[07.10.2012]
Joachim Rukwied
Die Europäische Union darf die Entwicklungen bei der Bioenergie nicht zunichte machen. Bioenergie und Biokraftstoffe werden für eine zukunftsfähige Energieversorgung innerhalb eines Energiemixes benötigt. Dies geht aus der gemeinsamen Erklärung von 16 Verbänden und Organisationen der Land- und Bioenergiewirtschaft hervor, die DBV-Präsident Joachim Rukwied und der Vorsitzende des Bundesverbandes Bioenergie, Helmut Lamp, am Freitag vorgestellt haben.
„Unsere Landwirtschaft kann beides miteinander verbinden: Teller und Tank“, betonte Rukwied. Der Bauernpräsident machte noch einmal deutlich, dass die im Sommer von Entwicklungshilfeminister Niebel losgetretene Debatte, wonach eine Abschaffung von E10 in Deutschland und Europa den Hunger in Afrika bekämpfen würde, nicht haltbar sei.
Der Schlüssel zur Hungerbekämpfung seien die Schaffung von demokratischen Verhältnissen, die Bildung und die Eigentumsrechte für die Bauern. Europa könne bei rückläufiger Bevölkerung mit seinem strukturellen Getreideüberschuss durchaus Alternativen bei Bioenergie und Biokraftstoffen entwickeln. Dies fördere auch die Vielfalt der Fruchtfolgen im Ackerbau.
Die Pläne der Europäischen Kommission zur Neuregelung der Biokraftstoffe, die Energie-Kommissar Oettinger und Klima-Kommissar Heedegaard vor einigen Wochen angekündigt haben, bedeuteten „auch eine Abkehr von den heute üblichen Biokraftstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe“. Die EU würde in der diskutierten Richtlinie auf Kraftstoffe der 2. Generation und auf Abfälle und Reststoffe setzen, die in diesem Ausmaß nicht verfügbar seien. Aus dieser Sicht seien „die Brüsseler Pläne auch ein Stück weit ein Einknicken vor einer schrägen öffentlichen Debatte um Teller oder Tank“, stellte Rukwied fest. Der Bauernpräsident forderte die Kommission auf, die Pläne zu den indirekten Landnutzungsänderungen und zur einseitigen Bevorzugung von Rest- und Abfallstoffen zurückzunehmen.
Helmut Lamp
Helmut Lamp geht davon aus, dass die Wertschöpfung in Deutschland und Europa verloren ginge, genauso wie Tausende von Arbeitsplätzen und die Investitionen in Milliardenhöhe in den Aufbau einer neuen Energiebranche zerstört würden. Angesichts steigender Energiepreise werde die Bioenergie schrittweise immer weniger staatlicher Förderung bedürfen. „Ein Umstieg von der fossilen auf die erneuerbare Energie ist ohne die Bioenergie unmöglich“, stellte Lamp fest. Bioenergie werde wegen ihrer Speicherfähigkeit und jederzeitigen Verfügbarkeit als Ergänzung zur Sonnen-, Wind- und Wasserkraft mehr denn je gebraucht. (ad)
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Leserkommentare
Rechnung
[08.10.2012]
Nehme ich mal an: Biogasanlage mit 500 kwh elektrischer Leistung benötigt etwa über Daumen gepeilt 250 ha Mais (alles ganz ganz grob!). Je Betriebsstunde werden also 100 l Heizöl bei 50% Wirkungsgrad benötigt. Nehmen wir dann 7.000h Vollast (ein Jahr hat 8760h) an, dann ergibt dies 700.000 l Heizöl (oder 28 Tanklastzüge mit je 25.000 l an Bord im Jahr. Oder auf die Fläche umgelegt: 2.800l Heizöl je ha und Jahr "erzeugt". Davon abzuziehen ist der Treibstoffverbrauch bei Anbau/Transport. Aber 2.800 l Diesel je ha glaub ich wird selbst incl Düngung nicht verbraucht.... Achtung!!!! Auch ich bin kein Freund dieser langen Transportstrecken!
von alorie
Das kann wohl nicht so dramatisch sein, oder ??
[07.10.2012]
Da nachwievor Schweinefleisch und Milch weit über dem Selbsversorgungsgrad erzeugt werden und zu Dumpingpreisen verschleudert werden müssen, ist offensichtlich immer noch genug Fläche da. Entwicklungsländer werden wohl nie ein interessanter Markt für uns werden da unsere Erzeugungskosten weit über dem verfügbaren Einkommen in der 3.Welt liegen. Von daher ist die Tank oder Teller Diskussion absurd. Erst wenn die Preise für Schweinefleisch und Milch ect wirklich stark ansteigen und die Produktion hinter der Nachfrage bleibt, lohnt es sich darüber noch einmal nachzudenken.
von torti
CO 2 Bilanz
[07.10.2012]
Hat bestimmt mehr mit deren Lobby zu tun als mit gesundem Menschenverstand, ich meine jetzt hauptsächlich Biogasanlagen. In unserer Gegend wird Silomais aus bis zu 30 km Umkreis herangefahren, um Biogasanlagen zu füttern , daneben fahren die Betriebe das vergährte Substrat teilweise über 100 km mit LKW auf Ackerbaubetrieben , um Ihre Nährstoffbilanz einzuhalten. Ich bin mir sicher, wenn ich den ganzen Spritt zusammenrechne, der rundherum verbraucht wird, könnte ich theoretisch das BHKW besser auf Heizöl laufen lassen , warscheinlich brauche ich zudem noch weniger als bislang. Für mich ist es nur Nahrungsmittelvernichterei und der Verbraucher kann immer tiefer in die Tasche greifen, weil hinterher alles andere nunmal auch teurer wird.
von bunne
Energiebilanzen, und Ökobilanzen
[07.10.2012]
Bilanzen würden die Wünsche der beiden Lobbyisten untermauern, oder untergraben.
von Hardthof
Das muss Vereinbar sein,
[07.10.2012]
aus der Nummer mit der Energie vom Acker kommén wir nicht mehr heraus!
von ramsdorf
Unsinn
[07.10.2012]
Energie aus Nahrungsmitteln zu zu gewinnen ist Unsinn.Der Energiegewinn entspricht nur dem Aufwand.Es wird praktich nut getauscht und nichts gewonnen.Einzig die Grungstückseigentümer witteren auf kosten der Allgemeinheit das große Geschäft.
von kjewittke
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