[05.10.2012]
Wilhelm Priesmeier
„Schaufensterpolitik” hat der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Hinblick auf ländliche Räume vorgeworfen. Anlässlich des Demografiegipfels der Bundesregierung kritisierte der SPD-Politiker, Aigner verstehe Politik für den ländlichen Raum lediglich als „Klientelpolitik für die Agrarwirtschaft”. „Hand in Hand mit dem Bauernverband” setze sie sich in Brüssel dafür ein, dass das bisherige Zahlungssystem unangetastet bleibe. Bis heute habe die schwarz-gelbe Koalition kein brauchbares Konzept zur Stärkung des ländlichen Raums vorgelegt. Stattdessen verlege man sich auf Modellvorhaben wie „LandZukunft”.
Demgegenüber will die SPD nach den Worten Priesmeiers neben der Agrarwirtschaft auch Initiativen und kleinere Unternehmen aus anderen Bereichen fördern. Es gelte, den Zugang zu Qualifikation und Weiterbildung für die Menschen auszubauen und das bürgerschaftliche Engagement vor Ort zu stärken. Eine Voraussetzung dafür sieht der SPD-Agrarsprecher in flexiblen Regionalbudgets. Die bisherige Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) wolle die SPD konsequent zu einer Gemeinschaftsaufgabe für den ländlichen Raum weiterentwickeln. Dabei gehe es auch darum, Synergieeffekte mit der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) zu nutzen. Eine Novellierung des GAK-Gesetzes sei darum dringend erforderlich. (AgE)
Leserkommentare
Priesmeier ist selbst ein „Schaufensterpolitiker“ par excellence
[05.10.2012]
Wenn er hier Frau Aigner für eine „Klientelpolitik für die Agrarwirtschaft” kritisiert und dass sie dafür „Hand in Hand mit dem Bauernverband” arbeite, dann gilt das für Priesmeier längst. Schon lange vor Aigners Amtszeit ist er selbst nur allzu gerne auf BV-Versammlungen aufgetaucht und wurde, bzw. wird heute noch dort als „unser Freund Wilhelm in Berlin“ angekündigt. Er war damals nicht glaubwürdig und ist es heute mit solchen Aussagen noch weniger, von seiner nicht vorhandenen Sympathie ganz zu schweigen. Alles nur "Schaufensterpolitik".
von helmut_ehrlicher
Regionalbudget??
[05.10.2012]
Ich persönlich glaube nicht an die Intelligenz und Weitsicht bei der Verteilung bzw Verwendung von Regionalbudgets. Kungelei und Prestigeobjekte werden dann noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Man braucht mit Sicherheit Förderung zur Selbsthilfe, aber mit halbwegs sicheren und nachprüfbaren Rahmenbedingungen. Es nützt nichts, einfach den erfolgreichen Nachbarn zu imitieren wird nichts nützen!!! Jeder selbst muss seine Stärken pflegen, erkennen und umsetzen und dabei bedarf es Anschubfinanzierungen und deutlich mehr Wertschätzung von Ausbildung und Fortbildung. Schon bei der Ausbildung muss man dem "Bodensatz" klar machen wie brutal Marktwirtschaft sein kann, notfalls ohne Abschluss!!!
von landfuerst
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