Biolandwirt testet Sojaanbau in Niedersachsen

[05.08.2012]


Jan Wittenberg Jan Wittenberg Biolandwirte haben das Problem, dass auch sie für das Tierfutter Soja benötigen, auf dem Weltmarkt aber kaum gentechnikfreie Ware bekommen können. Biobauer Jan Wittenberg aus Mahlerten (Landkreis Hildesheim) testet deshalb in einem Pilotprojekt, ob die Hülsenfrüchte nicht auch in Niedersachsen angebaut werden können.

Wie der NDR berichtet, bekommt er dabei Rückendeckung von offizieller Stelle. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) hoffe, dass der Versuch positiv verläuft und sich der Sojaanbau dann auch auf die konventionelle Landwirtschaft ausdehnen lasse. „Die Entwicklung auf den internationalen Märkten macht die Pflanze auch für Niedersachsen interessant“, sagte er am Donnerstag während eines Hofbesuchs in Mahlerten. Dort habe er "viele positive Ansätze" gesehen. Bauern, "die den Mut haben, bereits jetzt Soja auf ihren Flächen auszusäen, bilden eine wichtige Grundlage", um den Anbau der eiweißreichen Pflanze auszuweiten. Das Land werde deshalb derartige Versuche weiterhin finanziell fördern.

Das sieht auch Armin Meyercordt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen so. Nach einem dreijährigen Versuch ist er der Ansicht, dass Sojapflanzen unter günstigen Bedingungen im hiesigen Klima durchaus gute Erträge erzielen können. Entscheidend sei, dass Sorten mit hohem Hülsenansatz gesät werden und möglichst wenig andere Pflanzen den Wuchs stören. (ad)

Das interessante Video des NDR sehen Sie hier:
Experten sehen gute Chancen für Soja-Anbau
 

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • Rückendeckung

    [06.08.2012]

    Ohne die Zulassung geeigneter und wirksamer Pflanzenschutzmittel ist ein nachhaltiger Sojaanbau schwierig.

    von sojabohne

  • ????

    [06.08.2012]

    Da ist in etwa so wie mit der Zucht von "bunten Möhrchen" für die wir auch subventionen in Deutschland bezahlen. Ach ja ich vergaß die Bioschine vertaut ja den professionellen Züchtern nicht????

    von landfuerst

  • Pflanzenschutz

    [05.08.2012]

    Der Sojaanbau funktioniert auch in Deutschland, natürlich nicht in allen Regionen. Was Soja aber überhaupt nicht verträgt ist der "Wildpflanzenbesatz" - sprich Unkraut. Hier gibt es zwar gute Möglichkeiten auch ohne Roundup-Ready zurecht zu kommen, aber es ist größtes Augenmerk darauf zu legen. Deshalb glaube ich kaum, dass das Projekt in einem Biobetrieb Erfolg haben wird. Ich baue jedes Jahr auf über 600 ha Soja (GMO frei!!) an und habe jedes Jahr eine neue Zitterpartie. Die Förderung und "Rückendeckung" der alternativen Betriebe ist hierbei allerdings etwas kurios, bzw. ein gelungener PR-Schachzug.

    von LehrAgro

  • Ach? Die Bio-Kollegen kriegen da auch noch Geld für?

    [05.08.2012]

    Ich habe als konventioneller Landwirt bereits vor 6 Jahren einen Sojaanbau-Versuch gemacht. Für den Anfang nur 1,5ha. Ohne Zuschüsse und ohne "Rückendeckung von offizieller Stelle". Da wollte damals nämlich noch niemand was von wissen. Ergebnis: Zu wenig an das hiesige Klima angepasste Sorte, Pflanzenschutz sagen wir mal: problematisch. Kurz vor Ernte hat ein riesen Schwarm Tauben alles weggefressen (wo die bloß herkamen?). Da wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis Soja mit traditioneller Züchtung, also ohne Gentechnik, so weit ist, dass beim Anbau in unseren Lagen interessante Erträge rauskommen. Wir haben hier auch noch andere Eiweißträger, die bereits heimisch sind und die man leichter weiterentwickeln könnte.

    von detmarkleensang

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