Gentechniker erhalten Welternährungspreis

Die Preisträger des diesjährigen Welternährungspreises Die Preisträger des diesjährigen Welternährungspreises: Dr. Marc Van Montagu, Dr. Mary-Dell Chilton, Dr. Robert T. Fraley
Heute wurde der Welternährungspreis (World Food Prize) an drei Wissenschaftler verliehen, die auf dem Gebiet der grünen Gentechnik wichtige Entdeckungen gemacht haben.

Der belgische Molekularbiologe Marc Van Montagu entdeckte den Mechanismus des Gentransfers zwischen Agrobacterium tumefaciens und Pflanzen. Er entwickelte daraufhin die Transformation durch Agrobacterium tumefaciens, die heute bei der Herstellung von transgenen Pflanzen weltweit eingesetzt wird.

Für ihre Arbeit an der Zelltransformation wurde zudem Dr. Mary-Dell Chilton von Syngenta ausgezeichnet. Sie entdeckte damals wie ein Pflanzen-Bakterium für die Übertragung fremder Gene in Pflanzenzellen benutzt werden kann. Syngenta konnte damit seine GVO-Pflanzen züchten. Resultat wäre, dass heute 17 Mio. Bauern weltweit auf 170 Mio. ha transgene Pflanzen anbauen könnten, lobte der US-Außenminister John Kerry. Und Syngenta-Chef Mike Mack hob hervor, dass Chilton eine Pionierin der modernen Biotechnologie sei und den Landwirten unglaublich geholfen habe. Dr. Chilton gründete 1984 das Syngenta-Biotech-Forschungszentrum.

Der dritte Preisträger ist Robert T. Fraley, Vizepräsident und Technologiechef von Monsanto. Er wurde für die Forschung in der Pflanzenbiotechnologie und ihrer Anwendung geehrt. Wie es heißt, habe seine Pionierarbeit die Züchtung und Verbesserung von Kulturpflanzen in der Landwirtschaft vorangetrieben.

Pioniere in Sachen Welternährung

"In den letzten 60 Jahren hat uns die Wissenschaft bei der molekularen Genetik große Möglichkeiten für die Zukunft der Landwirtschaft, Industrie, Medizin und Umweltschutz eröffnet", sagte der Vorsitzende des Welternährungspreises, der indische Wissenschaftler Dr. M.S. Swaminathan. Es sei daher an der Zeit, dass der World Food Prize in diesem Jahr an einige der Pioniereder grünen Gentechnik geht. Sie hätten dazu beigetragen, dass wir die Chancen haben, ein Gleichgewicht zwischen der wachsenden Bevölkerung und der Nahrungsmittelproduktion zu erreichen.

Der Welternährungspreis (World Food Prize) ist eine internationale Auszeichnung für Personen, die besondere Leistungen für die Verbesserung der Quantität, Qualität oder Verfügbarkeit von Lebensmitteln erbracht haben, heißt es dazu bei Wikipedia. Der Preis wurde 1986 vom Friedensnobelpreis-Träger Norman Ernest Borlaug geschaffen und wird seit 1990 vom Geschäftsmann und PhilanthropenJohn Ruan finanziert. Mit seinen Bemühungen gilt Borlaug heute als wesentlicher Initiator der Grünen Revolution in den Entwicklungsländern.

Kritik von Umweltschützern und Grünen

Harald Ebner Harald Ebner
Empört auf die Verleihung reagiert unterdessen Harald Ebner, Sprecher für Agrogentechnik von den Grünen. Er fragt, ob die Jury des Welternährungspreises auf die Lieblings-Mär der Gentechnik-Lobby hereingefallen sei, dass Gentechnik die Lösung für das Welternährungsproblem sei.
 
Seiner Überzeugung nach bringt Agrogentechnik keine höheren Erträge, sondern macht Kleinbauern abhängig von teurem patentierten Saatgut und Pestiziden der Konzerne, was zu mehr statt weniger Armut und Hunger führe. Und weil mit dem Anbau von Gentech-Pflanzen die Zahl giftresistenter Unkräuter und Schädlinge steige, würde auch der Pestizidverbrauch immer weiter wachsen.

Martin Häusling, grüner Abgeordneter im Europaparlament, zieht sogar einen Bogen zum Flüchtlingsdrama im Mittelmehr: „Die schrecklichen Ereignisse vor Lampedusa werfen erneut ein Schlaglicht auf die unzureichenden Methoden, mit denen die Politik versucht, den Hunger und die Fehlernährung in den armen Ländern Afrikas zu bekämpfen. Die Menschen fliehen nach Europa, auch deshalb, weil man ihnen die Möglichkeit nimmt, mit ihren eigenen, traditionellen Methoden für eine ausreichende Ernährung in ihrer Heimat zu sorgen", erklärte er am Mittwoch.

Mit Ablehnung reagieren auch verschiedene Umweltschützer. Sie vermuten, dass üppige Spenden von Monsanto und Syngenta zur Entscheidung beigetragen haben. (ad)

13 Leserkommentare Kommentieren

  1. von heike comeback · 1.
    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    Diejenigen ,welche Gottes Werk vollenden sind Persönlichkeiten wie Sepp Holzer,Das sind Querdenker ,welche die Folgen ihres Handelns im Blick haben,auf das grosse Ganze schauen und unseren Planeten respektieren und bereichern.Diese drei genannten Wissenschaftler leisten allenfalls Teufels Beitrag,weil sie Pflanzen nicht integrieren ,sondern manipulieren und verstümmeln, weil das Ganze mehr ist, als die Summe ihrer Teilchen. Sie beachten nur ihren speziellen Aufgabenbereich und deshalb wird die Entwicklung der grünen Gentechnik niemals gutgehen .Aber es hat ja auch noch nie jemand behauptet ,dass es gut gehen würde. Die bösen Folgen werden die nächsten Generationen tragen.............

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  2. von fur1ou$$ · 2.
    bei den Wahrheiten bleiben

    Es ist doch interessant, was hier alles so verdreht wird. 1. Die Preisverleihung war gestern (16.10.13) zumindest bin ich dort gewesen und hab gesehen, wie die Preisträger geehrt wurden. 2. Es steht einer Stiftung doch wohl zu, einen Preis den Leuten zu verleihen, von denen sie meinen, dass sie im Sinne ihres Gründers gehandelt haben. Ebenso steht es z.B. dem Verein der DLG zu Firmen Medallien zu verleihen, die ihrer Meinung für Fortschritt gesorgt haben. 3. Ich weiß ja nicht was einige hier gelesen haben, aber die Preisträger sind die PERSONEN Chilton, Fraley und Van Montagu und nicht die Unternehmen, für die sie gearbeitet haben. 4. Wissenschaft ist prinzipiell erst mal neutral. Was Menschen daraus machen ist dann positiv oder negativ zu bewerten. 5. Golden Rice wäre warscheinlich verfügbar, wenn sich Greenpeace nicht so dagegen stemmen würde. Das alles soll aber jetzt nicht heißen, dass ich uneingeschränkt pro-GMO bin. Nur um das für einige hier im Forum klar zu stellen!

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  3. von xf1 · 3.
    Widersprüchlich, Dieter Müller

    Wie kann man von einem Monopol sprechen, wenn kein Zwang besteht "Gen-Saatgut" zu kaufen? Das könnte für die inländischen Züchter eher zum Vorteil, als zum Nachteil werden, es sei denn, "Gen-Saatgut" ist qualitativ, ökologisch und somit auch ökonomisch überlegen - dann würden die heimischen Züchter tatsächlich untergehen, und Schuld hätten dann alle, die verhindert haben, in diesem Bereich aktiv zu werden oder zu bleiben. So sicher wie nach Erfindung der Dampfkraft die Eisenbahn war, so sicher ist die flächendeckende Etablierung der Gentechnik. Auch die Eisenbahn wurde Anfangs mit Steinen beworfen.

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  4. von Dieter Müller · 4.
    Die Ausbremsung von mittelständischen Unternehmen, ohne die grüne Gentechnik, ist eine Milchmädchenrechnung.

    Bisher verkaufen mittelständische Unternehmen Saatgut von anerkannten Züchtern. Wenn Konzerne ihr Monopol auf Gensaatgut durchsetzen sind die inländischen Vermehrer eher die Verlierer. Für den Zwischenhandel ist es eigentlich gleich ob sie Saatgut mit oder ohne Gentechnik weiterverkaufen. Die Wahrscheinlichkeit ist dort aber eher größer, dass bei Gensaatgut die Preise von den Konzernen auch dort diktiert werden.

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  5. von Slowfoot · 5.
    Die Preisverleihung

    liegt bereits 4 Monate zurück, und plötzlich fällt dem Eu-Parlamentarier der Grünen ein, einen Bezug zur aktuellen Flüchtlingssituation am Mittelmeer herzustellen? Dabei hätte er doch viel früher reagieren müssen, um den Menschen zu helfen, wo war er denn? Notfalls hätte die Eu ein Kreuzfahrtschiff chartern können um die Menschen ohne Not ins sichere Europa zu bringen, der Eu Agrarhaushalt hätte diese Summe leicht aus den Milch-Strafabgaben begleichen können! Warum also mussten diese Menschen sterben? Herr Häusling! Ihre Antwort?

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  6. von xf1 · 6.
    Immer wieder Monsanto und Abhängigkeit

    Dabei ist es doch so einfach, anderes Saatgut zu kaufen. Welcher von den Jammerlappen und grünen Schnürstiefeln ist denn überhaupt gezwungen, bei Monsanto oder Syngenta zu kaufen?

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  7. von Doris Peitinger · 7.
    Sponsorengeklüngel

    Scheinbar war man der Meinung, dass nun endlich mal Sponsoren dieses Preises dran sind - Monsanto und Syngenta. Für das nächste Mal wären noch Du Pont, Bayer, Nestle und Walmart übrig, die sicher auch gerne mal bedacht werden würden. Schade, dass dieser Preis damit absolut nichts mehr mit dem Ursprungsgedanken zu tun hat, sondern nur noch dazu dienen soll, diversen Konzernen ein positives Image zu verschaffen, dass diese anscheinend dringend nötig haben, da die Tatsachen eine andere Sprache sprechen.

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  8. von klausmueller · 8.
    Nicht nur Monsanto

    und andere Großunternehmen sind in Europa züchtungsforschungstechnisch ausgebremst worden,sondern auch mittelständische Unternehmen, die auf diesem Gebiet für Vielfalt hätten sorgen können. Gentechnik ist kein Allheilmittel, aber ein Mittel zur beschleunigten Züchtung. Resistenzbildung kann generell nicht verhindert werden, da sich die Evolution nicht verhindern lässt. Geschmacklos ist die Benutzung der Lampedusa-Toten für die Argumentation, ebenso wie der Verweis der spendenfinanzierten Umweltorganisationen auf vermutliche Großspenden, die die Preisverleihung beeinflussen sollten...

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  9. von Dieter Müller · 9.
    Auch ein Welternährungspreis wird die negative Meinung der Landwirte/innen und Verbraucher/innen, zur grünen Gentechnik, mehrheitlich kaum verändern.

    Monsanto und andere Konzerne, die im Bereich der grünen Gentechnik Profite machen wollen, können mit Sicherheit etliche Experten/innen gut bezahlen, sind aber nicht in der Lage die Vorbehalte, von über 90 % unserer Bevölkerung, auszuräumen.

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  10. von klaus1618 · 10.
    Glaubwürdige Philanthropen der Agroriesen?

    Das Management der Agroriesen MONSANTO, SYNGENTA u. Konsorten agiert mit den hauseigenen Marktstrategien wahrlich nur im Sinne der "Mitmenschlichkeit"? Sicherlich sind solche Unternehmen imstande, die Steuerzahlungen der Konzerne im Sinne der eigenen Aktionäre nach geltendem internationalem Recht und Gesetz zu optimieren. Das Gemeinwohl wird dann leider im Sinne von letzteren zurückstehen müssen. Aufgrund vorstehender Auszeichnungen wird zum Beispiel das am häufigsten angewendete und damit mengenmäßig meistproduzierte "Pflanzenbehandlungsmittel" GLYPHOSAT einen noch größeren HYPE erfahren, der Absatz kann dadurch wohl wiederum positiv angekurbelt werden. Vielleicht ist einmal vorsichtig zu hinterfragen, ob, ggf. WIE DANKBAR u. ERKENNTLICH sich die Agroriesen MONSANTO u. SYNGENTA für die Ehre der obigen Preisvergabe gezeigt haben. Das Positiv-Image eben dieser Agroriesen hat damit eine wahnsinnige Aufwertung für die breite Masse erfahren!---Eine vorsichtige visionäre Vorstellung: Welche marktwirtschaftlichen Folgen hätte es, wenn aus diesen Konkurrenten "Freunde" würden...? Sollte eine unheilige Allianz solcher internationaler Agroriesen erfolgen, was in dieser Sparte durchaus gängige Praxis war und ist, findet nicht nur ein "Gentransfer" sondern vor allen Dingen ein Geldtransfer durch Bündelung solcher Marktmacht statt. Eben diese "Synergieeffekte" würden dann Mittel u. Wege zu aktivieren wissen, den Transfer von vor allen Dingen kleinbäuerlichen Vermögen in die eigenen Aktionärstaschen nachhaltig zu verstärken.----Hat sich schon einmal jemand überlegt, was z.B. mit der derzeitigen pseudo-gemeinnützigen Zurverfügungstellung eines "GOLDEN RICE" geschieht, wenn sich der großflächige Anbau desselben etabliert u. damit bäuerliche Abhängigkeiten geschaffen hätte u. der das Patent haltende Agroriese nur eine "kleine Gensequenzänderung" vornimmt. Das ursprüngliche Patent wäre aufgrund des Verzichtes der übrigen ca. 70 Patentinhaber dann hinfällig, einer kommerziellen alleinigen Nutzung durch den Agroriesen stünden dann wohl keine behindernden rechtlichen Bestimmungen im Wege. Sicherlich aber ein verwerflicher Gedanke! Ein solches Ansinnen würden diese Agroriesen sicherlich niemals hegen. Allerdings ist bei dem fragwürdigen rücksichtslosen, größtenteils ungerechtfertigten Vorgehen des Saatgutkonzerns MONSANTO gegen amerikanische Farmer bezüglich sogenannter Patentverletzungen eine gewisse Vorsicht nicht von der Hand zu weisen. - Aus Schaden wird (sollte) man klug werden!

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  11. von jobelego · 11.
    Auch Häusling gebührt ein Titel...

    Nachem die Rolle des Bundesagrarlügners schon von Ostendorff besetzt ist, hat er sich mit der angeblichen Flucht der Afrikaner vor moderner Landwirtschaft als Europaagrarlügner qualifiziert.

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  12. von xf1 · 12.
    Umwelt und Gesundheit sind grünen Hetzern wurscht

    Mit Biosprossen kann das Welternährungsproblem auch gelöst werden - grünkonform.

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  13. von Slowfoot · 13.
    Der Häusling

    Und schon wieder ist der Tod Mittel zum Zweck.... Man kann es nicht oft .....

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