Wird die Solarkürzung verschoben?

(5.3.2012) Aktualisierung: Die vom Bundeskabinett beschlossene Kürzung der Solarvergütung stößt auf Widerstand in den eigenen Reihen. In einem Positionspapier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, haben sich die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP dafür ausgesprochen, die geplante Kürzung auf den 1.April zu verschieben. Die Pläne des Kabinetts dagegen sehen vor, die Vergütungen bereits ab dem 9.März zu. Den vollständigen Artikel vom 5.3.2012 lesen Sie hier...

Bundesregierung beschließt Förderkürzung bei Solaranlagen

Solaranlage (29.2.2012) Die Bundesregierung hat am 29. Februar beschlossen, ab dem 9. März die Einspeisevergütung für Solaranlagen um 20 bis 30 % zu kürzen. Von Mai an soll die Förderung monatlich um weitere 0,15 Cent zurückgefahren werden, berichtet Spiegel Online.

Ob es tatsächlich so kommt ist aber noch nicht klar. Mehrere Abgeordnete aus den Fraktionen von Union und FDP sind mit den Plänen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nicht einverstanden. Auch CSU-Chef Horst Seehofer geht dieser Zeitplan zu schnell. Er fordert eine Übergangsfrist, damit bauwillige Bürger noch Zeit zur Umsetzung haben.

Es gehe nicht um die Kürzung an sich, sagte Seehofer, "sondern es geht um den Zeitpunkt, ab dem man es macht". Viele Menschen hätten im Vertrauen auf die aktuellen rechtlichen Grundlagen investiert und seien finanzielle Verpflichtungen eingegangen. "Da können Sie nicht einfach dazwischen sagen, jetzt verletzen wir den Vertrauensschutz." SPD, Grüne und Linke sprechen unterdessen von einem Angriff auf die Energiewende. Die Solarbranche warnt vor massiven Jobverlusten.

Für Aufregung sorgte heute außerdem der Beschluss des Bundeskabinetts, dass die Regierung künftig die Förderungen für Solar-, Wind- und Biogasanlagen ohne Zustimmung des Bundestages kürzen will. Sollte der Bundestag diesem Plan zustimmen, könnten die Ministerien bald eigenständig über die Höhe und die Anteile der Zuschüsse entscheiden.

Mehr dazu in folgender Meldung: Regierung plant drastische Änderung des EEG (29.2.2012)


"Trotz Kürzung lohnt sich Solar weiterhin"

Solar Solarexperten sind laut Spiegel aber der Meinung, dass man auch künftig satte Gewinne machen kann, wenn man nur ein paar Grundregeln beachtet. Für eine kleine Anlage mit 10 Kilowatt Leistung sinkt die Förderung um einmalig 20 %. Dazu Patrick Hummel von der UBS: "Wer eine Anlage Made in Germany kauft, kann im Schnitt noch mit einer Rendite von 5 % rechnen. Wer eine Anlage mit chinesischen Modulen kauft, sogar mit 7 oder 8 %."

Bei seinen Berechnungen geht Hummel davon aus, dass der Betreiber einer kleinen Solaranlage einen Teil des Stroms selbst verbraucht, den er erzeugt. Damit ist eine zweite Neuerung der Bundesregierung schon berücksichtigt: Betreiber kleiner Solaranlagen bekommen künftig für 15 % ihres Jahresverbrauchs keine Förderung mehr, so der Spiegel.

Wer seinen Solarstrom selbst verbraucht, spare sich den Kauf von teurem Strom aus der Steckdose. Die Kilowattstunde Solarstrom werde nach der Kürzung noch mit 19,5 Cent gefördert. Steckdosenstrom kostet derzeit rund 24 Cent. Je mehr Strom ein Anlagenbetreiber also selbst verbraucht, desto größer die Rendite seiner Anlage. Theoretisch sei es möglich, dass Besitzer kleiner Anlagen bis zu 50 % ihres Stroms selbst verbrauchen, heißt es in dem Artikel .

7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von josef02 · 1.
    Hallo Preuße

    Ihr Argument existiert nicht. Wer in Photovoltaik nicht das Allheimittel sieht, ist nicht gleichzeitig Befürworter der Atomenergie. Mit 3,25 Euro Cent ist Island der günstigste Stromanbieter in Europa, dass durch Geothermie. Wir müssten lediglich diese Energiequelle erschließen. Tiefengeothermie ist überall möglich, auch bei uns.

  2. von preuße · 2.
    @josef02

    Ihre Anmerkungen sind Unsinnig. Wieviel Mrd.€ werden eigentlich zum Wohle der vier Großen in die Kernkraftwerke gepumpt? Experten haben nach Angaben einer WDR-Sendung zufolge errechnet, daß eine kWh aus Atomstrom ca 2,-€ kostet. Das Problem ist nämlich die Endlagerung des Atommülls. Diese bezahlt aber fast ausschließlich der Steuerzahler - und nicht der Stromkunde! Ergo werden im Gegensatz zu den PV-Anlagen die vier Großen Energieversorger über den Steuersäckel erheblich subventioniert.

  3. von josef02 · 3.
    EEG Kürzungen

    Über die EEG-Umlage werden in diesem Jahr voraussichtlich Ökostrom-Subventionen in Höhe von 12,5 Mrd. Euro auf die Stromrechnungen der Verbraucher umgelegt. Dass diese ungesunde Wirtschaft ein Ende haben muss ist doch klar. Solarworld freute sich jedes Jahr über tolle Gewinne, jetzt wären sie auf einmal pleite. Mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar.

  4. von VolkerLi · 4.
    Kopflosigkeit der Regierung

    Es kann nicht sein, daß eine Regierung so kurzfristig agiert, wo bleibt hier eine Planbarkeit für den Unternehmer. Es wird kopflos nach Gutsherrenart entschieden für die vier Großen. Dass Kürzungen notwendig und sinnvoll sind ist aus Sicht der Stromkunden erforderlich. Für jedes KW-Peak Solarstrom ist ein anderer Energieerzeuger vorzuhalten solange kein Stromspeicher vorhanden ist.

  5. von josef02 · 5.
    Wird die Solarkürzung verschoben?

    Egal wie viel Mrd. Euro noch in die Photovoltaikförderung gepumpt werden. Nachts gehen die Lichter aus.

  6. von simson09 · 6.
    Irgend wo ....

    .....muß ja jetzt Wulffs Ehrensold eingespart werden ..... :D

  7. von juppup · 7.
    EEG-Kürzungen

    Unsere Bundesregierung: Wendehälse und Jobkiller der Nation, besonders die Splitterpartei FDP! Alles zum Wohle der 4 Energiekozerne!

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