Rukwied ruft zur Kommunikationsoffensive auf

[06.09.2012]


Joachim Rukwied Joachim Rukwied Bauernpräsident Joachim Rukwied hat die Landwirte und die Marktpartner zu einer verstärkten Kommunikation mit der Gesellschaft und mit Meinungsträgern aufgerufen. „Kommunikation ist in unserer heutigen Mediengesellschaft mit seiner hohen Informationsflut eine Verpflichtung für jeden landwirtschaftlichen Unternehmer", erklärte Rukwied auf den DLG-Unternehmertagen 2012 in Mannheim.

Die Landwirte in Deutschland besäßen die notwendige Kommunikationskompetenz und würden als authentisch und vertrauenswürdig in der Bevölkerung wahrgenommen. Zudem gebe es nur wenige Branchen in der deutschen Wirtschaft, deren Themen die Verbraucher so interessierten, gleichwohl aber auch emotionalisierten wie die der Land- und Ernährungswirtschaft, stellte Rukwied fest.


 
Themen zum technischen Fortschritt oder zum unternehmerischen und marktorientierten Verhalten der Landwirte seien bereits heute nach den Vorstellungen der Gesellschaft übererfüllt. Erhebliche Defizite gebe es aber in der Einschätzung der Verbraucher im Tier-, Natur- und Umweltschutz, was die gesamte Branche vor große Herausforderungen stelle. In diesen Fragen drifteten Erwartungen und die vom Verbraucher gesehene Wirklichkeit noch weit auseinander. 



Das Internet bietet uns Chancen

Joachim Rukwied Joachim Rukwied Die aktuellen Umfragen von Meinungsforschungsinstituten bestätigten, dass die Themen der Landwirtschaft und der Ernährung auf ein hohes Interesse in der Bevölkerung - quer durch alle Altersgruppen – stoßen würden, stellte Rukwied fest. Dies sei eine gute Grundlage für die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die die Landwirtschaft mit ihren Marktpartnern als Zukunftsbranche nutzen müsse. Zielgruppenorientierte und vielseitige Kommunikationsinstrumente seien vorhanden, ebenso wie Organisationen und Verbände der Land- und Ernährungswirtschaft, die die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte unterstützen müssten. Dazu gehöre auch, Kommunikationskonzepte und Maßnahmen mit hoher Reichweite und Glaubwürdigkeit bei den Verbrauchern zu finanzieren. 


 
Neue Wege, zu informieren und Vertrauen für die landwirtschaftliche Produktion besonders der Tierhaltung aufzubauen, sieht Rukwied auch in der Kommunikation über das Internet. Deshalb habe der Bauernverband konsequent sein Internetangebot auf einen technisch und nutzerfreundlichen neuesten Stand entwickelt und optimiert für das veränderte Leserverhalten mit mobilen Endgeräten. Newsrooms, QR, Facebook oder YouTube wie auch Videofilme besonders über die Tierhaltung oder zum Umweltschutz seien heute für die Kommunikation der Landwirte Standard, müssten jedoch konsequent weiterentwickelt werden, forderte Rukwied.

Weitere Positionen zu dem Thema von den DLG-Unternehmertagen:
DLG-Unternehmertage: Öffentlichkeitsarbeit ab jetzt Pflicht! (6.9.2012)
 
Sehen Sie dazu auch den Öffentlichkeitsfilm über Schweinehalter Ehlers:
VERANTWORTUNG LEBEN            

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • Scharfmacher

    [06.09.2012]

    Willi reißt sich den Allerwertesten auf um euch einen Dialog mit dem DBV aufzubauen und ihr fallt ihm immer wieder in den Rücken.Ich finde dieses Verhalten sehr naiv.Oder ist es bestimmten Leuten ein Dorn im Auge wenn diese beiden Verbände miteinander reden?

    von

  • Die DBV Spitze hat die Bodenhaftung verloren und stellt falsche Schlußfolgerungen durch seinen verzerrten Blickwinkel von oben herab

    [06.09.2012]

    Dem Verbraucher die Schuld an billigen Nahrungsmittelpreisen und geringer Wertschätzung zu geben ist etwas verfehlt. Der Verbraucher greift nur zu dem was schon vorher billig im Regal gelegen ist. Diesen Schuh müssen sich definitiv die Beteiligten der Agrarpolitik und der Agroindustrie anziehen, die mit immer billiger, immer mehr, immer größer und am Besten weit weg, ja mit regelrechten Marktanteilskreuzzügen auf den Weltmarkt die Rohstoffpreise und Wertschätzung samt Wertschöpfung bei den Urproduzenten in allen Sparten der Tierproduktion in den Dreck gefahren haben. Diese falsche Ausrichtung von Agrar- und Verbandspolitik ständig zu wiederholen, bzw. "besser zu kommunizieren" macht es nicht richtiger.

    von helmut_ehrlicher

  • Zustimmung

    [06.09.2012]

    Ich mag zwar das Wort "Kommunikationsoffensive" nicht sonderlich, weil es mir zu aggressiv klingt, zu sehr nach "Einmarsch". Aber zu tun gibt es reichlich: Entschärfung des Tank-Teller-Dilemmas, Heranführung und Teilnahme der Bauern an den Markt inclusive Einfluss auf Preise und Produktionsmengen (Angebot und Nachfrage = Markt) und das die Verbraucher wissen müssen, das Lebensmittel ihren Wert haben, nicht nur preislich, sondern auch zum Leben dienen. Und zwar nicht nur den Verbrauchern, sondern auch den Erzeugern, den Bauern, zum Leben dienen müssen! Wenn die Lebensmittel auch preislich den Erzeugern zum Leben dienen, dann spielen Tier- und Umweltschutzwünsche von den Verbrauchern keine große Rolle. Wenn sie zu leisten und zu bezahlen sind

    von detmarkleensang

  • Wertevermittlung des Begriffes: "Lebensmittel"

    [06.09.2012]

    Bedauerlicher Weise geht es dem Verbraucher in erster Linie darum, Nahrungsmittel, also Lebensmittel in sehr hoher Qualität zu einem möglichst niedrigen Preis zu bekommen. Hier muss vom DBV erstrangig angesetzt werden, dem Verbraucher klar zu machen, dass Qualität seinen Preis hat. Das wird viel zu wenig getan, Herr Rukwied. Nicht Tierschutz und Umweltschutz muss im Bewußtsein der Verbraucher an erster Stelle eingeprägt sein, sondern die besondere Bedeutung des Begriffes: "Lebensmittel", ohne dem kein Mensch leben kann. Es lässt sich auf Dauer nicht vereinbaren, dem Gedanken von Umwelt- und Tierschutz gerechter Lebensmittelproduktion gerecht zu werden, wenn der Preis dafür von den Verbrauchern nicht akzeptiert wird.

    von beernhof

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