Hilflosigkeit gegen zunehmende Rinderdiebstähle wächst

Vor allem in Ostdeutschland werden immer häufiger Rinder aus Ställen gestohlen. Zuletzt traf es eine Agrargenossenschaft im brandenburgischen Neißemünde, wo die Diebe vier wertvolle Zuchtbullen mitnahmen, berichtet Spiegel-Online. So seien offenbar professioneller Rinderdiebe am Werk.

Vor allem in Ostdeutschland werden immer häufiger Rinder aus Ställen gestohlen. Zuletzt traf es eine Agrargenossenschaft im brandenburgischen Neißemünde, wo die Diebe vier wertvolle Zuchtbullen mitnahmen, berichtet Spiegel-Online.

So seien offenbar professioneller Rinderdiebe am Werk. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern würden seit einigen Monaten regelmäßig Zuchtbullen, Kälber, Mutterkühe verschwinden; mal einzelne Tiere, mal komplette Herden. Die Betroffenen seien frustriert und die Polizei hilflos, heißt es.

Die Unbekannten schlagen demnach spätabends zu, wenn in ländlichen Regionen kaum noch Menschen unterwegs sind. Dass es ihnen sogar gelingt, Muttertiere von ihren Kälbern zu trennen, zeigt, dass die Täter vom Fach sind. Einige Beispiele: Am 20. Oktober verschwanden 33 Jungkälber, ein Futterautomat und Zuchtfutter von einem Hof in Rietz-Neuendorf. In der Nacht auf den 23. Januar stahlen Unbekannte 32 Mutterkühe eines Biobetriebs in Luckau. Am frühen Morgen des 5. Januar fehlten in einem Stall in Lichterfeld-Schacksdorf  28 Rinder und neun Bullen.

Die Täter sind laut Spiegel Online offenbar erfahrene Landwirte. Dass es Berufskollegen aus der Region, aus Polen und Tschechien sind, glaubt die Polizei aber nicht, Wahrscheinlicher sei, dass die Rinder nach Osteuropa gehen, wo die Ohrmarken nicht geprüft werden. Dort würden die Täter vermutlich mit den Tieren weiterzüchten. Dass die Diebe alle Rinder schlachten sei hingegen unwahrscheinlich - dagegen spreche etwa die gezielte Auswahl des lebendigen Diebesguts.

Wie professionell die Kuhdiebe vorgehen, zeigt der jüngste Fall im Luckauer Ortsteil Terpt, ein 177-Einwohner-Dorf am Rande des Spreewalds: Die Täter suchten gezielt nur Muttertiere aus, trennten sie von den Jungkälbern und nahmen 32 Kühe mit - laut "Berliner Zeitung" sind das exakt so viele, wie auf einen Standard-Viehtransport passen. Noch auf dem Hof rissen sie den Tieren die Ohrmarken aus und verschwanden in der Nacht. Bereits am Morgen dürften die Tiere weit entfernt gewesen sein, denn der Stall liegt direkt an der A13, eine Autostunde von der polnischen Grenze entfernt.

Auffällig ist, dass die Täter ihren Aktionsradius womöglich weiter ausweiten. Inzwischen häufen sich die Fälle von Rinder-Diebstahl in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt gab es Fälle mit ähnlichem Muster zudem in anderen Bundesländern: Im Herbst meldete die Polizei im niedersächsischen Hankenbüttel den Diebstahl von drei Gallowy-Rinder, Mitte Januar verschwanden den Behörden zufolge zwölf Rinder im schwäbischen Roggenburg, und vor anderthalb Wochen stahlen Unbekannte in Heinbockel bei Hamburg laut Ermittlern 15 Milchkühe.

Der Schaden beträgt oft mehrere 10.000 Euro. Beim ersten Mal zahlt die Versicherung noch, beim zweiten meist nicht mehr. Folge ist, dass die Betriebe in neue Sicherheitsmaßnahmen investieren müssen. Und auch die Beamten machen aus ihrer Hilflosigkeit keinen Hehl. Man könne unmöglich alle Höfe bewachen, so ein Sprecher. Die Ermittler setzten vor allem auf die Hilfe aufmerksamer Nachbarn und Augenzeugen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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