Aigner würdigt 50-jähriges Bestehen der Gemeinsamen Agrarpolitik

[31.07.2012]


Ilse Aigner Ilse Aigner Vor genau 50 Jahren, am 30. Juli 1962, haben die sechs Gründungsstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) eingeführt. Grund dafür war die Nahrungsmittelknappheit in der Nachkriegszeit und die Sicherung von Europas Eigenständigkeit bei der Nahrungsmittelproduktion.
 
„Die GAP hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Europa in Wohlstand und ohne Sorge um das tägliche Brot zusammen gewachsen ist. Deshalb ist die GAP eine Erfolgsgeschichte der europäischen Integration“, erklärte Bundesagrarministerin Ilse Aigner dazu am Montag in Berlin. Die Gemeinsame Agrarpolitik habe sich bewährt, weil sie einst strukturschwachen EU-Staaten durch eine gezielte Modernisierung des Agrarsektors und des ländlichen Raumes zu Stabilität und Wachstum verholfen hat. Europas Landwirtschaft, vor Jahrzehnten noch ein Sorgenkind, sei damit zu einer wettbewerbsfähigen Erfolgsbranche geworden, die für kräftiges Wachstum, sichere Arbeitsplätze und international beachtete Innovationen steht, so die CSU-Politikerin. Fehlentwicklungen wie Butterberge oder Milchseen seien längst überwunden worden, durch eine klare Marktorientierung und ständige Modernisierung. „Deutschland drückt auch hier aufs Tempo“, sagte Aigner und betonte, kaum ein Mitgliedsland in der EU sei bei der Modernisierung der Landwirtschaft so weit wie Deutschland.
 
Mit Blick auf die bevorstehende Agrarreform sagte Aigner: „Ich bin mir mit Kommissar Ciolos einig: Wir müssen die Arbeit unserer Landwirte wertschätzen und die Herstellung von Qualitätsprodukten fördern, wir müssen Planungssicherheit bieten für gute landwirtschaftliche Erträge und dadurch auch künftig Investitionen ermöglichen. Das wollen wir mit der GAP-Reform erreichen.“ Darüber hinaus sprach sich die Ministerin für eine weitere Stärkung der Umweltbeiträge der Landwirtschaft und eine deutliche Vereinfachung der Verwaltungsvorschriften aus. „Wir brauchen ein wirksames Greening, das der Vielfalt der europäischen Landwirtschaft Rechnung trägt und einen klaren Beitrag leistet zum Schutz der Artenvielfalt, der Böden, des Wassers und des Klimas“, so Aigner. Das künftige Fördermodell für die europäische Landwirtschaft müsse wirkungsvoll und zukunftsfähig sein. (ad)

Mehr dazu:
50 Jahre GAP: Heereman überreicht Kuchen an Ciolos und Aigner (25.1.2012)

Video:
Freiherr Heereman übergibt Ciolos und Aigner Jubiläumskuchen (25.1.2012)

Leserkommentare

1 Kommentar(e)
  • [31.07.2012]

    Ich glaube diesen Artikel lesen die falschen Menschen. Die gemeinsamme Agrarpolitik ist sicher eine Erfolgsgeschichte allerdings nicht für die Bauern. Der Umbau unserer Geselschaften in eine modere Dienstleistungs und Wissensgeselschaft wäre ohne dauerhaft sichere und niedrige Agrarpreise nicht möglich gewesen. Vor 50 Jahren hatten wir ca. 1,8 Millionen Bauernhöfe in Deutschland, die Zahl ist mittlerweile auf unter 400000 geschrumpft. Die waren Nutznieser der Agrarsubventionen war also nicht wir Bauern. Wenn man sich die Notierungen für landwirtschftliche Produkte ansieht pendeln die immer noch um die Agrarpreise von vor 50 Jahre.

    von gerdingludger

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