Verknappt die EU-Biokraftstoffpolitik das Getreideangebot?

[18.10.2012]


Raps Raps Von verschiedenen Seiten ist derzeit die Befürchtung zu hören, die europäische Biokraftstoffpolitik könnte das globale Angebot an Getreide verknappen oder gar den Hunger in Entwicklungsländern verschlimmern. Gegen diese Behauptung wehrt sich der Deutsche Bauernverband. Für Hunger und Unterernährung in den Entwicklungsländern seien vor allem mangelnde Investitionen in die Landwirtschaft und die mangelnde Beachtung von Eigentumsrechten verantwortlich, kontert der Verband jetzt in einer Stellungnahme.

Außerdem würden bei der Biokraftstoffproduktion in Deutschland und Europa auch wertvolle Eiweißfuttermittel erzeugt. Diese müssten dann nicht mehr importiert werden. Statt „Teller oder Tank“ müsse es „Teller und Tank“ heißen, kritisiert der DBV.

Die EU-Kommission solle ihren Kurs bei Biokraftstoffen ruhig beibehalten. Dann sei auch das Ziel, bis 2020 in Europa 10 % Biokraftstoffe einzusetzen, realistisch. Über tendenziell leicht steigende Hektarerträge seien freie Produktionsmöglichkeiten vorhanden, erklärt der Bauernverband. (ad)

Leserkommentare

6 Kommentar(e)
  • ich kanns nicht mehr hören

    [19.10.2012]

    welch ein unnsin hohe (kostendeckende) getreidepreise verstärken den hunger auf der welt. genau das gegenteil ist der fall gute preise bringen höhere intensität und dadurch höhere erträge. die ganze energetisch verwertung von ackerfrüchten (verheizen biogas biodiesel ethanol) wurde erst durch preise von unter 10 €/dt ausgelöst. der energetische wert liegt auch bei monnetan hohen getreide preisen noch doppelt so hoch (2kg weizen = 1 l heizöl). ethanol eignet sich bei einer flexiblenbeimischung (ob 0 oder 10% ist einen ottomotor egal) ideal zur überschußverwertung. die hungerbekämpfer sollten sich einmal die ausbeutung durch die konzerne ansehen,wenn zum beispiel eine indische textilarbeiterin nur 35 cent am tag verdient kan das nicht reichen

    von awbb

  • subventionierung der grossen ackerbauern

    [18.10.2012]

    jeder ha verknappt das angebot und erhöht den preis und den hunger.den profit machen die grossen ackerbauern,die vom bauernverband sowieso schon protegiert werden

    von cassandracomple

  • politisch verordnete 100% Getreidefruchtfolgen

    [18.10.2012]

    Biospritproduktion dient in erster Linie zur Auflockerung der Getreidefruchtfolgen und damit zur Reduzierung des PSM Einsatzes. Die paar Zuckerrüben und Speisekartoffeln könnten keine Fruchtfolge bundesweit auflockern. Jetzt könne man sagen Erbsen und Bohnen, aber deren Ertrag an Eiweissfutter liegt unter dem Ertrag von Rapsschrot. Das Rapsöl ist faktisch das "Top-Up" in einer wertvollen fruchtfolge im integrierten Ackerbau. anders kann man dies wohl nicht darstellen !

    von futtersilo

  • [18.10.2012]

    Diese Stellungnahmen sollte mal in den Tageszeitungen veröffentlicht werden und nicht nur hier.

    von chrisman#001

  • Will der DBV wirklich Teller UND Tank ?

    [18.10.2012]

    Kann es sich der DBV überhaupt leisten seinen erfolgreichen Intensivtierhaltern dauerhaft höhere Futterkosten zuzumuden? Will der DBV wirklich das die kleinen Betriebe ohne Tierhaltung mit der Produktion von Bioenergie Gewinne erziehlen und ihre Flächen selbst weiter bewirtschaften und dadurch der Struckturwandel gebremmst wird? Will der DBV wirklich noch höhere Pachtpreise wenn es politisch gewollt und lohnenswert wäre für Regionalenenergiemarkt zu produzieren an stelle Billigmilch und Billigfleich für den Weltbilliglebesmittelmarkt zuerzeugen? Will der DBV wirklich den Globelplayern der deutschen Molkereien und Schlachtunternehmen den Billigrohstoff entziehen in dem er Landwirten die Erzeugung von Bioenergierohstoffen empfielt?

    von ekd

  • Wir brauchen ja immer einen Internationalen Markt ??????

    [18.10.2012]

    Wieso müssen bei allem und gerade in der Landwirtschaft das billigeste gewinnen??Der Urwaldabbau kann man auch dem Soja ankreiden weil "wir" schon vor 50Jahren angefangen haben die niederertrags Eiweißpflanzen durch hohertrags Weizen oder Maisanbau zu ersetzen.Nun wenn wir weiter unseren Weizen exportieren wollen gleichzeitig auch Fleisch,Milch,exportieren wollen gehen uns die Flächen aus!!! Das einzige wie wir zumindest aus der Eiweißfalle gehen können wäre durch Enatoholproduktion unsere Eiweiß selbst wegen der höhern Produktion selbst herzustellen. Was aber in der jetztigen alternaiven Energieproduktion unter den Tisch fällt ist das "wir" in den nächsten 10 höschsten 20 Jahren die CO2 Basierte Energie auch nicht mehr billig zu haben Ist

    von elinge

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