Vorschlag: Agrarprämien an 20 % Eiweißpflanzen in der Fruchtfolge binden

[14.06.2012]


Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf "Dass Leguminosen heute trotz der unbestreitbar vielen Vorteile kaum noch angebaut werden liegt schlicht daran, dass sich für die Betriebe der Anbau anderer Kulturen mehr lohnt. All die Förderprogramme der letzten Jahre haben daran nichts entscheidendes geändert, und auch noch so viele teure Forschungsvorhaben werden das nicht schaffen", meint Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) im Vorfeld der heutigen Vorstellung der Eiweißpflanzenstrategie durch das Bundesagrarministerium.
 
Um die erwünschte starke Ausdehnung des Eiweißpflanzenanbaus zu erreichen, sei betriebswirtschaftlich eine klare relative Vorzüglichkeit für den Anbau notwendig, so der AbL-Vorsitzende. Im Zuge der aktuellen EU-Agrarreform müssten deshalb die Direktzahlungen daran gebunden werden, dass die Betriebe auf ihren
Ackerflächen mindestens alle fünf Jahre Leguminosen anbauen. „Es ist das Bundesministerium, das davon bisher nichts wissen will“, so der Landwirt. „Solange das Ministerium diesen entscheidenden Hebel aber ausschlägt, läuft die ganze Eiweißpflanzenstrategie ins Leere.“
 
Graefe zu Baringdorf rechnet vor: Werden in Deutschland auf den Ackerflächen alle fünf Jahre Leguminosen angebaut, würde das für die Folgefrüchte über 120.000 t Rein-Stickstoff in den Boden legen. Die Ersparnis chemischer Mineraldünger würde somit umgerechnet pro Jahr 400 Mio. Litern Diesel entsprechen. „Der Eiweißpflanzenanbau ist die entscheidende Maßnahme zur Ökologisierung der Landwirtschaft. Je früher wir
diesen Übergang von der ölgesteuerten hin zur solargestützten Lebensmittelerzeugung schaffen umso besser", stellt er fest.

Für die Blockade macht Graefe zu Baringdorf die chemische Industrie und die Futtermittelindustrie verantwortlich. (ad)
 

Leserkommentare

10 Kommentar(e)
  • Abl: Aus für Bäuerliche Landwirtschaft!

    [14.06.2012]

    Die großen steckens weg, die kleinen gehen dran kaputt. Oder: Kleegras anbauen für die Biogasanlage!?! Oder: Unsere Schlaumeier kaufen's uns ab und fessen's dann selber!! Gruß von einem kleinen

    von rogemerz

  • Interessanter Gedanke

    [14.06.2012]

    Wenn, dann aber EU-weiter Leguminosenanbau für alle verpflichtend auf 20% der Ackerfläche. Das bringt Stimmung in den Proteinmarkt!

    von donnershag

  • Grafe von Baringdorf

    [14.06.2012]

    Gentechnikfreies Soja wächst in Regionen wo Körnermais angebaut wird.Dort wir vielfach Kö-Mais als Silomais in Biogasanlagen verwendet.Wenn man dies durch Genfreies Soja ersetzen würde man vom Weltmarkt unabhängiger.Und für jeden Ackerbaubetrieb wäre es eine bereicherung für die Fruchtfolge.Weil Soja ein Stickstoffsammler ist.Es braucht keine mineralische Düngung,Pflanzenschutzmaßnahmen beschränken sich auf die Unkrautbekämpfung.Soja ist Humusmehrer würde so hervorragend in jede Getreidefruchtfolge passen. Der Grafe ist doch auch Biogas Betreiber.Wie intensiv betreibt er seine Anlage??Würde mich mal interressieren.Bevor man mit den Fingern auf anderen zeigt,sollte man selber mit guten Beispiel vor gehen.

    von

  • wie siehts mit raps und ethanol weizen aus???

    [14.06.2012]

    Also der Weizen der zu Ethanol verarbeitet wird und der Rapskuchen aus der Ölmühle sind doch ein hervorragendes Eiweißfutter, der ha Ertrag ist höher als bei der Körnererbse...aber das passt nicht ins schema der Grünen...

    von christian3009

  • [14.06.2012]

    Eiweißpflanze sind sicherlich ein Ansatz zum Nachdenken. Aber da es sich um die Kombination mit EU-Zahlungen handelt muss das Ganze auch EU-weit gelten und nicht wieder ein deutscher Alleingang werden. Für die Betrieb gesehen ist das Ganze eh eine "Lachnummer", die in der Grundaussage schon ackerbauliche Inkompetenz wiederspiegelt (Selbstverträglichkeit, etc.).

    von LehrAgro

  • BIOGAS

    [14.06.2012]

    ERST BIOGAS HOCHDREHEN UND JETZT LEGUMINOSEN; WELCH SCHWACHSINN

    von chrisitho

  • Verlorenen Ertrag

    [14.06.2012]

    in Form von Weizen/Mais muss man gegenrechnen, stimmt. Wenn ich mich aber nicht verrechnet habe, werden pro ha 50 kg N gebunden und 166 l Dieseläquivalent vermieden. Wenn dieser Anbau für alle gelten würde, wäre das machbar, denn die entstehenden Verluste würden zum großen Teil in die Pachtpreise fließen und - für mich das Wichtigste - es wäre ein Schlag gegen die Gensoja-Fraktion.

    von user10

  • [14.06.2012]

    Nachdenken sollte aber erlaubt sein - eben um von Sojaimporten zumindest etwas unabhängiger zu sein. Kurzfristig mag sich das wirtschaftlich eine Luftnummer sein. Aber wir sollten endlich mal langfristig denken; und nicht heute Hüü, morgen Hott.... Also drüber nachdenken und Szenarien durchspielen!

    von preuße

  • Grüne

    [14.06.2012]

    Grüne haben mit "Bio"gas die Landwirtschaft industrialisiert und wollen nun mit Leguminosen ökologisieren? 700000ha EEG Mais sind schon für 20 Jahre verplant.

    von

  • Nicht zu ende gedacht

    [14.06.2012]

    Eiweißpflanzen in Deutschland sind nun mal nicht so effizient wie Soja unter dem ansatz der komperativen Kostenvorteile beim Welthandel ist dieser Vorschlag geradezu irrwitzig! Man muss zusätzlich die Oppotunitätskosten für verlorenen bioenergie in form von Weizen oder Mais gegenrechnen. Wirtschaftlich und ökologisch ist das eine Luftnummer

    von landfuerst

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Interessante Produkte


traktorpool

weitere Angebote