Lieber Herr Rukwied, sie sind auch Vorsitzender der COPA, des europäischen Bauernverbandes. Wir fordern Sie auf, mit unseren Nachbarn den Franzosen und allen anderen europäischen Bauernverbänden, die mitmachen wollen, eine Aktion zu starten mit sehr hohem Aufmerksamkeitsgrad. Das kann eine zentrale Demo sein, mehrere dezentrale, das kann die Besetzung des Europaparlaments ein. Gut wäre es auch mit unseren Naturschutzverbänden, z.B. dem BUND und den Grünen zu sprechen, da diese alle gegen Mercosur sind (den Grünen ist auch klar, dass hier die Biobauern extrem gefährdet sind, denn Brasilien macht Bio billig). Die wirtschaftsfreundlichen Parteien CDU, FDP und SPD brauchen wir hier wohl nicht zu konsultieren. Es können Allianzen auch mit den Grünen geschmiedet werden, die in Zukunft ein besseres Verständnis füreinander und ein besseres Arbeiten miteinander gewährleisten. Ebenso empfehle ich den Organisatoren von „wir haben es satt“, statt gegen die konventionelle Landwirtschaft zu demonstrieren, gegen Mercosur zu demonstrieren, sonst haben diese ihr Gesicht verloren! Lieber Herr Rukwied, ein schnelles und aktives Handeln Ihrerseits war noch nie so wichtig, weil es geht ums Ganze. Unserer Unterstützung sind Sie sicher, also ran an den Feind! Liebe Grüße, Willi Billau Regionalbauernverband Südhessen

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